N? 137* Kassel, Feuilleton des Westphâlischen Montag den 22.Oktober igro. oder.. Supplement Moniteurs. Kassel. (§e. königliche Hoheit der Kronprinz von Würtcm- berg, Friedrich Wilhelm Karl, ältester Bru ­ der Unserer Allerdurchlanchtigsten Königin, geb. den 27. September 173 l und vermählt den ttten Juni I8o8 mit der Prinzessin Charlotte Auguste, jüngsten Tochter erster Ebe 2r. Majestät des Königs von Baiern und Schwester der Vizekönigin von Italien, ist vorigen Donnerstag, ben I8ten Oktober zum Besuch hier an ­ gekommen und bei Ihren Majestäten im Schlosse zu Napeleonshöhe abgetreten. Abtheilungen von Che ­ vaulegers der königlichen Garde waren auf der Straße nach Frankfurt zum Empfang Sr. königl. Hoheit ent ­ gegengeschickt worden Sonnabends, den loten Ok ­ tober fand große Revue von allen in hiesiger Residenz befindlichen Truppen in der Aue statt, . tvelchcr auch Sr. Majestät Unser König in Begleitung Sr. königl. Hoheit, des Kronprinzen von Würtemberg beiwohnten. Königliches Dekret in Betreff der P.'iffe und der (Steuerung des Landstreichens und der Bettelei. Hieronymus Napoleon, rc. Haben, auf den Bericht Unseres Ministers der Justiz; nach Anhörung Unseres Staatscaths; verordnet und verordnen: Art. r. Ein jeder Reisender, welcher den Verfü ­ gungen der Arikel 3, 9 und 13 Unseres Dekrets vom ?ten November 1808, über die Pässe, nicht nachge ­ kommen ist, soll verhaftet, und vor den nachstwoh- uendcn Friedensrichter, Kantonsmaire, oder Poli- zeikommissair geführt werden können, um daselbst über seinen Namen, Stand und Wohnort befragt zu werden, seine Papiere vorzuzeigen itni> alle erforder ­ liche Auskunft über seine Person zu geben. Art. 2. Wenn es sich aus dem Verhöre ergibt, daß - der Reisende ein Ausländer ist, wenn er keinen be ­ kannten, mit Gütern angesessenen oder Gewerbe trei ­ benden Bürgen hat, oder seine Antworten nicht be ­ friedigend sind, so soll er, wenn er nicht des Land- streich, . 5 oder irgend eines Vergehens verdächtig schemr, über die Gränze des Königreichs gebracht, in letzterem Falle aber dem Prokurator des Königs dcnun- jilrt, in Verhaft genommen, und vor das kompetente Tribunal gebracht werden. Art. 3. Giebt er sich als einen Westphalen an, und fallen seine übrigen Antworten nicht befriedigend aus, so soll in Gemäßheit des Artikels 7 Unserem Dekrets vom 7ten November 18.08' gegen ihn verfahren werden. Art. 4. Die Reisenden, welche langer als zweimal 24 Stunden in einer Gemeinde bleiben, sind genör . thigt, bei Strafe von 3 Franken, oder einem Tag Ge ­ fängniß, wenn sie die Geldbuße, ohne attzubedcutende Verminderung ihrer Mittel, nicht erlegen können, ihre Pässe daselbst visiren zu lassen. Das Visa der Paffe soll gratis ausgefertigt werden. Art. 5* Auch die regelmäßigsten Pässe sollen nicht verhindern, daß die Inhaber derselben, wenn anders starker Verdacht gegen sie statt findet, verhaftet wer ­ den können. Eben so ist cs auch mit den Westphalen zu halten, welche keinen Paß zu nehmen genöthigt sind, weil sie sich n-icht weiter als acht Myriameter von ih« rcrGcmcinde entfernen. Es soll in diesen Fällen nach Vorschrift des vbenstehenden Art. i. verfahren werden. Act. 6. Die durch den Art. 21, des Dekrets vom 7ten November 180S aufgegebene Verpflichtung, in einem jeden Distrikts - Hauptorte alle in möbtirten Ho ­ tels, in Gasthöfen und Wirthshäusern einkehrende» Personen in ein hierzu bestimmtes Buch einzutragen, ist auch auf alle diejenigen Oerter ausgedehnt, an wel, chen die Präfekten diese Polizcimaaßregel für nöthig erachten werdet». Art. 7. Die, welche möblirte Hotels, Gasthöfe oder Wirthhäuser halten, sollen, indem sie Tag für Tag die Personen, welche sie bet sich beherbergen , in dieses Buch eintragen, auch das Datum der Pässe, welche dieselben bet sich führen, und den Namen der Behörde, welche dieselben ausgefertigt, oder, im Fall diese Personen, da sie innerhalb acht Myriametern zu Lause sind, keinen Paß zu nehmen brauchten, den -Namen des Wohnorts derselben, anmerken. Wenn im ersteren Falle der Reisende keinen Paß vorzeige, so -soll er, bei Strafe von 5 bis 20 Franken, sogleich dem Poiizeikommtssair oder dem Maire der Gemeinde de- nünztirt werden. Art. 8. Die Maires, Adjunkten derselben, oder Polizeikommissairs sollen, einmal in der Woche, die möbUrien Hotels, Wirthshäuser und Herbergen unter ­ suchen, um gewiß zu seyn, daß die durch den Art. 21. des Dekrets vom 7ten November i?oi, und durch obigen Art. 7. vorgeschriebenen Bücher, auch regel, 29%