Text: Bl.1v bis 4T Kalendarium in Form der alten Kanontafeln (zweispaltig oben und unten mit Tierkreis- und Apostelbildern). Bl. 4 v späterer liturgischer Zusatz (anscheinend Fortsetzung zu der unleserlich geworden Seite Bl.1 F). Bl. 5 P ff Über die Horen-Einteilung u. a. Bl. 10 P beginnen die Psalmen auf bunter Majuskelseite mit Psalmen 1, sie umfassen den Hauptteil des Bandes bis Bl. 12711 (Ende von Ps. 150). Bl.128P bis 137 v schließen sich daran die Cantica, weiter Bl. 13811 das Symbolum Athanasii, Bl.139F beginnend mit Kyrie die Litanei [zum Teil ausgekratzt], Bl. 141 F bis 145 v verkürzt und mit zahlreichen Schabestellen das Officium mortuorum. Bildschmuck: Die Initialen sind sehr unbeholfen und wenig sorgfältig ausgeführt, ebenso die Evangelisten- und Tierkreisbilder des Kalendariums, die meist stark die Farbe verloren haben und daher lediglich noch durch die formal-zeichnerische Auffassung interessieren können. An ganzseitigen Miniaturen sind vorhanden: Bl. 5 v Kreuzigung, Bl. 6v Himmel- fahrt, Bl. 7 v Verkündigung, Bl. 8T Geburt, Bl. 9T Der thronende Christus mit den Evan- gelistensymbolen, ferner Figuren (meist mit unbeschriebenem Spruchband) in den Initialen: Bl. 27 v, 40 F, 52Pv, 63 v, 77 F, 88 F, 89 v, 101 v, 128 F, 141 F, außerdem die ge- nannte farbig grundierte Majuskeltafel mit Goldbuchstaben. Kunstgeschichtlich haben die naiv und handwerklich-ungeschi-ckt mit Blau, Rot, Grün und Gold ausgetuschten Illu- strationen kaum irgend welchen Wert, sie gewinnen lediglich Bedeutung durch die grobe altertümelnde Holzschnittmanier der Zeichnung und Anlage, die hier wohl mit Sicherheit wenig gelungene Kopien sehr viel älterer Buchmalerei vermuten läßt. Entstehung, Geschichte, Herkunft: Über die Schicksale des Codex läßt sich nicht mehr sagen, als daß er aus dem Peters- stift in Fritzlar stammt, wie uns das dem Deckel aufgeklebte Eigentumszeichen mit den gekreuzten Schlüsseln über der Bibel und Tiara verrät. 1802 wird er mit den übrigen Fritz- larer Bänden (vgl. unten S. 84 ff.) nach der Säkularisation des Stiftes in die Kasseler Landes- bibliothek gelangt sein. 4. Niederländisches Stundenbudl (Getydenboek): so Mss.the0l.13. Beschreibung: Pergt.Hs. 15. Jahrh. 185 Blätter [unvollständig] (22 Quaternionen, davon die 9. mit 7, die 2. 3. 13. 16. mit 9, die 12. mit 10 Blättern, dazu 5 Anfangsblätter, Schluß fehlt). Blatt- größe: 13,5)(9,5 cm, Schriftspiegel: 8X5,5 cm, durchschnittlich 16 Zeilen. Rote Über- schriften und Abschnittbezeichnungen. Einige spätere Zusätze im Kalendarium. Ein- fache rote und blaue und kunstvolle kolorierte Initialen verschiedener Größe. Vier Miniaturen mit Bordüreneinfassung und Randleistenschmu-ck. Gleichmäßige sorgfältige Schönschreiberhand. Späte gotische Bücherminuskel des strengen Stiles. Text: B1. 2 1' bis 14 P Kalender. B1. 15 v Miniatur. B1. 16T bis 67 v: onser vrouwen getiden. [Officium beatae Mariae virginis] 16! Metten tyt (Psalm, Antiffen, Lessen, Responsorien), 27' Die Laudes, 38FfT. Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Completorium mit 3 (Vesper 5) Psalmen, Hymnus, Antiphonen, Responsorien u. a. - B1. 67 v Miniatur. Bl. 681" bis 95 v: 62