Die Bereitung eines reinen und wohlfeilen Sy- rups aus Runkelrüben. '(Man sehe das vorige Stück/ Art. Göttingen.) Die Runkelrüben, welche auf alt gedüngtem Lande und nicht in Lchafoünger gewachsen sind, geben den reinsten Saft. Sie werden zuoer gewaschen und ge ­ schält, und die Krone, nebst dem Theile der Rübe, welcher über der Erde gewachsen und gewöhnlich holzig und saftleer ist, wird zu Viehfukter zurückgeworfen. Die gereinigten Rüben werden auf einer starken Reibe von Eisenblech, mit größcrn Löchern als in den ge ­ wöhnlichen Reiben, so fein als möglich zerrieben, und der daraus entstandene Brei wird alsbald mittelst ei ­ ner Obst- oder andern Presse rein ausgepreßt, der Saft in ein reines hölzernes Gefäß gethan, »ind darin 6 bis 12 Stunden ruhig stehen gelassen, damit er sich fetze. Ist dieses geschehen, so wird der obere klare Saft ab, gegossen, der Bodensatz mit Wasser verdünnet, und nach nachmaligem Setzen ebenfalls abgegossen- Der klare abgegossene Saft wird sodann zu Feuer gebracht, jedoch ein wenig kalter Saft zurückbehalten, um zu Verhütung des Uebcrkochens etwas hinzugießen zu können. Zu jedem Eimer voll Saft giebt man zwei Loth Kreide in groben Stücken, und eine Handvoll Holzkohlen, welche bis.zur Größe einer Feldbohne zer ­ stoßen und durchgesiebet seyn müssen, damit alle Asche und der Kohlenstaub zurück bleibe. Wenn der Saft mit der Kreide und den Kohlen zwei Stunden gekocht hat, so wird auf jeden Eimer voll rohen Safte ein viertel Quartier frisches Rinderblut genommen, welches, nachdem es zuvor mit einem Bis- qurtbesen stark geschlagen und anfänglich mit etwas kalten Runkelnsaft, und zuseht mit dergleichen heilen verdünnet worden, zu dem kochenden Safte langsam, unter beständigem Umrühren hinzugegossen wird. Hat nun hiermit der Saft unter fernern Umrühren noch eine Stunde und so lange gekocht, daß man sieht, das dar ­ unter befindliche Blut gerinne etwas, und der Saft werde merklich klarer, so wird die ganz^Maffe in höl ­ zerne Gefäße ausgefüllt, und 6 bis 8 Stunden stehen gelassen, bis sie sich gefetzt und abgekläret hat. Un ­ terdessen werden einige linnene Tücher dergestalt lose aufgespannt, als wenn man Gelee abklären will. Hier ­ durch wir» der Saft, und zwar zuerst der obere klare , filtriret und nunmehr bei mäßigem Feuer bis zur Sy- rupsdicke eingekocht, der Bodensatz aber, welcher langsamer durch die Filtrirtücher ziehet, nach und nach zu der kochenden Masse hinzu gegossen. Da ans einem Himbtcn Runkelrüben, welcher etwa 6 Ggr. kostet, 5 bis 7 Pfund des reinsten au dck mchr- sten Speisen start des Zuckers zugebrauchcndcnSyrups , gewonnen werden; von den Rüben selbst aber noch vieler Abgang zur Viehfutterung bleibt, so wird durch diese Fabrikation die angewandte Mühe und Feurung hinlänglich belohnt. Präfektur = Verfügungen und Vekannt.ua- chungen anderer- öffentlichen Behörden. Präfektur - Beschluß. Der Präfekt des Fulda-Departements. Nach Ansicht des roten Artikels des Königl.Dekrets vom 6tcn August 1508 , welcher cs den Mairie»Ad ­ junkten zur Pflicht macht, in denjenigen Kommünen, deren Bevölkerung sich nickt auf5000 Seelen belauft, die Polizei-Kommissaire bei den Mauizipal-Polizei- Gerichten zu vertreten; In Erwägung: 1. daß die gedachten Herren Adjunkten hierdurch den Munizrpal-Kasscn einen bedeutenden Vortheil ver ­ schaffen, 2. daß dieses Geschäft jedoch mit mannigfachen Be ­ schwerden und Versäumnissen verbunden ist, und daß es daher Z. den Herren Adjunkten bei dem Mangel eines fixen Gehaltes um so weniger zugemurbet werden kann, sich demselben ganz unentgcldlich zu unterziehen, beschließt Art. i. Den Mairie-Adjunkten, welche die Stelle der Polizei-Kommissaire bei den Munizipal-Polizei- Gerichten vertreten, soll vom neu Jan. künftigen Jah ­ res an, Ein Driltheil dcr.auf ihr Betreiben erkannten in die Munizipal »'Kassen fließenden Polizei-Strafen als Entschädigung für Vcrsäunmiß und Reisekosten zugebilliget werden. Art. 2. Die Herren Untcrpräfecten und Kantons- Maires des Fulda-Deparrements sind mit der Vollzie ­ hung des gegenwärtigen Beschlusses beauftragt, wel ­ cher in die hiesige allgemeine Zeitung eingerückt wer, den soll. Kassel, den i4ten Dccemb. i8io. Der Präfekt drs Fuldadepartements, von Reim a n. Cirkulare an die Herren Kanton - Maires deS Fuldadepartements. Es sind Beschwerden darüber eingclaufen, daß Sei ­ tens der Herren Kanton Maires die in die Munizipal- Polizei-Kassen fließenden Geldstrafen, gleich andern Gemeinds-Rückständen, im Wege der Exekuliou bei ­ getrieben wären. Um ähnlichen Beschwerden zuvor zu kommen, mache ich daher sämmkliche Herren Maires meines Departements' auf das Königliche Dekret vom i2ten Jan. d. I. Art. 6. aufmerksam, woruach die Beitreibung dieser Geldstrafen bloß den Hussiers ob ­ liegt, und fordere Sie zugleich auf, nach diesen Be ­ stimmungen auf das genaueste sich zu achten. Kassel am i4ten Decemb. igio. Der Präfekt des Fuldadepartcments,. von Reiman.