Tafel 487, 1-4 u.o Garten hinter dem Hause, bis zur Stadtgrenze, späteren Wolfsschlucht, durchgehend, vom Vorderhofe durch niedrige halbkreisförmige Futtermauer mit Gitter und Zwischenpfeilern mit Putten getrennt, über kleine Freitreppe zugänglich, mit Putten und Skulpturresten, später durch den Bau der Häuser an der Wolfsschlucht verkleinert. Haus Nr. 43. Erbaut um 1770. Bauherren Bertrand und Faure} Eigentümer 1805 Hutfabrikant Francois Faure, 1819 Kaffetier Philipp Adolph? 1835 Banquier J. M. Büding? Wohnung des Malers Louis Katzensteinß Untergegangen. An seiner Stelle moderner Neubau. Häuser Nr. 44 u. 46. Postställeß Abgebrochen 1829.13 Neubau von Bürgerhäusern 1830. Eigentümer von Haus Nr. 44 1831 Maurermeister Jakob Losch, 1833 Schenkwirt Ludwig Ehle, 1840 Kaufmann Philipp Hornstein] jetzt Kaufmann Herm. Dippel, von Haus Nr. 46 1831 Tapezier Joachim Thoele, 1834 Schneidermeister Henrich Schmidt} jetzt Kaufmann Siegfr. Levy. Gruppenbau, mit den Häusern Königsplatz Nr. 38, 40 u. 42 zusammenhängend. Steinbau, 11 Achsen, sonst wie die Häuser Königsplatz Nr. 38, 40 u. 42. . Haus Nr. 45.9 Sogenannter Fürstenhof, Fürstenhaus oder Prinzenhaus. Erbaut um 1770. Architekt ver- mutlich S. L. du Ryß" Bauherr Regierungsrat Robert. 11 1771-1785 „Lottohötel" für das von Landgraf Friedrich Il. eingeführte Lotto, das Landgraf Wilhelm IX. bei seinem Regierungsantritt wieder aufhob.12 1 Stadtplan um 1770. - ' Kataster. Brandversicherungs-Anstalt Cassel. - 3 Adreßbücher. - 4 Adreßbücher. 5 Abb. d. Königsplatzes. Aquarell v. Ph. L. Feidel. - ' Weiß, Briefe S. 160. " Kataster. Brandversicherungs-Anstalt Cassel. - e Kataster. Brandversicherungs-Anstalt Cassel. 9 Günderode, Briefe S. 40 f. Piderit, Cassel S. 312 f. Gurlitt, Barockstil S. 443. Ebe, Cicerone ll S. 258. Losch, Chroniken S. 137. Heßler, Landeskunde I 2 S. 57. Brunner, Cassel S. 291. 1" Gerland, Du Ry S. 101. Narten, Cassel S. 270. Jacobi, Hugenotten Nr. 17. - " Stadtplan um 1770. l? Engelhard, Erdbeschreibung I S. 109: „Das Lottohaus in dem neuen Theile der Königsstraße ist von dem Herrn Regierungs- rathe Robert erbauet, bey Errichtung des Lotto in 1771 aber von des Herrn Landgrafen hochfürstl. Durchlaucht übernommen, und das Lotto hinein geleget worden. Dieses wird seit der Zeit alle drey Wochen in demselben mit allen Feyerlichkeiten gezogen, und die zuletzt heraus- gekommenen Zahlen oder Nummern sind auswendig an demselben beständig auf zierlich gemahlten Tafeln zu sehen. Das fürstliche Wappen befindet sich über der Thüre aufgestellet. Und dieses an sich gar ansehnliche Haus g-iebt der Straße kein geringes Ansehen. Der Aufriß von demselben findet sich vor dem Lottokalender von 1774 und 1775." Woringer, in Mitt. d. Ver. f. hess. Gesch. 1909110 S. 83 f.: „Das aus Genua stammende (Lotto-) Spiel wurde durch Patent vom 14. Juni 1771 neben der bereits seit 1736 bestehenden Klassen-Lotterie eingeführt und war zunächst nur den Bewohnern von Kassel zugänglich. Durch Patent vom 17. Dezember 1771 wurde aber seine Wirksamkeit auf das ganze Land ausgedehnt, später auch in Marburg eine Filiale gegründet. Die Einnahmen aus dem Lotto sollten dem Unterhalte des Kasseler Armen-, Waisen- und Findelhauses dienen." Woringer, Lotto S. 24 ff: „Die größte Schwierigkeit machte die Beschaffung der Räume. Als einziges Gebäude, in dem sich schickliche Räume für die Unterbringung des Lottos vorfanden, bezeichnet Wille (Kriegsrat und Mitglied der Direktion der Lotterie) in einem an den Regierungsrat Robert gerichteten Schreiben vom 12. Juni 1771 den ,Stockholm', das bekannte an der Ecke der Mittel- und Entengasse gelegene Wirtshaus, in dem 1714 Karl XII. von Schweden auf seinem Ritt von Bender nach Stralsund übernachtete. Der Wirt im ,Stockholm', Johann George Holzschue, scheint in Vermögensverfall geraten gewesen zu sein, vielleicht lag auch eine Erbschaftsteilung oder ähnliches vor. Jedenfalls hatte das Oberappellationsgericht den öffentlichen Verkauf des Hauses, und zwar zum zweitenmale, angeordnet. Holzschue hatte sich zwar bereit erklärt, die erste Etage seines Hauses der Lottoverwaltung gegen eine monatliche Miete von 12 Talern einzuräumen. Unter den vorliegenden Umständen war es aber doch zweifelhaft, ob der künftige Besitzer des Hauses, der es im Zwangsverkauf erstehen würde, mit dieser Abmachung einverstanden sein würde. Der Landgraf wies dann auf das bisherige Quartier des Generals Müller hin, der als Vicekommandant der Stadt Kassel das Dörnbergische Haus am Martinsplatz bewohnt hatte und 1770 nach Schmalkalden versetzt war. Auch dieses Gebäude wurde für geeignet erklärt, der Landgraf entschied aber dann doch in der Geheimenrat- sitzung vom 14 Juni 1771 für die vorläufige Anmietung des Stockholms. . . . Aus der Anmietung des ersten Stockwerks im ,Stockholm' war nichts geworden; weshalb, ist nicht aus den Akten zu ersehen. Der Landgraf hatte deshalb in der Geheimratssitzung vom 10. August 1771 als Dienstraum für das Lotto vorläufig das Altstädter Rathaus bestimmt. Dies schien aber wenig geeignet. Da fand sich eine sehr passende Gelegenheit, indem der obenerwähnte Regierungsrat Robert sein von ihm in der Königsstraße neuerbautes Haus zum Kauf anbot. Man griff zu und gewann dadurch ein gut geeignetes Gebäude in bester Lage der Stadt . . . Die Ziehungen geschahen mit möglichstem Prunk. An den Ziehungstagen stellte die ständig im ,Lottohötel' befindliche Militärwache mehrere Posten vor dem Hause auf. Unter einem Fenster wurde ein mit seidenen Fransen besetztes grünes Tuch befestigt, auf dem in Stickerei das hessische Wappen und die Inschrift: ,Die heute aus dem Glücksrad gezogene Nummern sind' sich befanden. Im Ziehungssaale war eine grünbelegte Tribüne errichtet, auf der das Glücksrad so aufgestellt war, das man es von der Straße aus sehen konnte . . . Die Nummern wurden in Gold auf einem unter dem er- wähnten grünen Tuch an der Außenseite des Hauses angebrachten blaulackierten Brett aufgesteckt, wobei Trompeter und Pauker in Tätigkeit traten. An den Wohnungen der Kollekteure war der hessische Wappenlöwe mit der Überschrift: ,Hochfürstl. Hessen-Casselische Zahlen-Lotterie oder Lotto di Genua. Comtoir Nr. . . .' auf Tuch gemalt, angebracht." S. Tafel 61 Abb. 2. Über das Lotto in Cassel vgl. auch S., Reisen. Leipzig S. 87 f. Vgl. auch Stadtplan um 1770, wo die Häuser Frankfurter Straße Nr. 29 u. 31 als 1. und 2. Lotteriehaus eingetragen sind. Heidelbach, Kassel S. 48. Casseler Allgem. Zeitung 1916 Nr. 71.- aa aagaaaaa 694 aaaaaa aaaaaagaaaaä