Literatur: Faksimiles: 1. Grimm, Wilhelm: Exhortatio ad plebem christianam. Glossae Cassellanae in: Abhandlungen der Berliner Akademie, histoxn-philol. 1846 (1848), nach Seite 511 auf drei Blättern: A bis D. 2. Monaci, E.: Facsimile di antichi manoscritti per uso delle scuole di filologia. (1881), f0l.No.7und8 [:4Seiten] photogr. Reproduktion, die von Steinmeyer als wenig gelungen bezeichnet wird. 3. Koennecke, Gustav in seinem „Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationalliteratur", Marburg 1887, S. 8, ebenso 2. Aufl., 1912, S. 9, nur ein Stück [Bl.14r ohne die letzten Zeilen]. Literatur: W. Grimms Abhandlung 1846 [s. 0.], S. 425-437. Müllenhoff, K. u. W. Scherer: Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8. bis 12. Jahrh. 1864, S. 441 bis 447. - 3. Ausg, v. E. Steinmeyer, Bd.2, 1892, S. 323-331. Steinmeyer, Elias von: Die kleineren althochd. Sprachdenkmäler. Berlin: 1916. S. 49-54. (Hier auch alle weiteren einzelnen Literaturnachweise.) 3. GIOSSEIG CEISSGHEIIIEIC. Teilabsdlnitt der Sammelhs. 4" Mss. theol. 24. Beschreibung: Auf Blatt 15 P bis 17 v: altdeutsche Glossen mit einem lateinisch-deutschen Gespräch- büchlein; B1. 15 P und 16 v dreispaltig, B1. 15 v und 16' zweispaltig und Blatt 17 P v unab- gesetzt beschrieben. Vgl. den seitenmäßig genauen Abdruck bei Grimm S. 498-503. Entstehung: Daß die Niederschrift der Glossen in dem aus Fulda stammenden Codex gleich- zeitig mit der Exhortatio im 9. Jahrh. erfolgte, ist kaum bestritten. WVährend Eckhart die- selbe Schreiberhand annahm, machte W. Grimm auf zahlreiche Unterschiede aufmerk- sam. Er riet nicht nur auf verschiedene Schreiber für Exhortatio und Glossen, sondern auch innerhalb der Glossen noch auf zwei Schreiber und begründete dies dann im ein- zelnen aus Schrift und Sprachformen so überzeugend, daß sich die späteren Forscher ihm hierin anschlossen. Den bayrischen Ursprung erkannte Eckhart (Comm. I, 441) schon; ob die Niederschrift in Bayern oder in Fulda erfolgte, läßt sich nur im Zusammenhang mit der Exhortatio und, wie dort erwähnt wurde, nur unter gewissen zweifelhaften Voraus- setzungen in bestimmtem Sinne entscheiden. Geschichte und philologische Bedeutung: Joh. Georg von Eckhart wurde in den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts, wahr- scheinlich nach seiner Übersiedelung zu den Benediktinern in Corvey, durch den hessischen Bibliothekar J oh. Herrn. Schmincke für die Handschrift interessiert. Die Exhortatio hatte er bereits 1713 in seinen Monumenta Catechetica theotisca veröffentlicht, die Glossen fügte er nun 1729 im Wortlaut „mit weitläuftigen Anmerkungen" (Grimm) in seine Commentarii l, 853-63 ein. Dann hat Graff bei einem Aufenthalt in Kassel den Text der Handschrift neu verglichen und die abweichenden Lesarten und Berichtigungen zu Eckharts Abdruck in Diutiska Bd.3 (1829) S. 211 f. mitgeteilt, außerdem hat er die Glossen in seinen „Alt- hochdeutschen Sprachschatz" (vgl. Tl.1, 1834, S. XXXVIII) aufgenommen. Die grund- legende, kritische und sprachlich ausführlich kommentierte Ausgabe schuf W. Grimm dann 1846. Grimm gab auch eine Einteilung dieses Realglossars nach den benannten Gegen- ständen und Wesenheiten des Inhalts: 1. Teile des menschlichen Leibes, 2. Haustiere, 3. Haus und seine Teile, 4. Kleidungsstücke, 5. Hausgerät, 6. Verschiedenes. Er erkannte außerdem Ähnlichkeiten mit dem Vocabularius S. Galli. 38