N® 167* Kassel, Montag den 26.November igro. Feuilleton d e s Westphälischen ober Supplement §}mü^ l GTciiXX-'' Moniteurs. \i5.^iür- D- Kassel. 'a von denen durch das Königliche Dekret vom 9. Febr. 1809 bestimmten Attributionen der Nokariats- Kammer vorzüglich diejenigen von öffentlichem Interes ­ se sind, durch welche die Kammern verbunden werden, den etwaigen Beschwerden und Ansprüchen, welche man wider Notare wegen ihrer Amtsführung machen könnte, vorzubeugen und solche in Güte beizulegen, sodann über die durch Ausübung ihres Amtes entste ­ hende Verbindlichkeit zur Schadloshaltung ein Gut ­ achten abzugeben und nötigenfalls durch Disziplinar- Verfügungen etwaige Pflichtverletzungen zu ahnden, so hat die Notariats-Kammer zu Kassel unterm 4ten November folgenden Beschluß gefaßt: 1. die ordentlichen Sitzungen der Notariats-Kam ­ mer sind vorläufig auf den ersten Sonnabend jeden Rottaths um 4 Uhr Nachmittags bestimmt. 2. Alle Notarien oder dritte Personen, welche in obi ­ gen Beziehungen der Kammer etwas vorzutragen ha ­ ben, können solches entweder schriftlich thun oder per ­ sönlich in den Sitzungen erscheinen. 3> Im Falle sich solche vertreten lassen wollen, so kann dieses nur durch einen andern Notar geschehen. 4. Wenn die Beschwerden in der nächste» Sitzung abgethan werden sollen, so müssen dieselben, eilige Falle ausgenommen, wenigstens 14 Tage vorher dem Syndikus der Notariats-Kammer angezeigt werden, damit solcher die nöthigen Vorladungen und Instruk ­ tionen veranlassen kann. Die Sitzungen der Notariats-Kammer werden bei dem Hrn. Distrikts-Notar Dr. Diede als Präsiden ­ ten der Notariats-Kammer (wohnhaft Nr. 154. Kö ­ nigsstraße) gehalten und Hr. Distrikts-Notar Dr. Wille (wohnhaft Nr. 24. Frankfurterstraße) ist der Syndikus der Notariats-Kammer, an welchen daher die schriftlichen oder mündlichen Anzeigen zu richten sind. Das Israelitische Konsistorium hat folgende Bekannt ­ machung wegen der in den Synagogen und anderwärts von Israeliten zu haltenden Reden erlassen: Zu Ver ­ meidung mancher Unschicklichkeiten und zu Handha ­ bung der guten Ordnung, welche erfordert- daß man »on.denjenigen, welche öffentlich reden wollen, nicht zu fürchten Grund haben muß, sie werden irgend et ­ was vorbringen, was der Religion, dem Staate o.der den guten Sitten entgegen sey, finden wir nöthig, hierdurch folgendes zu verfügen: Niemand als wer dazu vom Konsistorium ermächtigt ist, darf in der Synagoge, auf dem Israelitischen Todienhofe oder -bei sonst einer öffentlichen Versammlung der Israeli ­ ten eine Rede halten. Die Syndiken werden dem ­ nach beauftragt, Gegenwärtiges in den ihnen unter ­ gebenen Synagogen nicht nur vorlesen, sondern auch anheften zu lassen, und alle Rabbiner, Syndiken und Vorsteher haben streng darauf zu halten, daß es beob ­ achtet werde. Fortsetzung und Beschluß des Berichtes über die Verwaltung der Berg- Hüttcn- und Salzwerke im Königreich Westphalen. Die Hessischen Berg- und Landesordnungen waren im erstem, im zweiten sowohl die allgemeinen Landeö- als Provtnzial-Berg-Ordnungen das Gesetzbuch. In finanzieller Hinsicht war der Hessische Antheil dieser Division bei weitem der wichtigere. Die durch das Dekret Ew. königl. Maj. vom 27ten Januar eingeführte Organisation des Bergwesens suchte nun das der Konstitution des Königreichs ge, maße allgemeine Administrationesystem den alten berg ­ männischen Formen, so weit es.die Natur der Sache erlaubte, anzupassen. Wie sehr dieses gelungen zu seyn scheint, davon zeugen nicht nur die von den wich ­ tigsten Bcrgadministrationen darüber hin und wieder gefällten Urtheile, sondern auch der raschere Gang der schon jetzt, in dem ersten Jahre der Organisation, wo sonst doch der Kampf der alten und neuen Formen noch bisweilen die Maschinen stocken läßt, dieselbe belebt. Zur bessern Uebersicht des Ganzen und passender» Vergleichung der alten und neuen Einrichtung, nehme ich mir die Erlaubniß, Ew. königl. Maj. noch einmal die Grundzüge der neuen bergmännischen Verfassung vor Augen zu legen, durch deren Gründung Etv, Maj. sich die Herzen aller Individuen dieses Korps auf ewige Zeiten zugeeignet haben. ' Sämmtliche Berg - Hütten - und Salzwerke des Kö ­ nigreichs, sowohl die von Ew. Königl. Ma^. eigen ­ thümlich, als die von Gewerken und Privatpersonen , - ' 329