Herkunft: Der Codex enthält ein eingeheftetes Doppelblatt, das - von einer Hand des 17. Jahr- hunderts geschrieben - sonst undatiert und namenlos den Vermerk trägt: „Bericht wegen deß griechischen Manuscripti"; es berichtet naiv über „Das in dem Kirchen Rath gefundene griechische Buch". Da nach Dunckers Feststellungen (a. a. O. S. 221 f.) die Handschrift un- zweifelhaft zu den Erwerbungen gehört, die der Kasseler Landesbibliothek aus der Heidel- berger Hofbibliothek, der sogenannten jüngeren Palatina durch Erbschaft 1686 zuflossen, so hat er wegen des „Kirchenrates" in Heidelberg nachgeforscht, aber keinen Anhaltspunkt ermitteln können. Nach Zangemeisters Meinung besagt die Bemerkung nicht mehr, als daß der Codex „sich auf dem Büro oder bei den Akten dieser Behörde zufällig vorfand". Duncker vermutete daher, daß dieser wertvolle griechische Codex wahrscheinlich zu den wenigen Stücken gehört, die durch einen glücklichen Zufall vor der Entführung nach Rom bewahrt blieben. Er findet seine Ansicht bestätigt durch den im 16. Jahrhundert aufge- stellten Catalogus Mss. Graecorum Biblioth. Palat. von Friedrich Sylburg, der drei Thuky- dides-Handschriften aufführt, die sich im Vatikan und in Heidelberg befinden. Damals gehörte also dieser Thukydides nicht der pfälzischen Hofbibliothek an. Worauf sich aller- dings Dunckers Annahme der Heidelberger Herkunft stützt, sagt er nicht, auf dem ein- fachen abgegriffenen Ledereinband finden sich weder Eigentumsvermerk noch kurpfälzi- sches Wappen. Lorenz Begers Katalog führt allerdings unter lit. Z in 2 0 Nr. 4 ein Mscr. von Thukydides auf, aber ohne jede weitere Angabe. Literatur: Ausg. QuvxvJ1.'Jov...ß.ßl1'a 51m6. Thucydidis de bello Peloponnesiaco libri 8 cum adnotationibus integris HennStephani et Joh.Hudsoni. Editionem curavit Car.Andr.Dukerus. Amstelaedami: 1731; vgl. dazu Siegm.Jac.Baumgartens Nachrichten von merkwürdigen Büchern Bd. 4, St.21 (1753), S.276. dass. Ad ed. C. A. Dukeri cum omnibus auctariis recusi. Accesserunt variae lectiones duorum codicum, animadversiones Joh. Christoph. Gottleberi. Coeptum opus Car. Lud.Bauerus. vol. I. 1780. II cur. Beck 1804. dass. ex recensione Immanuelis Bekkeri vol.1-3. Berolini: 1821. dass. subjecit Ern. Frid. Poppo. P. 1-4. Lipsiae: 1821--1840. dass. ad optimorum librorum fidem . .. recens. Franciscus Goeller. vol.1, S. 35 ff. Lipsiae: 1826. dass. curante Roh. A. Morstadio. vol. 2, S. LI. Francofurti a. M. 1835_ dass.ecodicibus recognovit, annotatione instruxit, scholia Graeca adjecit Karolus Hofmannus Hassus. vol. 1.2. Mosquae: 1840. 1843. dass. ad optimorum librorum fidem editos explanavit Ern. Frid. Poppo. Ed. 3 cur. J. M. Stahl. vol. 1, sect. 1. Lipsiae: 1886. dass. ad optimos codices denuo ab ipso collatos recensuit Carolus Hude. Tom. 1.2. Leipzig: 1898. 1901. Doberentz, Aem.: De scholiis in Thucydidem (in: Dissertationes philologicae Halenses vol. 2 (1876)), S. 221 ff. und ders., De scholiis in Thucydidem quaestiones novae. Magdeburgi: 1881 (Progn). Außerdem vgl. für weitere allgemeine Literatur: Wilh. v. Christs Geschichte der griech.Lit.6.AuI1.Tl.1 (1912), S. 493 (Handb. d. klass. Altertumswiss. Bd. 7) und Jb. über d. Fortschr. d. klass. Alt. 100 (1900), S. 171 HZ; 125 (1906), S. 16611.; 138 (1908), S. 119111; 178 (1919), S. 205 Hi; 195 (1924), S. 193 5.; 217 (1926), S. 15511. 2. M. T. Cicero De inventione rhetorica u. 11.; 4"Mss.phil0l. 3. Beschreibung: Pergt. Hs. 11. Jahrh. 146 Blätter mit am Anfang bezeichneten Quaternionen (getrennt für Cicero II-XI, wobei die VII 11 Blätter, die XI 6 Blätter hat, und Boethius L-VIII, von