Bibliotheken, ihre besondere Schwierigkeit und besondere Bedeutung hatte. Um sie zu fördern, verlangte und erreichte Arckenholtz schon bei seinem Amtsantritt, daß das Per- sonal der Bibliothek um einen „Scribenten" vermehrt wurde; ihm fiel neben den allge- meinen Obliegenheiten, die sich auf sorgsame Behandlung und Bewahrung der Bestände, auf die Beachtung der für die Benutzung gegebenen Vorschriften und dergl. mehr er- streckten, vor allem die Führung der Kataloge -- in Konzept und Reinschrift - zu. Er- fordert wurde daher außer dem Nachweis, „daß er eine saubere und reine Hand schreibt", auch genügende Kenntnis der lateinischen und der französischen Sprache. Diese Stelle wurde am 15. Dezember 1747 dem Johann rWilhelm Wisling übertragen, der sie bis zu seinem Tode (28. August 1763) innehatte; daneben arbeitete als Registrator Röber, der im Dezember 1751 starb und 1752 durch den Registrator Johann Daniel Gerlach ersetzt wurde. In diese Zeit fällt die erste förmliche Zählung der in der Bibliothek vorhandenen Bücher, die im Oktober 1752 vorgenommen wurde und einen Bestand von 13 341 Bän- den ergab. Arckenholtz ließ die Verbindung mit seiner Heimat auch in Kassel nicht abreißen. Nach der mehrmonatlichen Reise, die er 174617 nach Stockholm unternommen hatte, nahm er 1754 abermals Veranlassung, sich für längere Zeit dorthin zu begeben. Um die Fort- führung der Geschäfte zu sichern, ließ er in einem Pro Memoria vom 19.April 1754 7") eine Zusammenfassung der Vorschriften zurück, die während seiner Abwesenheit zu be- achten waren. Obenan steht auch hier die Fortführung der Kataloge in den „übrigen Theilen der Philosophischen und Medizinischen Wissenschaften". Neben einigen weiteren allgemeinen und auch allerlei Einzelheiten betreffenden Vorschriften wird fürsorglich eingeschärft, daß im Fall eines Brandes zunächst die Handschriften, und zwar zuerst die hessischen und darnach die übrigen, sodann die „Vornemste YVerke von den gedruckten Büchern" zu retten sind. Den Schlüssel zum Handschriften-Zimmer hatte der Oberkäm- merer Du Rosey in Verwahrung. Wir wissen auch von einem weiteren Aufenthalt, den Arckenholtz ein Jahrzehnt später in Schweden genommen, haben aber keine Nachricht über den Anlaß und die Dauer dieser Reise. Die schwedischen Stände hatten Arckenholtz beauftragt, die Regierungszeit des verstorbenen Königs Friedrich eingehend darzustellen. Die Vorarbeiten für dieses Werk hatten ihn wohl öfter nach seiner Heimat geführt, veranlaßten ihn aber auch, daß er am 26. April 1766 den Landgrafen um seine Entlassung bat; stand er doch im 71. Lebensjahr, und wenn er die übernommene Aufgabe durchführen wollte, mußte er in seiner Heimat ernsthaft an die Ausarbeitung des Werkes herangehen. Am 6. Juni 1766 wurde ihm der Abschied unter lebhafter Anerkennung seiner Verdienste bewilligt - als äußeres Zeichen dieser Anerkennung durfte er ein Porträt des Landgrafen Friedrichs II., von Tischbein gemalt, in seine Heimat bringen B"). 6. Die „Revolution der Casselschen Bibliothek". Der Umzug in das Museum Fridericianum. Ehe Arckenholtz aus seinem Amte, das er zwei Jahrzehnte hindurch mit voller Hingabe und schönstem Erfolg geführt hatte, schied, konnte er noch einen neuen Beamten einführen, dessen Anstellung sich als für die spätere Entwicklung der Bibliothek außer- 79) A. L. B. II, 6. 80) M. St. A. Casseler Geh-Rats-Akten. O. St. S. 7315. Nr. 9678,