sogar die Niederschrift ziemlich genau auf die Zeit zwischen 1450 und 1460 festlegen zu können. Unter Prüfung der dialektgeographischen Momente kam er ferner (S. 31 ff.) zu dem Ergebnis, daß das Spiel aus der Gegend in und um Friedberg in Oberhessen stammen müsse. Möglicherweise hat es sogar mit dem Alsfelder Passionsspiel (vgl. unter 8) den- selben Verfasser, evtl. können auch beide Dichter zu einer „Friedberger Dichterschule" gehören. Geschichte und Herkunft: Man weiß von der Handschrift nur, daß sie sich im 19. Jahrhundert im Besitze des Oberkonsistorialrats Justi zu Marburg befunden hat und daß sie von dessen Erben im November 1846 dem damaligen Gymnasialdirektor Vilmar geschenkt wurde, aus dessen Nachlaß sie zusammen mit dem Alsfelder Passionsspiel der Landesbibliothek übergeben wurde. Ausgaben wurden von Piderit (1869), Froning (1891) und der Staatl. Kunst- gewerbeschule in Kassel (1924) veranstaltet. Ameln hat den alten Text 1926 unter Ein- fügung der notwendigen Musik für das moderne Laienspiel bearbeitet. Literatur: Ein Weihnachtsspiel aus einer Handschrift des 15. Jahrhunderts unter Benutzung einer Abschrift der- selben von Vilmar und mit dessen Anmerkungen zum erstenmale hrsg. von K. W. Piderit. Parchim: 1869. Das Drama des Mittelalters hrsg. von R. Froning, Tl. 3 (1891), S. 869 f. u. 902-939. (Kürschners Deutsche Nationalliteratur, Bd. 14.)' Köppen, Wilh.: Beiträge zur Geschichte der deutschen Weihnachtsspiele. (Diss.) Marburg: 1892. Darin S. 29 ff: Das Sterzinger Weihnachtsspiel und sein Verhältnis zum hessischen Weihnachtsspiel (ed. Piderit). Jordan: Das Sterzinger Weihnachtsspiel vom Jahre 1511 und das hessische Weihnachtsspiel. (Gymnasial- programm.) Krumau: 1902[O3. Beinhold, Erich: Über Sprache und Heimat des hessischen Weihnachtsspieles. (Diss.) Marburg a. L.: 1909. Creizenach, Wilh.: Geschichte des neueren Dramas. Bd. 1 (1911), S. 198, 223, A. 2, 249. Ein hessisches Weihnachtsspiel aus dem 15. Jahrhundert (gedr. von der Staat].Kunstgewerbeschule in Kassel, hrsg. von Alfons Niemann). 1924. Mit Holzschnitten. Ameln, Konrad: Hessisches Weihnachtsspiel. Erneuert. Mit Musikbeilage. München: 1926. (Münchener Laienspiele, Heft 26.} 8. Das Alsfelder Passionsspiel: 20 Mss. poet. 18. - Tafel 12. Beschreibung: Papier Hs. 15.Jahrh. 84 Blätter in Schmalfolioformat, (1-82 unten links alte Foliierung, nach Grein vielleicht schon vom Schreiber unter Auslassung von 77, im Gan- zen 5 Lagen zu 8 und eine zu 2 Blätter) dazu eine halbe Titelseite, 24 kleinere und größere beigelegte Blätter und Zettel mit Zusätzen und Bemerkungen. Blattgröße: 44K 15,5 cm, Schriftspiegel: ca. 39 X 12 cm, durchschnittlich etwa 49-50 Zeilen auf der Seite. Der Mittel- knick der Seite zeigt, daß es sich um der ganzen Länge nach quer gekniffte Quart-Brief- bogen (Ochsenkopfpapier) handelt, wie sie auch ähnlich bei einer gleichartigen Inns- brucker Handschrift verwandt sind. Pergamentumschlag, auf der hinteren Innenseite Schreibübung: Memor esto l vnde l de Henrico l Monast. Die Durchstrichelung der An- fangsbuchstaben und Unterstreichung der Verse, szenischen Bemerkungen und Noten- linien in Rot reicht nur bis Blatt 31 v. Grein nahm einen Hauptschreiber und drei weitere verschiedene Hände für die Zusätze an; vgl. Greins Zuteilungen S. XI ff. und die ab- weichende Ansicht bei Froning S. 547 ff. sowie die eingehende Kritik bei Legband S. 399 ff. Gotische Kurrentschrift des 15. Jahrhunderts mit abgesetzten Zeilen. 45