( i? Er berkieß an demselben Tage den Dickst, den er bis dahin auf dem Hofe seines verstorbenen Bruders verrichtet hatte, und zog zu seiner Schwester nach Le ­ benstedt, die in zweiter Ehe mit dem Korhsassen Karl Homanu verehelicht war. Dieser nahm ihn nun in seinen Dienst, kündigte ihm jedoch nach Ablauf von 3 Jahren denselben aus, weil Eggeling die Pferde vernach ­ lässigte, behielt ihn inzwischen im Hofe, wo Eggeling »ach seinem Gefallen eine und andere Arbeiten ver ­ richtete. Am 23. Iuniuc d. I. Morgens, etwa zwischen io und ii Uhr, begab sich Eggeling, seinen Geständnissen zufolge, mit einer Mülksiäcke versehen, auf das ohn- weit dem Dorfe belcgcnc Kartofleln-Feld seines Schwa ­ gers, wo dessen beide Söhne (von denen der älteste ein Stiefsohn seiner Schwester war) bereits mir Be ­ hacken beschäftiget waren. Auch Eggeling stellte sich zum Behacken an; als indeß der älteste Homannsche Sohn seine Reihe geendigt und um eine andere Reihe anzufangen, hinter Eggeling herdurchging, hob die ­ ser feine Hacke auf und schlug damit den Heinrich Ho- mann so heftig auf den Kopf, daß dieser sogleich zu Boden stürzte. Hierauf wandte sich Eggeling gegen den jüugern, Karl Hamann, der seinem ältern Bru ­ der gefolgt war, und da dieser die Hacke aufgehoben hatte, so versetzte Eggeling auch diesem einen so Hess tigen Schlag in die Schlafe, daß derselbe ebenfalls zur Erde stürzte. Seiner Angabe nach wandte sich nun Eggeling wieder zu dem ältesten Homann, ver ­ setzte diesem einen zweiten Schlag, schlug auf den jüugern noch einmal ein, nahm hiernachst die beiden Kohlhacken der Erschlagenen, kehrte nach Hause zu- - rück und warf solche nebst der seinigen, die voll Blut bespricht war, hinter den Zaun au die Scheure. Erst spat um Mittag aus wurde die That durch die Mutter der Erschlagenen entdeckt, als dieselbe ihre Söhne zum Mittagsessen rufen wollte. Ihrer Angabe zufolge fand sie den ältesten, ihren Stiefsohn, bereits todt, den jüugern hingegen schwach athmend, jedoch auch dieser verschied nach Verlauf crner kurzen Zeit. Eggeling hatte gleich nach seiner Zuhausekuuft'seiue geladene Flinte und seinen Geldvorrath zu sich ge ­ nommen und den Weg nach Braunschweig hin einge ­ schlagen; da nun nach entdcckter-Mvrdthat unter den Lebcnstedtschen Einwohnern das Gerücht sich verbrei ­ tete, daß Eggeling willens sey, auch seinen Schwa ­ ger, der an diesem Tage nach Bräunschweig gefahren war, ume Leben zu bringen, so wurden mehrere Ein- wvhtrer abgeschickt, um diesen von dessen Vorsätze zu benachrichtigen. Inzwischen kehrte Eggeling nach Verlauf einer kur ­ ten Zeit nach Lebenstedt zurück, schlug jedoch, als er in die Nähe Dorfes kam, den Weg seitwärts ein, und erreichte, ehe er verhaftet werden konnte, das Holz. Auf die Frage mehrerer Einwohner; „Hennig, was hast du gemacht?! antwortete er; 60 ) . „wie die Alken pfiffen, so sangen die Jungen, ei- „ne.m Jeden ist sein Leben lieb. Unterweges erzählte Eggeling mehrern auf dem Felds arbeitenden Personen, er habe einen dummen Streich gemacht und seines Schwagers beide Söhne erschlagen; sie hätten aber ihn todtschlagen wollen: der Todtschläger gehe vor dem Ehebrecher ins Him ­ melreich. Da zu vermuthen war, daß Eggeling seinen Weg nach Flachstöckheim nehmen würde, so wurde der Orts ­ maire daselbst von dem Vorfall benachrichtigt, mit dem Ersuchen, denselben im Betretungsfalle zu ver ­ haften. Am 24WN Morgens um 5 Uhr traf auch Eg ­ geling auf dem Hofe feines verstorbenen Bruders ein, winkte dem daselbst dienenden Knecht mit in die Srube zu gehen und erzählte sowohl diesem als mehrern hin ­ zukommenden Verwandten und Einwohnern Flachstöck- heims den Vorfall unter Lachen mit den Worten: „er - habe einen Hagelöstreich gemacht, und die Homanni- fchen Söhne erschlagen; eigentlich habe es nur dem ältesten gegolten, weil mit diesem die Mädchen lieber gespielt.und karessirt, als mit ihm, da aber der jün ­ gere dem ältern beigestanden, so habe er auch Dissen erschlagen. Auch habe er leinen Schwager tvdtschie- ßen wollen, da er aber denselben nicht angetroffen, so wolle er jetzt an ihn schreiben und fragen, ob er ihm nunmehr ein Altvatertheil verschreiben wolle Dieser habe seinem ältesten Sohne geheißen, einen Knüppel zu nehmen, und ihn über den Kopf zu schlagen, wenn er ihn auch todtschlüge, so sollte nichts daraus her ­ kommen. Freude mache ihm der Todtschlag nicht, er hätte lieber einen lebendig gemacht, als zwei totge ­ schlagen;" wobei er mit Ruhe sein Frühstück verzehrte. In der Audienz vor dem königl. Kriminalhofe wa ­ ren eine Menge Zeugen vorgeschlagen, zum Theil um den Gcmüthszustand des Eggeling auezumitteln; aus ­ serdem waren drei Sachverständige, der Herr Hofrath Pockels, der Herr Doktor Bücking und der Herr Doktor Schmidt, in Vorschlag gebracht, nach den Aussagen der Zeugen über den Gemüthszustand des Angeklagten ihr Gutachten abzugeben. Seine Ver ­ wandten und andere Einwohner zu Flachstöckheim waren einstimmig, daß er seit 5 Jahren Spuren von Wahnsinn gezeigt; hingegen die Einwohner zu Leben ­ stedt versicherten, dergleichen nicht an ihm bemerkt zu haben. Das Gutachten der Sachverständigen fiel dahin aus, daß der Augeklagte zur Zeit der That partiell wahn ­ sinnig gewesen und es auch noch jetzt sey, itwem er voll der fixen Idee beherrscht werde, daß er sein Leben durch den Todtschlag dessen, der ihm solches sein« Meinung nach nehmen wolle, sichern müsse. Die Herren Geschwornen erklärten jedoch, daß der Angeklagte weder zur Zeit der begangenen That noch jetzt von einer solchen ftxenIdce beherrscht werde, und auf den Grund dieser Erklärung wurde der Angeklagte zur Strafe des Schwertes verurrbeilt. DieEnipfeh«