Von dem Gebrauch des Glaubersalzes. so oft ->n mir geschehene Abfordemng eines GebmuchzettelS des Dlanberischen Satze», macht mich so dreist, nach dem Beyspiel anderer, und besonders der Gravenhorstischen Fa ­ brik in Brannschweig, durch dieses das Nöthige davon anzuzeigen. — Man denke sich aber unter dem Glaubersalz kein universelles Arzeneymittel, welches alle kränkliche Infalle unsers Körpers schlechterdings zu heben vermögend sey; auch keines, welches bey wichtigen Fallen ohne den Rath eines Arztes unausgesetzt angewandt werden könnte. Nein, beydes ist cs nicht; und ob es gleich wider alle Krankheiten, die von einer Übeln Verdauung herrühren, nach der einstim ­ migen Erfahrung der Aerzte, das sicherste Mittel ist, so möchte ich eS doch nicht wagen, das Glaubersalz so allgemein, wie es andere gewohnt sind, zu empfehlen. — Es wird immer, wenn es auf nachgesetzte Art zum innerlichen Gebrauch vorbereitet worden, bey denen Krankhei ­ ten, deren Grund in den ersten Wegen des menschlichen Körpers zu finden ist, und sch durch den verlohrnen Appetit zum Essen, durch Uebclkcir, durch Magendrücken, durch Blähungen, durch Kopfschmerzen, durch Leibesschmerzen, durch Hartleibigkeit oder Verstopfung, durch den Durchlauf, durch das Verhalten oder Schneiden des Urins u. s. f. zu erkennen geben, das scinige thun; und besonders demjenigen, der blos die Absicht hat, ausführende Mittel zu gebrauchen, als das beste und wohlfeilste zu wählen, übrig bleiben. Weil aber die oben ange ­ führten ersten Kennzeichen einer schwankenden Gesilndheit des Körpers auch von andern Ursachen, als von einer schlechten Verdauung herrühren können, so enthalte ich mich, hierüber alles weitere ui sagen, was ich nicht verstehe. Ich habe also nur anzuzeigen: i) Die beste Vorbereitung dieses Salzes, a) als Larirmittel zum einmaligen Gebrauch, b) als gelinde abführendes Mit ­ tel zum anhaltenden Gebrauchund 2) die Kennzeichen eines ächten Glaubersalzes und dessen beste Aufbewahrung. i) a) Wer blos die Absicht hat, ein Laxir- oder Purglrmittel zu gebrauchen, trift das beste unter allen bekannten l'm Glaubersalz an. Eine envachscne Person hat zu diesem Behuf zwey Loth krystallinisches - oder ein Loth trockenes und in Pulver zerfallenes Salz nöthig. Wer schwer Stint Larircn zu bewegen ist, nimmt diese Portion anderthalbmal. Man laßt die ganze Portion in einen Thcetopf voll warmen Wassers zergehn, schüttet sie in ein Glas und so viel kaltes Wasser dazu, als man nöthig findet, um es mit einmahl austrinken zu können. b) Der anhaltende Gebrauch des Glaubersalzes hat folgende Art, als die beste Vorbei rcitung zum innerlichen Gebrauch in allen Fallen, nur die Veymischung zu andern Mitteln aus ­ genommen, nöthig gemacht. Man schüttet in diesem Fall in eine Flasche so viel Loth Glauber. salz als die Flasche Pfunde oder Nösel Wasser fassen kan, und gießt hierauf dieselbe ganz voll gutes, kaltes Quell- oder Brunnenwasser. Das Salz wird bald in dem Wasser gänzlich zer ­ flossen, wenn man nur dann und wann die Flasche schüttet, welches sich sodann aufgelöst er ­ halt und keines weitern Schüttelus bedarf. Man wähle zu dieser Allflösimg kein hartes oder kalkartiaes Wasser, weil das Salz weit ehender dadurch zum Verderben geneigt wird, welches zwar allemal geschehen wird, wenn die Salzanflösung lange steht ohne gebraucht zu werden. Es ist daher rathsam, nie mehr als eine Flasche voll, kurz vor dem Gebrauch, auf obige Art zu bereiten. Der Gebrauch dieser Salzaustösung besteht darinn: So bald man einen Mangel an seinem Gesundheits- Zustande wahrnimmt, so nehme man von dom aufgelösten Salze alle zwey Stunden ein gewöhnliches Weinglas halb voll. Dieser Gebrauch wird bisweilen in einer kürzern oder langem Zeit ein Lariren und selten ein Erbrechen erregen. Man lasse sich aber durch diese Wirkung nicht irre machen, und fahre nach angezeigter Weise fort, bis während dem Gebrauch