( '884 ) erfüllten die Herzen dieser Gesellschaft, und mehrere Toaste wurden mit Innigkeit dem Wohlseyn des Kö ­ nigs und der Königin dargebracht, wahrend 26 Ka ­ nonenschüsse das Alter Sr. Königlichen Maj. Hiero ­ nymus Napoleons, ankündigten. Um 7 Uhr Ab. verließen die Versammelten den Gasthof, und bereite ­ ten sich zu einem sehr glanzenden Ball, welcher erst gegen 6 Uhr Morgens endigte. — Des Abends war die Stadt geschmackvoll illuminirt. Besonders zeichr neten! sich aus: i) die katholische Kirche, welche im Transparent die Büste Sr. Maj. darstellte und wo auf Monumenten folgendes Chronogramm befindlich war: HoCh Lebe JeroMe NapoLeon, VIeLgeLIebter . gnäDIgster König ! ! Er beLebt aLs HeLD WestphaLens MaCht, BesecLt aLs FVrst, KVnst, HanDeL, GeLehrte, OeConoMe! NapoLeon ehrt aLs MensCheni'reVnD, VoLks- Lehrei ! ALs Christ, ReLIglon, ChristenthVM, FrleDen! JVDe, .Christ — gILt IhM gLelCh ! ! In einer Sonne sahe man ferner an gedachter Kirche: ECCe Vt soL MVjiDo NapoLeon ! ! NapoLeon gLänzt aLs Sonne DeM WeLtaLL ! ! 2) Die WohttlNtg des hiesigen Platzkommandanten, wo unter andern die Büste Sr. Majestät in einer glän ­ zenden Sonne mit einem Lorbecrkranze auf dem Haupte und auf dem Altar der Liebe ruhend, als Transparent mit folgender chronographischcr Inschrift sich dar ­ stellte : Le MelLLeW Des Rols, ReVnlt söVs Vn regne heVreVX, Vos proVInCes aVtrefoIs eparses ! Eine andere Inschrift daselbst sagte: Er MaCht Des VoLkes GLVCk ! ! Z) Das Haus des hiesigen Maire, wo man folgen ­ des bemerkte: Eine Krone durch den Genius der Liebe und der Tapferkeit unterstützt, und worauf folgende Inschrift: ZärtLlCh stets erkannt, Giebt NapoLeon, Seiner Liebe Pta 11D Deiner TVgenD Lohn! 4) Das königl. Posthaus stellte einen Transparent dar, mit einer Königskrone und unterlegtem Schwerst und Zepter, mit den Inschriften: JeroMe NapoLeon, ela HerrsCher DVrCh Innigste Liebe! weiter unten: Js sCeptra aCCepIt fraternl DIgnVs aMorls! 5) Die Wohnung des Kontrolleurs der indirekten Steuern preftmirte transparent einen Bündel Pfeile, Mit der Zuschrift: VIeLe LänDer MaChcn ein einziges RelCh ! Sodann eine Krone mit durchstecktem Schwerdt und Zepter, und der Inschrift: Vnter DeM GLVCks - SCepter NapoLcons! Auch hatte noch unser Platzkommandant die mittelste und Hauptpforte der Stadt mit einem Altar der Liebe, woran der Pamenszug unsers Monarchen befindlich, und, wo mehr als 400 Lampions brannten, verzieren lassen. Die ganze Feier dieses Tages endigte sich mit gehö ­ riger Ordnung und Stille, besonders da jeder Beam ­ ter tinö Bürger bemühet war diesen Tag feierlich, herzlich und theiluehmend zu begehen; und'diese Har ­ monie theilte sich selbst bis zu der geringsten Dolksklasse mit, und Herzen schmolzen so in der Wonne des Mit ­ gefühls in einander. Mit Vater Wieland dachte ich hier: „O welche Wonn' in diesem Augenblicke „Des Mitgefühls, cm Mensch, und nur ein Mensch zu seyn! „Wie wenig ist Genuß in u rr g e r h e i l t e m Glücke! „In ihren Freuden selbst sind Götter stets allein." Uebrigens wird Sie dieser Brief und die darin ent, ßaltenen wahrhaften Aeußerungen überzeugen, daß auch die weite Entfernung, in welcher wir hier von der Residenz leben, dennoch die Liebe der hiesigen Ein ­ wohner zu ihrem Monarchen/ auf keine Weise mindert. Das Blümchen Treue entsprießt auch Westfalens nördlichsten Gefilden und treibt in der Ferne so schön wie in der Nähe und schöner, wenn es der Thaurropfen Sehnsucht nach dem besten der Monarchen befeuchtet. V. B. P. , Präfektur - Verfügungen und Bekanntma ­ chungen anderer öffentlichen Behörden. Mehrere junge Leute, die vermöge ihres Alters zur Konskription des Jahrs 1790 gehören, haben den Wunsch geäußert, gleich jetzt noch vor der wirklichen Untersuchung und Loosung der Konskribrrten dieses Jahres, ihre Stellvertreter abliefern zu können. Da die Bedürfnisse der Armee keine Anticipalion auf fol ­ gende Jahre nothwendig machen, so kann, nach ein- gegangeirer Entscheidung Sr. Exzellenz des Herrn Kriegs-Ministers, diefemWunsch nur in so fern ge ­ nügt werden, als die prasentirten Stellvertreter, als tauglich für die Kürassiers erkannt werden d. h. wenn solche mit einer Größe von mindestens i Metre 733 Millimeter eine dauerhafte Konstitution verbinden, mit Pferden umzugehen wissen und jährlich minde ­ stens über eine Summe von 27 Fr. dwoniren können. Diejenigen jungen Leute, welche unter diesen Bedin ­ gungen es vorziehen, gleich jetzt einen SteUvcrlreter zu stellen, können sich mit selbigem, und mit den nö ­ thigen Zertifikaten versehen, auf dem Militair-Bu ­ reau der hiesigen Präfektur melden, wo ihnen denn der nähere Termin zur definitiven Untersuchung der