ä Gebäude. Qääääägßääägää gelegentlichen Mitteilungen feststellen. S0 wurden 1798 die Stallungen und Remisen umgestaltet} Ende 1829 ist die Rede davon, daß die Postställe abgebrochen sind. Nach einer Notiz von Anfang 1831 wurde um diese Zeit „auch der Teil der Post abgebrochen, welcher in der Königsstraiße steht, und durch ein schöneres Ge- bäude ersetzt"! In der Tat zeigt auf einer späteren Aufnahmeß des Gebäudes dieser Teil die gleiche Höhe- wie der Vorderflügel. 1878 fiel die ganze Bauanlage, um dem noch heute stehenden aufwendigeren Neubau Platz zu machen, der ausschließlich den Zwecken des Postbetriebes dient} Lagerhäuser. Salzhäuser. Altstädter Salzhaus. 'I'afel 4, 5 u. 7. Erster Bau. An der wichtigen Straße Vor der Schlagd, die den Marktplatz mit der Schlagd verbindet, findet sich an der Ecke dieser Straße und der Schlagd auf dem ältesten, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts herrührenden Plane der Stadt" ein Gebäude eingetragen, über dessen öffentliche Bestimmung kein Zweifel bestehen kann. Der massive giebellose Bau hebt sich von den in Fachwerk errichteten Giebelhäusern der Nachbarschaft scharf ab. Den rechteckigen Baukörper deckt ein an den Schmalseiten abgewalmtes Satteldac-h. Ein großes rund- bogiges Einfahrtstor in der Mitte der der Schlagd zugekehrten Längsfront verrät den Zweck des Gebäudes als Lagerhaus, den auch die hochgelegenen kleinen Fenster anzudeuten scheinen. Welche Art Vorräte in dem solide gebauten Hause stapelten, kann nur vermutungsweise ermittelt werden. Sicher ist, daß es sich um Waren handelte, die zu Schiff ankamen und auf Wagen umgeschlagen werden sollten. Bedenkt man, daß für die Lagerung von Tuch, Leder und Getreide andere Gebäude zur Verfügung standen, so kommt man zu dem Schluss, daß das Gebäude, über dessen Geschichte nichts bekannt ist, wohl in erster Linie zur Aufnahme von Salz und zwar vor- zugsweise des Salzes bestimmt war, das in den Sooden bei Allendorf gewonnen, die Werra abwärts und die Fulda aufwärts nach Cassel verfrachtet wurdeß Bestärkt wird diese Annahme durch die Wahrnehmung, daß im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts an der gleichen Stelle das „neue Salzhaus" entstand, und durch die Tatsache, daß schon vor dieser Zeit eine Salzfaktorei in Cassel vorhanden war. Zweiter Bau. Das Entstehungsjahr des neuen Salzhauses muß zwischen 1570 und 1580 liegen? Sein Erbauer war Landgraf Wilhelm lV., der nicht nur das Salzwerk in Sooden verbesserte sondern auch den Vertrieb desselben durch Beibehaltung und Ausbau der bereits unter Landgraf Philipp bestehenden Faktorei in Cassel sicherte} ' Staatsarchiv Marburg O. St. S. 7391. - 2 Weiß, Briefe, S. 160 u. 192. - ' Schmidtmann, Erinnerungsbilder S. 26. 4 Narten, Cassel S. 292. 4- 5 Stadtplan v. Müller 1547 u. 1548. ' Als ältester Abladeplatz des Salzes in Cassel gilt die Salzwiese vor dem Werder. Von hier aus soll das Salz auf Wagen in die Stadt weiter geschafft sein. Vgl. Werder Nr. 847. 7 Schminke, Cassel S. 222. 8 Rommel, Gesch. v. Hessen V. S. 255 u. 677: „Im Jahr 1583 gab L. Wilhelm die Erklärung, nicht er, sondern sein Vater, habe den Salz-Schließ und Kauf zum bessern Vertrieb zu Cassel, Darmstadt, Gerau, Höxter, und zu Bremen angeordnet. Da das Allendorfer Salz in Ruf gekommen und hinreichenden Absatz erhalten, habe man nur die Factoreien zu Darmstadt, Gerau, und Cassel beibehalten; hier besonders, weil der Transport zu Wasser von Allendorf her zum Nutzen des Landes gereiche, (wobei man dort, wo Holzfuhr nöthig sey, die Leute selbst, hier aber Wagen und Geschirr nicht nur der Stadt Cassel, sondern auch des benachbarten Adels schone) . . . In Cassel erhielten 2 Unter- thanen des Landgrafen den ausschließlichen Salz-Verkauf für Stadt und Amt, so daß sie das Salz in verordnetem Werth von den Salz-Faktoren kauften, und bei'm Verkauf die Hälfte des Gewinnstes erhielten. Diese Salz-Verkäufer sowohl, als der Hof und die Beamten, erhielten ihr Theil _von dem Salzschreiber, dieser das ganze Quantum vom Rentmeister zu Allendorf. Nichts durfte dort außer jenem Bezirk noch außer Landes abgesetzt werden." Die Verkaufsstelle des Salzes in Cassel soll sich in den Häusern Ziegengasse Nr. 291 und 292 (jetzt Nr. 22) befunden haben. Vgl. Werder Nr. 847. Eine Änderung im Stadtverkauf trat erst unter Landgraf Friedrich I. ein. Durch Verordnung vom Jahre 1736 wurde bestimmt, daß „zum Besten des Publikums hinkünftig das herrschaftliche Salz nicht mehr an einem, sondern verschiedenen Orten in Cassel, und dazu gehörigen Ober- und Unterneustadt verkauft werden solle."