N°. 121—124, Sonntag. Jntelligenzblatt deö Westphäl. Moniteurs. Den 8kcn Oktober iSro. Kassel'sche Zeitung. AVERTISSEMENT. Um dem Intelligenzblatt deö Westphalifthen Moniteurs oder der Kassel'schen Zeitung, welche jetzt, ausgenommen Montags, täglich eben so wie der Westfälische Moniteur, ausgegeben wird, ei ­ nerlei Nummer mit diesem zu ertheilen, erhält das gegenwärtige Stück die Bezeichnung Nr. 121 bis 124. Das folgende Dienstagsblatt des Moniteurs sowohl als der Kassel'schen Zeitung erscheint nun als Nr. 125. Kassel. er Moniteur, der jetzt täglich erscheint, gibt von den von den wcstphalifthen Truppen vorigen Mitwochen unter Befahl des Hrn. Divisions- Generals M 0 r i 0 ausgeführten Manövers Nach ­ richt, der wir hier nur noch Folgendes hinzufü ­ gen. Schon in der Frühe des Morgens waren die Königlichen Garden, die Jager-Karabiniers und die jetzt hier in Garnison liegenden Batail ­ lone der in Katalonien befindlichen Regimenter aus der Stadt marschirt, um sich mit den im Lager stehenden Westphalen zu vereinigen und sich dann in zwei abgesonderte Korps zu theilen, die als Feinde gegen einander agiren sollten. Die Jager - Karabiniers hatten als Vorposten des ei ­ nen Korps das linke Fulda-Ufer besetzt, um dem auf den rechten Xtfer postirten andern Korps den Uebergang streitig zu machen. Dessen un ­ geachtet wurde dieser erzwungen. Es war ein für die Bewohner von Kassel neuer und unge ­ wöhnter Anblick, ein solches Unternehmen ohne Pontons und Schisse ausführen zu sehen. Die Gardes du Korps stürzten sich in die Fulda, den Strom durch ihre Pferde glcichsarn etwas zurück ­ drängend , während ganze Regimenter Infante ­ rie die Breite des Flusses durchwateten, das Ge ­ wehr auf der Schulter und den Tornister auf den Rücken. Der Uebergang geschah eine kleine Stunde vor Kassel, in der Gegend der Neuen ­ mühle auf dem Wege nach Freienhagen, an ei ­ ner seichten Stelle und die lange trockene Wi tte- rung hatte dazu beigetragen, dem Strome das Reissende zu benehmen. Nach dem glücklich und schnell bewerkstelligten Uebergang wurde der Feind vom diesseitigen Ufer vertrieben und noch eine weite Strecke Weges verfolgt. Die Truppen zogen dann gegen Abend durch das Frankfurter Thor in die Stadt ein und unter Anführung des Hrn. Generals Baron von Ochs durch das Leip ­ ziger Thor wieder nach dem Lager zurück. Sie hatten ein ächtkriegerisches Ansehrrund jedermann glaubte in ihnen die ficgc'eichen Söhne des Va ­ terlandes zu erblicken. Beschluß der im vorigen Stück abgebrochenen .Abhandlung über die Ursachen der jetzt so häufigen Gehörkrankheiten. Daß auch verdorbene Luft, die dicken Federbetten, und Mangel an Reinigung viel zum schweren Gehör beitragen, ist gewiß, scheint aber wenig Eltern bekannt zu seyn. Manche Ohren sind zwar nicht mit Ohren ­ schmalze, aber mit scharfem fressenden Staube ange ­ füllt, der sich nach und nach im äußern Gehörgange angesammelt hat. Wie nachtheilig er für das Gehör seyn müsse, bedarf wohl keines Beweises. Das täg ­ liche Waschen des Gesichts, des Nackens und der Oh ­ ren ist nicht nur in anderer Hinsicht, sondern auch für das Gehör wichtig. Die Nase muß fleißig vom Schlei ­ me gereinigt werden, durch frisches Wasser, das man in die Nasenlöcher einschlürft. Dadurch erleichtert man 273