aaaßaaaaaaaaa Gebäude. ß ß ß IX ß ß x ß ß ß j ß ß Wilhelm, der an den Regierungsgeschäften lebhaften persönlichen Anteil nahm, verband sein Schloß durch einen unterirdischen Gang mit dem Kanzleigebäude, um jederzeit an den Sitzungen seiner Räte teilnehmen zu können} Der Gang, der zum Teil noch vorhanden ist,2 kam aus der Ostecke des Schlosses, lief geradewegs zur runden Bastion, übersp rang von dort_ aus den Schloßgraben in einem überdeckten Lauf und verschwand in dem west- lichen Eckvorbau des Renthofesß Der Eintritt in das Gebäude wird heute durch eine zugesetzte Türe bezeichnet. Tafel ß 11-1611 Wenn auch der Anlage der Kanzlei für die damalige Zeit eine gewisse Großzügigkeit inne wohnt, so scheint sie dennoch schon nach kurzer Zeit den mannigfachen Anforderungen nicht mehr gewachsen gewesen zu sein. Es machte sich Mangel an Räumen fühlbar, dem nur durch eine Vergrößerung des Hauses abgeholfen werden konnte. Die Erweiterung geschah an der östlichen Seite durch Fortführung der Frontlinien der Kanzlei, aber mit anderer Stockwerksteilung, und zwar noch während oder gleich nach der Vollendung des Kanzlei- baues, womit die an einem Eckquader des an der Fuldaseite vorspringenden mittleren Gebäudeteiles angebrachte Jahreszahl 1579 gedeutet werden könnte} Der äußere Maueranschluß zwingt den Vorsprung allerdings noch zur Kanzlei und auch seine Giebelbekrönung ist ganz ähnlich gebildet wie die übrigens auch untereinander geringfügig abweichenden Giebelaufsätze der Kanzlei, als deren rechter Eckabschluß der Vorsprung etwa gelten könnte. Seine innere Verfassung, die in der durchlaufenden Geschoßteilung zum Ausdruck kommt, kennzeichnet ihn indessen ebenso als einen Teil des angeschlossenen Erweiterungsflügels und prägt ihm dadurch die Merkmale eines Übergangsbaues auf, der mit diesem vielleicht gleichzeitig geplant, vorerst aber selbständig errichtet worden sein mag. 1587 waren abermals bauliche Arbeiten im Gange, diesmal an der Kettengasse, wie die in den linken Kämpferstein des Gassenportales eingemeißelte Jahreszahl kundgibt. Ob sie aber auf das gesamte Gebäude bezogen werden darf, steht dahin. Vermutlich beabsichtigte der Steinmetz nur der Portalerrichtung zu gedenken, die, wie der örtliche Befund ergibt, später als das umliegende Mauerwerk erfolgt sein muß. Immerhin können an diesem Platz bauliche Anlagen vorhanden gewesen sein, die den I-Iof nach der Kettengasse abschlossen. Einen älteren Eingang wird man auch an dieser Stelle schon mit Rücksicht auf die Nähe der Fuldabrücke anzunehmen haben. Seine Vergrößerung oder Verschönerung mochte wünschenswert erscheinen. Den Haupt- eingang von der Seite des Marställer Platzes her bildete ähnlich wie bei der ersten Anlage ein Torbau zwischen Brüderkirche und Schloßgraben. Auf älteren Stadtplänen 5 und einem Grundriß des Jahres 1722 6 erscheint er 'rare19.12u.1s als Pförtnerhaus. Seine Inschrift, die offenbar auf das anschließende Kolleggebäude Bezug nimmt, hat Winkel- Tafclaoa mann] wie folgt, überliefert: _ _ _ _ _ Quod priscis sedes Academia Dia Platonl Et qvod Aristoteli qvondam illustre Lyceum. Atqve Petro fuerat praeleum nobili Ramo Mauritio Heroi Dominanti Cattidos oris Gymnasium illustris nominis illud erat. Tantus ubi Princeps lingvas artesqve docebat; Pro summa ingenii fertilitate sui lllud idem qvondam summi fecöre Monarchae. Exemplum qvorum jure secutus erat. Ne spernas igitur factum qvod principe dignum, Suspice sed potius munera tanta Ducis. Qui Sophiae solers latebras aditusqve recludit, Nominis aeterna non sine laude sui. 1 Schminke, Cassel S. 218. Piderit, Cassel S. 113. Neuber, in Mitt. d. Ver. f. hess. Gesch. 1884 S. L III. ' ' Vgl. S. 802. ' Stadtplan v. Wessel 1673. 4 An diese Jahreszahl hat Stölzel wohl gedacht, als er den Baubeginn der Kanzlei auf 1579 ansetzte. 5 Stadtplan v. Wessel 1673. Stadtplan v. Roth 1736. Stadtplan v. Leopold 1742 u. 1757. 5 Handzeichnung Staatsarchiv Marburg. Links oben in schöner Rocailleumrahmung das hessische Wappen mit Fürstenkrone, darunter die Bezeichnung: Fürstlicher „Rehnt-Hoff 1722", darunter „C L.", in der rechten unteren Ecke: Wohnungseinteilung, links unten: „G. Mun." ' Winkelmann, Hessen II S. 282. Schminke, Cassel S. 219. EQQQEQQQQQQQQ 441 Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Vl. Cassel-Stadt. QQQE QQQQ 56