selben Gegenstände belegt und überladen worden sind, während andere, entweder gar nicht, oder doch nur auf eine äußerst uuvcrhältnißmäßige Weise herangezogen werden. Daher der Mangel an Gleichförmigkeit, die große Verschiedenheit in den SteueransaHen und das zerstückelte Verwaltnngsfystem, unvereinbar mit den Grundsätzen eines, auf die Prinzipien - Einheit im Handeln sich stützenden Gouverne ­ ments. . ' 1 . Daher endlich der Grund der Befreiung der Geistlichkeit und des Adels von den ordinairen Steuern, eine Befreiung, die, wiewohl anfäng ­ lich vielleicht ufurpirt, nachher durch die Konsti- tionen der verschiedenen Provinzen geheiligt wur ­ de, welche jenen beiden Klassen der Unterthanen nur die Konkurrenz zu den außerordentlichen Be ­ dürfnissen des Staats zur Pflicht machten, sie aber dagegen von allen Beitragen zu den gewöhn ­ lichen lasten entbanden. Ueber die Verschönerung der Kirchhöfe, rr Den freien Plätzen um die Kirchen eine gewisse Hei ­ terkeit zu geben und dem Ernsten, wozu hier ein Jeder unwillkührlich aufgefordert wird, ein freundliches An ­ sehen zu verschaffen,' hat bekanntlich in neuerer Zeit manche Hand in Bewegung gesetzt. Sowohl der Bei ­ fall, welchen sich fass allgemein jede- geschmackvolle Verschönerung jener Plätze erworben hat, wie auch die eigene Ueberzeugung, daß cine^ solche Verbesserung manche wohlthätige Früchte im Stillen tragen würde, bewog mich, mit dem Platze um meine Kirche folgende Veränderung vorzunehmen. Er war bisher zu man ­ chem zum Theil höchst unangenehmen Behufe gewid ­ met. Er wurde zum Bauen, Brunnenröhre auszu ­ bohren, Mauerstetne zu behauen, Lehmstcine zu bak- ken u. f. w. gebraucht. Ich wußte anfangs nicht, wie ich pem hieraus für die Kirche und den Gottes ­ dienst schädlichen Uebel abhelfen sollte. Es hält im ­ mer schwer, auch bei dem größten Nutzen etwas der Art zu verändern. Auf diesem Platze waren Stellen, von denen sich Mauche wegen der Länge der Zeit, wo sie davon Gebrauch gemacht batten, als wahre Eigen ­ thümer betrachteten. Dazu stand hier ein alter hohler kindenbaum, welcher, ungeachtet er der Ausführung eines jeden Planes hinderlich war, dennoch sehr viele freunde zu haben schien. Es traten bei der Erfüllung meines Wunsches soman ­ te Inkonvenienzcn ein/daß ich sehr vorsichtig zu Werke 8chen mußte, wenn ich meinen Plan nicht gescheitert sehen wollte. *Ich lud deswegen einige 20 der Ersten Weiner Gemeine höflichst ein, und legte ihnen meinen Plan vor. Ich suchte sihncn die Unschicklichkeit '.fühl- . bar zu machen, daß man diesen schönen iPlatz zur 'Störung des Gottesdienstes so mißbrauchte, uud er ­ innerte sie an das rührende Andenken, welches wir uns durch eine Verschönerung allch bei der spätesten Nachwclt^rhaltcn würden. Es gelang mir bald, Alle für mich zu gewinnen, und ich bat, nun auch mit ver ­ einigten Kräften daran zu arbeiten, daß unsre Be- rathschlagung in That.übergehe. Die Linde sollte ab ­ gehauen und eine neue Anlage von Pappeln gemacht werden, Fruchtbäume würden in der Folge man ­ che Unannehmlichkeiten veranlaßt haben. Ich zog Pappeln den Linden vor, theils weil sie leichter in jed«m Boden fortkommen, theils weiisienichtso vielen Raum einnehmen als jene. Und eine durch eine jährliche Schur verkrüppelte Linde ist nurümmcr als ein Bild des Drucks sehr zuwider gewesen, da hingegen die schlanke, hvch- aufschießcnve Pappel, allein Spiegel dce menschlichen emporstrebenden Geistes in meinen Augen sehr viel auf ­ munternde^ hat. Die ganze Gemeine war bald mit dem Plane zufrieden. — Ader wenn wir auch die nöthigen Baume bekommen konnten, womit sollten bei der Stockung des Handels und bei der daraus hier entspringenden fast allgemeinen Armuth die Kosten be ­ stritten werden ? Ohne mit Sorgen dieser Art mich zu beunruhigen, ließ ich den Kirchhof reinigen, die Linde ausgraben und verkaufen, und verschrieb so viele Stamme, als nach dem Urtheile Sachkundiger nöthig waren. Nach sehr vielen Schwierigkeiten kam am 8tcn Marz vorigen Jahres die Anlage zu Stande. Fast die ganze Gemeine half pflanzen. Am Abend standen 75 Pappeln und b Platanus (welche letztere ich vor die Kirchthüren stellte) in schönen Reihen in der Erde. Vier steinerne Banke wurden an verschie ­ denen Orten angebracht. Die Unkosten 42 Rrhlr. 6 Gr. 3 Pf. kamen durch Subskription, wo sich Nie ­ mand meiner Gemeine ausschloß, zusammen Darauf ließ ich noch ein Mahl den ganzen Platz ebnen und forderte allé Einwohner dieser Stadt, welche Pferde und Wagen haben, auf, denselben mit Flußgrand befahren zu lassen. Man erfüllte meine Bitte, in ­ dem mar» 74 Fuder herbeischaffte, welche ich sogleich vertheilte. Das Ganze steht indem ich dieses schreibe, wenn auch schon halb entblättert, dennoch in dem schönen Grüne vor meinen Augen da. Keine einzige Pappel ist ausgegan ­ gen oder verletzt. Mein Kirchhof tst jetzt ein freundlicher Garten, welcher mir und allen, die ihn sehen, schon manche süße Freude geschenkt hat. Möchte man aber überall daraufdenkcn, die Natur den Kirchen so nahe als möglich zu bringen! Mit dem Sinne für die reine Natur ist das religiöse Gefühl azifs Genaueste verschwi- stcrt. — Das Herz, von ihrer Schönheit g erührt, schwingt sich mächtig empor, und- betet dankbar den Unendlichen am. (C. Thomsons Hymnus auf die Iahrszeiten am Ende). Münden am iten Oktober ivio. S ch l ä g c