( 1043 ) .riere und durch akademischen Kursus vor dem wirkli ­ chen Anfange des öffentlichen Geschaftslebens fortbil ­ den; diemehrstcn werden, wie es sich schon jetzt zeigt, in die Finanz- und Verwaltungsdurcaux, welche an die Stellen der ehemaligen Kammern getreten JmD, schon aus den mittlern Klassen unserer Gelehrten Schu ­ len herübcrgenommen werden und die obern Klassen der Gymnasien und Pädagogien werden eben deshalb weit weniger besetzt seyn. Aeusserst zu wünschen wäre es, daß die vortrefliche und in ihrer Nützlichkeit mm schon so sehr bewährte Einrichtung der Abiturienten-Prüfungen, welche der unvergeßliche Minister von Zedlitz den Preußischen Schulen gab, und deren Beachtung er den Universitä ­ ten des Preußischen Staats'zur Pflicht machte, immer mehr Allgemeinheit erhalten und auch in dein König ­ reich Westphalen ein Schulgrundgcfttz werden möge. Als solches dauert dasselbe nun zwar bei unsern und allen aus der Preußischen Landeshoheit übergegangenen Schalen unabänderlich fort. Aber nur das Halten darüber auf allen Landceunivcrßtäten kann der Sache Nachdruck geben. Sollte diese Einrichtung daher keine Allgemeinheit in dem neuen Staate erhalten, so würde alle der Nachtheil für die Schulen, für die Wissen ­ schaften und für den Kirchen - und Staatsdienst bald genug wieder eintreten, den der Mangel an Prüfun ­ gen der Schülerreife nothwendig haben muß. Dürften denn künftig die Jünglinge wieder, so bald sie sich selbst klug genug find und den Schulzwang satt haben, von der Schule wegeilen, und sollten Eltern dabei durch keinen gesetzlichen Maasstab belehrt und einge ­ schränkt werden; so würden auch Hierdurch die obern Klassen der Gelehrten-Schulen bald sehr entvölkert werden. Die Gründung einer größer» Militairschule war ein wahres Bedürfniß unsers'Staats. Seit demselben durch Umschaffung des allerdings entbehrlich geworde ­ nen Karolinums in Brannschmeig abgeholfen ist, ge ­ hen junge Leute, die sich dem Militairstande freiwillig widmen, natürlich auf dieses Institut, sobald sie nach dem nothweNoigsken Elemelttar-Uriterricht Gelegenheit zur Rezepziou finden. Dies ist wcchrer unverkennbarer Gewinn für das Ganze. Abels eine Natürliche Folge davon ist auf der andern Seite die Abnahme der Fre ­ quenz in den mittlern Klassen solcher Gelehrten-Schu ­ len, für welche die Bildung künftiger Offiziere ein Ne ­ benzweck war. Unserer Schule insonderheit führte der Umstand, daß die hiesige Stadt jetzt so gut als ganz ohne Bür ­ gerschule ist, bei dem Verfalle, welchen uns unser näch ­ stes Publikums schenkte, eine ganze Menge solcher jun ­ gen Leute zu, deren Zweck nicht.eigenrltche. gelehrte Bildung war. Das Bedürfniß einer zweckmäßig orga- nisirtcn Bürger- und Handlungs-Schule ist indessen für eine Stadt, wie Magdeburg, zu schreiend, als daß demselben in der Zeit eurer allgemeinen neuen Or- ganisazion nicht auf das baldigste wird und muß ab ­ geholfen werden. Die Wiedererweckung einer Scpa- rat-Anstalddiescr Art in hiesiger Stadt wird denn aber natürlich einen sehr wesentlichen Einfluß auf die Fre ­ quenz des Pädagogiums haben. Die Sttpeudren-Fonds endlich werden durch das Uebermaaß der Kriegslasten, welches auch sie und die Kassen, aus welchen sie stießen, treffen mußte, sehr vermindert und zur Auszahlung mehrerer ganzer Sti ­ pendien hat noch immer nicht wieder Rath geschafft werden können. Die Magdeburgischcn Pcovinzial- Frertische zu Hatte haben außerdem nun ihre Existenz ganz verloren. Dieser Mangel an Unterstützung für Scudircnde und so manche andere zusammentreffende Zeilumstande müssen die Zahl derer, die sich den Stu ­ dien werden widmen können und wollen, äußerst ver, mindern. Es mag nun wohl seyn, daß diese Zahl bis ­ her das richtige Verhältniß der Erwerbs- und Gelehr- ten-Stäude überstieg. Immer aber bleibt verminderte Schuiftequenz eine natürliche Folge von der Verringe- geruvg der Zahl derer, die sich bis zur Reife fuv die Universität auf Gelehrten-Schulen fortbilden. Uebrigens ist bei dem Pädagogium seit mehrcrn Jahren Alles so ziemlich unverändert geblieben. Das Einzige, was man als eine neue Einrichtung nennen könnte, ist die Anlegung einer besondern Unterrichts- Klasse für solche Schüler, welche die lateinische Sprache nicht lernen wollen. Dies soll indessen keineswegeö eine bleibende Einrichtung werden. Nur remporelle Noth ­ wendigkeit erforderte diese temporelle Anordnung. Die ältere hiesigeHanVlungS-Schule, welche sich nicht blos dem hiesigen und näher wohnenden Publikum so vor ­ züglich empfohlen, sondern dis zu den entlegcndsten Handelsplätzen unsers Welttheils hin einen bedeuten ­ den Nameit erworben hatte, loßte sich mit Michaelis 1828 gänzlich aus, nachdem schon vorher der Ruf der Kostbarkeit und-das Entstehen ähnlicherIustttute ihrer Frequenz geschadet, dann aber der Krieg die vorhan ­ denen Zöglinge zerstreuet hatte und aus längere Zeit keine neue aus der Ferne herkommende Schüler erwar ­ ten ließ, ein Fort-Erhalten der Anstalt aber aus Hoff ­ nung besserer Zeiten, bei dem gänzliche» Mangel alles eigenen Fonds und aller höher» Unterstützung von nie ­ mand verlangt werden konnte. Zwar war schon vor ­ her neben ihr ein zweites wohlfeileres ähnliches Insti ­ tut unter dem Namen der Handlungs-Schule hier ent ­ standen und dauert noch jetzt fort. Aber sehr natürlich haben zwei neben einander bestehende ähnliche Anstal- i8o