äecfi Oovxvöfdqv röv Ülögov röv yävog Kexgorrldqv, myvi Iovll. 7' roü ofylov poigrvgog Iaxlvßov N. 1' "Erovg .. Die hier dann angefügten Zahlzeichen sind durch Rasur unleserlich ge- worden, es waren offenbar ursprünglich dieselben wie die oben genannten, die dann eine Zeile tiefer mit dem besprochenen Zusatz wiederholt wurden. Der genannte Märtyrer und Heilige Hyacinthus kommt am 3. Juli im griechischen Kalender vor. Duker fügte noch hinzu, daß die so ermittelte Zeit von 1252 auch mit den paläographischen Merkmalen der Schrift übereinstimmen würde, sie ist auch späterhin nicht bestritten worden. Geschichte und philologische Bedeutung: Berühmt geworden und zu Ehren gekommen ist der Kasseler Codex durch den niederländischen, aus Westfalen stammenden großen Philologen Karl Andreas Duker (1670-4752), der für seine epochemachende Thukydides-Ausgabe, die seinen Ruhm be- gründete, 1731 besonders die Handschrift aus Kassel heranzog, auf die ihn der Biblio- thekar Joh. Herrn. Schmincke- aufmerksam gemacht hatte und die ihm dann durch dessen Vermittlung mit Genehmigung des hessischen Regenten Prinz Wilhelm (späteren Land- grafen Wilhelm VIII.) nach Holland übersandt wurde. Während er andere Handschriften durch befreundete Gelehrte kollationieren ließ, arbeitete er den Cassellanus selbst durch. Schminckes Sohn berichtete hierüber in seinem „Versuch einer Beschreibung der Residenz- und Hauptstadt Cassel (1767)" S. 206 und verwies zugleich auf die Praefatio von Dukers Ausgabe, wo dieser dankbar über das ihm erwiesene Entgegenkommen quittierte. Hirsching (a. a. O. II, 2. S. 245) wiederholte dann 1787 einfach verkürzt diese Mitteilungen. Die Be- deutung, die Duker dem Codex für die Überlieferung zuschrieb, ist auch weiterhin zu- nächst nicht gemindert worden, da die späteren Ausgaben immer auf Duker fußen mußten. der gegenüber der Ausgabe von Hudson (1696) die Anzahl der benutzten Handschriften wesentlich vermehren konnte und weitgehend die abweichenden Lesarten notierte, so daß ihn ein Zeitgenosse, der Magister Delphensis Joh.Kaspar Schroeder sarkastisch einen „Varielectionarius Thucydideus" nannte, was Duker zu einer temperamentvollen Zurück- weisung in seiner Praefatio zwang. Eine eingehende Würdigung der Handschriftenfrage brachte 1821 ff. E. F. Poppo in seiner umfangreichen Ausgabe und zwar in Teil 2, Bd. 1, wo er S. 16 ff. die Dukersche Ausgabe bespricht und dabei den auf den Cassellanus bezüglichen Passus der Dukerschen Beschreibung aus der Praefatio genau wieder abdruckt. Er stellt S. 26 f. eine Liste der Codices auf und prüft ihre Bedeutung. Er kommt dabei zu dem Resultat (S. 31) „C0nstat autem prima classis rursus ex tribus partibus minoribus sive tribus familiis. Quarum prima Casselanum et Augustanum complectitur, summis laudibus extollendos et omnium omnino optimos, si quidem ut Casselanus Augustanum paullulum superet ...". In der die Ergebnisse zusammenfassenden Tabelle S. 62 tritt dies dann noch einmal deutlich hervor. Diesen Optimismus hat freilich die spätere Forschung nicht an- erkennen können. Schon im gleichen Jahre hat auch J . Bekker sein Handschriften-Funda- ment mit den sieben besten Codices aufgestellt, zu denen er den Cassellanus nicht mehr rechnete, und seine Richtlinien sind auch nach der wichtigen Auffindung der Papyri trotz aller Kämpfe der verschiedenen Richtungen um die unverdorbene Tradition bis zu Wil- lamowitz und Hude im allgemeinen entscheidend geblieben. Im übrigen muß ich es mir versagen, auf die Entwicklung der Edition im 19. Jahrhundert näher einzugehen, ich ver- weise dafür auf die 3. Aufl. der Poppo-Ausgabe, die 1886 ff. von Joh.Matth. Stahl veran- staltet wurde und in Bd. 1 S. 43 ff. eine zuverlässige, klare und objektive Übersicht gibt. Sie merkt dabei an, daß speziell der Kasseler Codex unter den (bereits auf 42 gestiegenen) Handschriften neu von Karl Hofmann (der sich als Hassus bezeichnet) für seine Ausgabe 1840-43 durchgesehen wurde.