C J053 ) bc>, werbe» im Institut erzogen und grißtenthcils zu Handwerkern, Ackerbauern und Soldaten rc. bestimmt werden. Aus ihrer Mitte werden zehn zu Seminaristen gewählt. Die Konfirmazionen der Knaben und Mädchen (denn auch für den Religions-Unterricht der Töchter wird gesorgt werden) werden auf eine sehr feierliche Art in den Synagogen in Gegen ­ wart des Rabbiners vor sich gehen. Die erste Konstrmazion dieserArt geschah vor kurzem hier- selbst. Nach einer zuvor von einem der Mit ­ glieder des Konsistoriums am Sabbath in der Schulsynagoge, nach Beendigung des Vorlesenö der biblischen Stellen gehaltene Rede: über den Zweck der Konstrmazion, erklärte sich der Knabü feierlichst über die Grurrdwahrheiten der Religion, welche er durch die göttliche Gesetzgebung kennen lernte, und versprach — aber ohne Schwur oder Handschlag — nach den religiösen moralischen Gesetzen zu leben und die Gesetze des Staats je ­ derzeit treu zu erfüllen. Hierauf ertheilte ihm der ehrwürdige Rabbiner LöbBerlin, zugleich geistlicher Konsi'storial-Rath, mit innigster Rüh ­ rung in Gegenwart eines bedeutenden Auditoriums den Segen in einer zu dem Ende von ihm abge ­ faßten Formel. Nächstens wird sowohl die Art und Weise der neuen Konfirmazionen als auch die der Trauungen als allgemeine Richtschnur für die Israeliten West- phalenö bekannt gemacht werden. DieTrau-un- g e n werden indessen hier in der Synagoge vor der heiligen Lade bereits verrichtet und das junge Ehe ­ paar mit seinen einstigen moralischen Pflichten durch eine Anrede in deutscher Sprache bekannt gemacht. , Die Einrichtung, daß das Königreich für die Israeliten in Syndikate eingetheilt ist, zeigt einen sehr guten Fortgang. Wenn erst das Ganze ge ­ hörig irn Gange seyn wird, werden auch die Syn ­ diken, welche das Gute zu befördern haben, weni ­ ger Mühe finden, und ihr Amt wird ihnen dann dadurch sehr erleichtert werden« Viele Israeliten Westphalens zeigen sich übri ­ gens der Bürgerrechte würdig. Sie widmen ihre Kinder den Künsñn und Handwerken, und eine bedeutende Anzahl derselben, unter andern meh ­ rere Vernrögende, dienen bei der königlichen Ar ­ mee zur höchsten Zufriedenheit ihrer Chefs. Viele derselben fechten jetzt zum Ruhme der Westphali- schen Waffen in Spanien, i» dem Lande, wo noch vor wenigen Jahren jedem Israeliten durch das Inguisizionö-Gericht das Todes - Urtheil ge ­ sprochen wurde, sehr tapfer und avanziren nach Verdienst. Fast bei jeden: Regiment dienen Israe ­ liten als Freiwillige. Es giebt Regimenter, in welchen sich die Zahl der Israeliten auf mehr als 20 belauft. Auch unter den königlichen Garden und selbst unter der Garde du Corps dienen meh ­ rere derselben. Man schätzt die Anzahl der Israeliten im Kö ­ nigreich auf.16000 Seelen, und diese wird durch die Vereinigung der hannövcrschen Provinzen mit Westphalen noch um 2600 Seelen vermehrt wer ­ den, so daß dem Konsistorium alsdann die geist ­ liche Oberaufsicht über 18000 Seelen zukom ­ men wird. Aus einem Schreiben aus Halle, vom 28tcn Iunius. Sieben und achtzig Freitische sind von der aufge; hobenen Universität zu Hclmstädt nach unserer Akademie transfcrirt worden, und auch Ausländer sollen von der Benutzung derselben nicht ausgeschlossen seyn. Man erwartet auch noch Stipendien. Daß die zu SchullBeneficien beñimmte Summe bei dem Pädagogium zu Klosterberqen dem noch gar nicht mit einem Wohlthatigkeitsfvnds versehenen Pä* dagogium zu Halle zugewiesen wurde, war wvhl nicht anders als billig und szweckmäßig. Bei weitem die geringere Anzahl von Schülern, war diejenige, welche ohne Rücksicht auf Freistellen inKlosterbcrgcn studirteu und dies waren meistens nur Ausländer, welche der alte, tiefgegründete Ruf dieser Anstalt und Vorliebe der Eltern, Verwandten und Rathgcber, die einst da gebildet wurden, dorthin führte. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrte aber auf dieser, wie auf mehrere