f»ßrlkanten Johannes George in Marburg ar- Helten, gleichfalls eine Pistole. Mehrere Pror Heu aus Armen und Waisenhäußern in Cassel u. Marburg welche zu späte und als Arbeitsproben der Kinder überhaupt djeßmal nur einkamen, zei-- gen die Hoffnung dieser die Armen ganzer Länder nährenden Spinnerey. Angewendeter Fleiß in Arbeiten, auf welche kein Preiß gesetzt war, erkennt die Gesellschaft als Beweiß, der ihr gnädigst gegebenen Landes« väterlichenAbsichten und den Beruf sie als patrio» tisch anzupreisen, auch nach Umständen und Ver ­ mögen zu belohnen. Diesmal zeigte sich folgen ­ des. Die durch eine Medaille und die verdiente Lo ­ beserhebung andern Haußmüttern im Lande als Nachahmungswerth schon angeprießne Frau pfarrin Habicht zu Carlshaven hatte auch dieß, mal zum Beweiß der von ihr empftmdnen öffent ­ lichen Ermunterung ein Stück Linnen mit Cala- manc Sitzstreifen nach Art der Calamanke, Piquee von Hessischem Flachs, ein rothes und blaues Stück braun Linnen zu Weiblicher Klei ­ dung von inländischen Flachs, alles nach ihrer ei ­ genen Angabe gemacht, eingeschickt. Sie giebt also den ruhmwürdigen Beweiß, daß man durch Benutzung einheimischer Vortheile in manchen Bedürfnissen, sich von denen oft kostbaren Aus ­ gaben an auswärtige, zum Theil unabhängig machen könne, wenn man wolle. Der Gemeine Ernsthausen,Amts Frankenberg, wird wegen Verbesserung eines sonst grundlosen Hudebezirks das öffentliche Lob hierdurch er ­ theilt. Da der schon mit Lob genannte Förster Dehncrczu Roda solches durch seine Aussicht be ­ fördert hat, und der Grebe- Adjunctns Trusheim daselbst, solches vorzüglich durch Abzugsgraben bewirkt, so erhält jeder von den beyden fleisigen Männern, eine mit seinem Flamen bezeichnete Medaille zu ihrer eignen und andrer Ermunte ­ rung. Der LeinweberFriedrich Herborth von Wolfs- anger, erhalt wegen eines schönen Stücks fein und gut gearbeiten Linnens eine Pistole. Michael Burchard Ablenschmid Meister in Schmalkalden wird wegen eingeschikter Proben seiner Arbeit gelobt. Vonpreistschrifren über die im vorigen Jahr gegebene Frage: von Verbesserungs-Mitteln verwiesen überhaupt, und der insbesondre in Hessen, waren vier eingekommen. Eine hatte sich'zwar über künstliche Wasserung nickt ohne practische Kenntniß, auch durch beygefügte Zeich, nung gezeigt, enthielt aber übrigens nur die über dies!» bisher viel behandelte Materie schon be ­ kannte Sachen. Die Andre hatte dieß leztre zum Theil faßlich vorgetragen, dock so, daß manches nöthige vermißt wurde; eine Dritte zeigte den guten Willen eines wohldeukenden Landmannes. Allem die Abhandlung mit dem Wahlspruch: O fortunatos nimium sua ii bona normt Agrícolas! erfüllte nach aller Mitglieder einstimmigem Ur ­ theil, durch gründliche Kenntniß, redende Ersah« rung und zweckmäßige litterarische und ökonomi ­ sche Ausführlichkeit, die Erwartung der Gesell» schaft. Bey Eröfnnng des versiegelten Namens, fand sich als Ihr Verfasser Herr Georg Sebastian Mund, erster Pfar ­ rer der Markckirche und Eonsistorialis zu Goslar. Die Gesellschaft erkannte also dem Verfasset den ausgesehen Preiß von zehen Pistolen zu. ' Die Gesellschaft wird das ihrige thun, sie durch den Druck so gemeinnützig fürs Land zu machen/ als möglich; allein die Patrioten des Vaterlan ­ des werd«'" es, weil sie für solches gegeben ist, an ihrem Theil auch möglichst zu bewürben suchen. Endlich fand die Gesellschaftes vor zweckmäßig den nunmehrigen durch seine ökonomische Kennt ­ nisse und Erfahrungen berühmten Marburger .Professor derCameralwissenschaftenHerrn Jung, 'in dessen Person, des Durchlauchtigsten Be ­ schützers weife und gnädigste Absicht daselbst dem Vaterland einen Lehrer, eines so nothwendigen und gemeinnützigen Unterrichts geben wollte, bey Höchstdenenselben als ordentliches Mitglied in üniertbänigsten Vorschlag zu bringen, und den Herrn Hofgerichtsrarh und Professor Sommer- ring zu Maynz, als einen auswärtigen Gelehrten von bekanntem Verdienst, zum Ehrenmitglieds. Des Herrn Landgrafen Hochfürstl Durch!, ha ­ ben solches auch schon gnädigst genehmigt. Am Schluß dieser feyerlichen Sitzung der Ge ­ sellschaft wurden des Herrn Geheimen StaatS- Minifter von der Malsburg Excellenz zum dießjährigen Präsidenten, der Herr Dämmer» herrauch Driegs- und Domainenrath von Iasmund aber zum vice-Präsidenten, der Gesellschaft des Ackerbaues u»d der Künste, von l den Mitgliedern gewählt. Cassel den 28ten May 1787. M. I. C. G. Casparson, Rath, P. und der Gesellschaft beständiger Sekretair, auch Mitglied derChursächsi- schen ökonomischen Gesellschaft zu Dres ­ den.