Verse sind unabgesetzt, aber mit Schlußpunkten geschrieben. Große rote Majuskeln nach Sinnesabschnitten, reiche Rotstrichelung der Versanfänge und Eigennamen. Vgl. im übrigen die genaue Beschreibung bei Baesecke S. XXIX ff. Text: Die vier zusammenhängenden Bruchstücke enthalten im Ganzen noch, abgesehen von einigen überschüssigen Worten 692 Verse, die genau ein der Anordnung der Blätter bei Grimm im Sendschreiben S. 13_32 urkundlich abgedruckt und dann in ihrer Herstellung S. 33-52 mit Versabteilung noch einmal zum Vergleich aufgeführt werden. Baesecke, der sie in seiner Ausgabe in den Gesamttext einfügte, stellte den Bruchstücken S. 20 ff. den vollständigen Paralleltext der Heidelberger Handschrift aus dem 14. Jahrhundert gegen- über, er fügte auch S. LI seine von Grimm abweichenden Lesarten hinzu. Auf Seite 10, rechte Spalte, Zeile 9 von unten, findet sich gerade an der am meisten beschädigten Stelle, aber doch noch genügend erkennbar: ichezare der Beiname des Dich- ters: der Gaukler, Schauspieler, also ein Fahrender war es. Sein Name Heinrich (zwei Zeilen tiefer) war Grimm offenbar noch gut erkennbar; er schreibt (S. 11), daß dieser Name durch die zwischen die Buchstaben eingetragenen roten Striche geschützt sei, heute ist nur noch der Schluß einigermaßen deutlich. Auf den beiden darunter folgenden Zeilen trifft man dann auf: wisingnes DON (Isingrines nöt Vers 1790) nach dem dann nach Vor- schlag Grimms der Titel gebildet werden konnte. Entstehung: Der Ursprung der Handschrift ist unbekannt. Nach Grimm ist die Entstehung für das Ende des 12. oder den Anfang des 13. Jahrhunderts anzunehmen, nach Baesecke (a. a. O. S. XXX) können die Bruchstücke noch ins 12. Jahrhundert gehören. Geschichte und Iiterarhistorische Bedeutung: Über die Stellung der Bruchstücke innerhalb der Überlieferung und als Bindeglied zwischen den französisch-flandrischen und niederdeutschen Fassungen vgl. die Einleitung bei Baesecke von ihm und Voretzsch und die weitere dort angeführte Literatur. Jakob Grimm war von Jugend auf für die Tierdichtun-g begeistert. Schon 1812 wurde ein aus- führlicher Aufsatz in Friedrich Schlegels Deutschem Museum (vgl. K1. Schriften 4. 1869. S. 52) zu einer begeisterten Fanfare, mit der die Herausgabe des alten Reinhart Fuchs durch die Brüder Grimm in Kassel angekündigt wurde. Dieses stolze Versprechen hat allerdings noch ziemlich lange auf seine Erfüllung warten lassen. Während seines Auf- enthaltes in Frankreich 1814 machte J. Grimm weitere Studien zu dem französischen und belgischen Zweig des Sagenkreises. Für Ostern 1818 wurde ein umfassender Plan eines zweibändigen Werkes angekündigt, das in der Realschulbuchhandlung in Berlin erscheinen sollte und dem man neben einer Untersuchung der Tierfabel überhaupt Abdrücke von alt- deutschen, lateinischen, altfranzösischen, altflandrischen und plattdeutschen Fassungen beigeben wollte. (Vgl. das in das Expl. 8" Mss.p0et. 1. am Schlusse eingeklebte Blatt der Ankündigung.) Erst 1834 kam der Reinhart Fuchs heraus. Von diesem Werk sagt Voretzsch mit Recht (S. V seiner Einleitung), daß alle Tierepenforschung von ihm ausgehe und zu ihm Stellung nehmen müsse. Zu ihm bildete das Lachmann-Sendschreiben 1840 mit dem Abdruck dieser Bruchstücke die wichtige Ergänzung. AIX