aaäääaaäaaa Gebäude. Qäääääääää "nicht nur „an dem steinwege vor der burgk undt cantzlie gearbeitet", sondern anscheinend auch ein Neubau errichtet. Wenigstens sind in einer Baurechnung des Rentmeisters Beträge verbucht für Zimmerleute, als „sie vor dem schloiße an dem baw im renthoibe gearbeyt" haben, ferner „vor 36 strigke Contzen Schelleman, als er den nuwen buw hub im renthoiffe", und „vor 6 stucke strenge Herman Steyndecker zu rusten, als er uff dem nuwen buwe dachte im hoiffe." 1 Eine Abbildung der Anlage aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bringt Müller auf seinem Stadtplan} Tafel 4,5u.7. Als Hauptgebäude erscheint ein hart an der Schlagd gelegenes, parallel zum Fluß gerichtetes längeres Haus, das mit der Stirnseite an die Mündung des Schloßwalles stößt. Seine Umfassungsmauern bestehen aus Quadern, _ sein ziegelgedecktes Dach ist an den Schmalseiten abgewalmt. Fenster, kleine rechteckige Öffnungen, finden sich nur im Oberteile der Wand. Ein Ausgang nach der Schlagd fehlt. Den Eingang wird man auf der stadt- seitig gelegenen Front anzunehmen haben, vor der ein Hof angedeutet ist. Die an diesem Hof gelegenen Nebengebäude geben sich als Fachwerkbauten zu erkennen, doch ist bei der unklaren Zeichnung, welche die Straßenzüge und Grundstücksgrenzen willkürlich verschiebt, weder die Zahl noch die genaue Stellung der Gebäude zu ermitteln. Mit Sicherheit zu erkennen ist, daß der Zugang zu der Hofanlage von der Seite des Marställer Platzes her erfolgte. Der Weg führte an der Außenmauer des Schloßgrabens entlang; gegen das "Grundstück der Karmeliter war er durch eine besondere Mauer abgeschlossen. Wo diese Einfriedigung ihr Ende erreichte, also dort, wo das Gelände des Renthofes beginnt, findet sich als Absperrvorrichtung des Zugangs- weges ein Holztor mit Schutzdach aus Ziegeln. Die mittelalterliche Baugruppe fiel, als sich zur Zeit der Renaissance ein größerer Ersatzbau nötig machte. Zweiter Bau. Die jetzt unter dem Namen Renthofa zusammengefaßte Gebäudegruppe ist vornehmlich das Ergebnis einer Bautätigkeit aus dem Ende des 16. und dem Anfange des 17. Jahrhunderts. Die ausgedehnte und ansehn- liche Anlage besteht im Wesentlichen aus drei Gebäuden, die ohne Unterbrechung winkelig sich aneinander fügen. Sie erstreckt sich von der Schlagd bis an das Gotteshaus des Karmeliterklosters, die Brüderkirche. lhren Abschluß nach der alten Dorfsiedelung bildet die ehemalige Schüttelitte, jetzige Kettengasse, also die Grenze des einstigen Königsbodens. Nach dem an Stelle des Schlosses stehenden Regierungsgebäude zu öffnet sich die Dreiflügelanlage in einem geräumigen Hof. Einen kleineren Binnenhof schließt der Teil an der Brüder- kirche ein, der nicht nur auf den Fundamenten der alten Klosterbaulichkeiten stehen mag, sondern vermutlich auch noch aufgehendes Mauerwerk dieser Gebäude enthält. Die geläufige Bezeichnung der gesamten Anlage blieb die des Renthofes. Als „Kanzleibau" erscheint das Gebäude an der Fulda, der Ersatzbau jenes Steinhauses, das auf Müllers Stadtplan sich zeigt. Als später eine große Schule mit dem Rentgebäude in Verbindung gebracht worden war, nannte man den entsprechenden Teil auch „Kollegienhof" und übertrug diese Bezeichnung um so eher auf den ganzen Bau, als die im Rent- hofe untergebrachten Behörden „Kollegien" genannt wurden. Der Name „Kollegienhofß zu dem sich auch der der „Kanzlei" gesellte, hielt sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts; in die Benennung „Alter Kollegienhof" wurde er abgewandelt, als 1769 verschiedene Kollegien im Obersten-Hof Unterkunft fanden, der damit zum „Neuen Kollegienhof" wurde} ' Brunner, Anl. d. St. Kassel S. 277 f. ' Stadtplan v. Müller 1547 u. 1548. ' Merian, Topogr. Hass. S. 19 u. Anh. S. 14. Engelhard, Erdbeschreibungl S. 92. Günderode, Briefe S. 17. Reise d. d. Harz S. 159. Krieger, Cassel S. 136. Apell, Cassel 1831 S. 10. Lobe, Wanderungen S. 113. Lotz, Kunsttopographie l S. 138. Dehn- Rotfelser u. Lotz, Baudenkmäler S. 28. Piderit, Cassel S. 113 u. 127 f. Ebe, Cicerone ll S. 89. Hessler, Landeskunde l 2 S. 45 u. 73. Brunnemann, Kassel S. 79. Brunner, Cassel S. 122. Heidelbach, Kassel S. 70 f. Dehio, Handbuch I S. 25. 4 Vgl. S. 437. eaaaaaaaaavaaaaaaaa 439 aaaaaaaaaaa