Freltag den7.December 1810* Wohl- thätig teils-Verwaltung errichtet, zu deren Mitgliedern Der Herr Generalprokuralor von Haustein, Herr Kriminalrichrer Scheffer, Herr Prafekturrach von Ba « mbach und Herr Professor Kreuzer ernannt worden sind. In Heiligenstadt ist unter der Direktion der De- woifelle Sopbie'Frömmichen nun arrch eine Töch ­ terschule zu Grande gekommen. Schon in Hildes- Heim beschäftigte sich diese Erzieh er in mir der Bildung und dem Unterrichte der Töchter der augesehnsten Ein ­ wohner dieser Stadt und seit lZoi war sie Mirerzic- herin bei dem kaiserl. Russischen Erziehungs-Institut ;n Et. Petersburg. Ihre Grundsätze über das Erzie, hungswefcn hat sie in der Schrift: Die Fa.milie Bernheim (Braunfchw. 5 Bändchen) dem Publi ­ kum mitgetheilt. Die Fabrik des Hrn. Hermann M e y e r zu Min ­ den im Weser-Departement liefert jetzt einen feinen deutschen Kaffee als ein gesundes und wohl ­ schmeckendes Surrogat zum Ersatz des Indischen Kaf ­ fees, der in manchen Gegenden vielen Beifall findet. Hr. Dr. von Möller, praktischer Arzt zu Minden, hat ihn ltntersucht und durch ihn sowohl als durch einen Notar ist das Zeugniß gegeben worden, dass die ­ ses Surrogat durchaus der Gesundheit nicht nachthei- lig ist. Der Preis desselben ist für 4 Pfund Ein Tha- j ler Conventionemünze in l, £ und *• Pfunden. Der Postdirektor Schmidt zu Vlotho im Weser- Departement hat ein Getränk erfunden, das er West- pH ali sch es Champagner-Bier nennt, das nicht nur wohlschmeckend, sondern auch erquickend ist, selbst von den gefährlichsten Patienten zur Labung genossen werden kann und, wenn cs allgemeiner eingeführt wür ­ de, zum Theil die jetzt so theuren Weine ersetzen wür ­ de. Die Boutcillc wird zu Z Mgr. und der Anker zu 2* Rthlr. Lei ihm verkauft. Dieses Getränk wird aus dem blossen Blumenreiche, ohne Malz uno Ger traidc in einer Zeit von 3 Stunden durch gewöhnliche Gahrung gebrauet. Die Bereitung geschieht ohne das mindeste Risiko und zu jeder Iahrsjctt. Es »st s» klar als der beste Wein, moussirt wie Champagner, halt sich auf Douteillcn sehr lauge und wird immer kraftvoller und nie sauer. Gegen eine angemessene Remuneration will Hr. Schmtdt seine Erfindung bekannt machen. Aus einem Schreiben aus Göttingen, vom roten November In der Societats- Versammlung legte der Professor und Ritter Heyne eine Abhandlung vor von einem seltsamen antiquarischen Gegenstände; sie ist über ­ schrieben: Vasorum fictilium, liiteratorum et ecty- porinn, genug .superates, sulei uoruhun satis ex> ploraiac, ad Onanien vocatnm. Vor einigen und zwanzig Jahren hörte Heyne von einer Anzahl von allen irdenen Gefäßen, welche in Meiningen sich be ­ fänden; er erhielt eines derselben, welches in das hie ­ sige Museum abgegeben ist, erfuhr auch nach der Zeit, daß eine Anzahl davon nach Gotha an den damals regierenden Herzog überlassen worden sey; sie waren auch nachher, bei einem Veiuch in Gotha, dem Hrn. H. vor Augen gekommen. Diese Gefäße sind au§ Thon, halb gebrannt, woher sie auch ihre blaßrvthe Farbe haben; ein Theil geformt wie Schalen, andere sind Bauchgcfaße, gleich den gewöhnlichen Aschenkrü- aen, und auch allem Ansehen nach dazu bestimmt; sie sind insgesammt mit einer fremden Schrift verse ­ hen, einige allein mit Schrift, mehr oder wenigkr, andere mit Figuren, sehr verschiedener Art; beid« sipd in Relief geformt; aber doch, allem Ansehen nach, ist dieß durch Schaben bewirkt; denn cs ist nicht deutlich, daß die Schrift in Formen abgedruckt sey.. Die Figuren sind überall rohe Arbeit, aber von großer Mannigfaltigkeit; und eben dieses ist cs, was verlegen machte Die Vase, welche zur Ansicht vorge ­ stellt ward, ist eine der einfachsten; sie wird im Kup ­ ferstich dem Abdruck beigelegt werden. In der Milte des Bauchs stehet Schrift in einem Dreyeck, auf der Hinterseite ein Herkules in einem Tempelgebaudchcri, u beiden Seiten ein Dreyeck, in dem einen ein Mer- ursstab, in dem andern bloß geschlungene Schlan ­ gen, unten ein Trinkgefaß mit Henkel, wie auf Bacchi- 339