Z 66 ’»cVi 24tes Stück, x : Besondere Avertissements. 1) Bey der anheute mit bekannter guten Ordnung und den vestgesetzten 8o!ennIt«ten vollzogenen I28ten Ziehung der dahiesigen Hochfürstl. Hessen - Cassellischen gnädigst garantirten Zahlen, Ootteria sind die Nummern: 34. 89. 80. 84. 49. ans dem Giücks-Rade gezogen worden. Die i2yte Ziehung geschiehet Mittwochens; den zoten Juniuö und so fort, von drev zu drey Wochen. Cassel den yten Jun. 1779. General-Direction der Hochfürstl. Hess. Lasslliichen gnädigst guranrirren Zahlen-Lottene. 2) Ein gewisser Diebstahls!) Aber jüagstyin alhier gefänglich eingezogener Jude der sich Hersch 2lron nennt, und welcher untergesetzter mittler Statur, schwarz bleicher Gesichtsfarbe, von schwarzen krausen Haaren und jchwarzbrauuen Augen, daneben als ein besonderes Kennzeichen ziemlich stark schichlr, seiner Angabe nach 31 Jahr alt, und der der) seiner Arrctirung einen blauen Rock getragen,, und in dessen rechten Seite ein Gewächs, wie eine kleine Faust dick, auf dem rechten Schuirerblat aber, ein dem Aufessn nach ausgeschnittener, und auf dem Un ­ ken Gchulterbiat ein »roch merkliches Brandmahl, wie ein Kad gestaltet befindlich ist, von Re ­ ckendorf im Bambergischen gebürtig seyn will, sein Vater aber Hersch Loeb, ein Iuden-Schul- meister zu Hamburg gewesen, und tod seyn soll: und bey welchem sich unter andern nachfol ­ gen de verdächtige Sachen, als: 1) eine französische goldene Sackuhr in einem einfachen Ge ­ häuse von Chagrin, und wornmen inwendig der Name des Meisters le Roi mit der Zahl 907 n Paris befindlich, nebst einer gewundene» einfachneo tombachern Kette, in deren Mitte sich ein Frauenzimmer Portrait befindet, 2) ein silbernes L-chreivzeug so gravirt und worauf sich obern ein geschlungener Namenszug eingestochen findet, in einem roth ledernen Futteral, 3) ein sil-- den» vergolderes Flaschgeu mit einer kleinen Kette, oben mit 13 kleinen Diamanten besetzt, 4' eine silberne Schnupftobackvdose, muschel,nasig geformt und mit allerhand Iagdfiguren bezeich net, inwendig vergoldet, 5) ein Paar 4ecktige Heine silberne Hosenschnallen mit Steinen besitzt, •- 6) ein wittelm,äfiger Meerfchaumern Pseife»topf, stark mit silber beschlagen, 7) ein goldener Mannsring mir einem rothen Tafelstein, worinn ein einzelner alter Kopf gestochen, 8) ein dito mit 2 kleinen rothen und uit werssn geschliffenen SteinMn besetzt, und en Rosette gefasst, 9) ein dito schwarz emaillirt, worinn ein einzelner platt geschliffener Diamant gefaßt, 10) ein paar goldene gedoppelte Ermelknöpfe von durchbrochener Arbeit, n) ein paar einzelne silberne Ermelknvpfe mit geschliffenen Steinen grün nute»legt, und worinn ein feiner Namenszug mit Goldfaden befindlich, 12) ein paar durchbrochene platte silberne Schuh - und Dosenschnallen, lg) ein paar neue Frauenzimmer-^chuhblätter von grünem Stof mit Silber gestickt, 14) ein holländisches Messer mit einem weissn Stiehl in einem Futteral, iZ) eine lederne- leere Geld- gorde, 16) ein Gesteck Messer und Gabel mit schwarzen Stielen, 17) ein paar schwarz seidene Mannsstrümpfe, 18) 6 Elen roth Frai zlu-nen, 19) 2 Elen dunkelblauen Rasch, 20) ein ohn- beschlagen Spanischrohr vorgefunden haben, und wovon bis hierhin sich geäuserter Wahr ­ scheinlichkeit nach, er kein rechtmäsiger Besitzer ist. Da nun zu Fortsetzung der Inquisition weiters vor dienlich erachtet worden, daß diejenige, welchen dergleichen Sachen etwa gestoh ­ len, oder sonst dieses Inhaftaten halber, weiters gegründete Nachricht geben können, eingeladen werden; als wirb solches hiermit öffentlich bekannt gemacht, damit diejenigen, denen eines oder das andere von diesen vorbeschriebenen Sachen gestohlen worden, sich alhier melden mö ­ gen, anch das Gericht, wo dieser Juqursite qebrandtmarkt worden, um weitere Nachricht cum communiegtione der Acten in sudstcUnm jußitiae gebeten wird, welches man dann in der ­ gleichen Fällen jedesmahlen zu erwiedern so schuldig als bereit ist. Marburg den 20. May 1779. Carl Gottfried Hille, J.v.L. Lürstl. Hessischer Gverschulcheiß u. Lriminal-Richrcr. 2) Nach-