Qääää Gebäude. QQEQQ Amts-Gebäude genannt", aussah, beschreibt Lobeß Er war „ein altes steinernes Gebäude", durch die bekannten. Sehenswürdigkeiten ausgezeichnet. „Man findet daran mehrere Wappen und lnschriften, auch ein Zeichen, wie hoch im J. 1643 der Wasserstand der Fulda gewesen ist. Doch diese alterthümlichen Herrlichkeiten sind seit Kurzem verschwunden, das Gebäude ist abgebrochen und an dessen Stelle ein Revisions-Schoppen getreten. Seit dem Anschlusse Kurhessens an den preußischen Zollverband im Jahre 1831 mußten wegen Erweiterung der Geschäfte auch die Lokalitäten vergrößert werden, dies ist nun neuerdings vielfältig geschehen und an der Stelle des früheren Geschäftslokals ist jetzt ein zum größten Theil neues, schönes und bequemes Gebäude mit vielen Dienstwohnungen, der Fulda entlang, errichtet worden - das l-lauptzoll-Amts-Gebäude." Als Jahr des Abbruches des Altbaues wird 1836 angegeben? Der stadtseitig gelegene Flügel fehlt seit 1840 auf den Stadt- plänenß Dagegen blieb das Gebäude bestehen, das den Nordostwinkel des Grundstückes ausfüllte. Es diente im Wesentlichen als Wohngebäude, enthielt aber auch eine Holzremise und Stallungen. Auch das kleine neben dem Haupteingang an der Straße Vor der Schlagd befindliche Haus, das früher als Wohnung des Kanzlei- knechtes sich vermerkt findet, ist auf den Lageplänen noch festzustellen. Bezeichnet ist es als Wachthaus und Polizeiarrestß Nicht ohne Interesse ist, daß sich auf eben diesen Lageplänen beim Grundriß des l-lauptflügels an der Fulda die Bleieintragungen „Justizamt l, ll und lll" und „Stadtgericht" finden, ein Zeichen dafür, daß. die Absicht bestand, den Bau für die Zwecke der Rechtspflege nutzbar zu machen. Eine wesentliche Änderung in der Benutzung des Hofes ging im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts vor sich. Am 1. Oktober 1888 wurde das wegen Baufälligkeit und wiederkehrender Hochwassergefahr von der- Steuerverwaltung geräumte Grundstück der Verwaltung der Strafanstalt überwiesen, der auch das benachbarte Zuchthaus unterstand. Am 1. August 1884 kam auch das Polizeiarresthaus in den Besitz der gleichen Ver- waltung, die das gänzlich verfallene Gebäude abbrechen und in jüngster Zeit an seiner Stelle ein Wohnhaus für Beamte errichten ließ. Der Nordflügel fiel 1892, um einem Arbeitsgebäude Platz zu machen. Gleichzeitig wurde der Hauptflügel an der Fulda, nachdem sein Mittelteil niedergelegt war, teils zu Beamtenwohnungen, teils für Verwaltungs- und Lagerzwecke umgebaut. Einen erheblichen Eingriff in den alten Lageplan bedeutete der Durchbruch einer Straße an der Südwestseite des Grundstückes, der Packhofstraße, welche die Straße Vor der Schlagd mit der Fliegengasse verbinden sollte. Die ganze Anlage, deren freie Hofflächen zumeist zu Spazier- höfen für die Gefangenen bestimmt wurden, erhielt zum Schutze gegen die Überschwemmung im Gelände eine Aufhöhung und zur Sicherung gegen Ausbrüche an seinen Grenzen eine hohe M3IJCIX5 Wenig, allzu wenig, erinnert heute an die Zeiten, da hier der Fronhof stand. Renthof. Erster Bau. Wann auf dem Teile des alten Königsbodens, der vom Schloß, der Schlagd, der Schüttelitte und dem- Karmeliterkloster begrenzt wurde, ein fürstlicher Renthof entstand, ist nicht ermittelt. Als feststehend darf" angenommen werden, daß im Anfange des 16. Jahrhunderts auf diesem Vorgelände der Burg Rentmeister und Schultheiß ihren Sitz hatten. Daß der „renthob" oder „schultheißen hob" oder kurz der „hob"rum diese Zeit nicht nur Verwaltungs- und Gerichtszwecken diente, sondern noch stark wirtschaftliche Eigenschaften besaß, ergibt sich aus der Benennung seiner Räume und Bewohner. Die Rentereirechnung von 1501 führt neben der- „rentstobe" und „czolstobe" eine „melchkammer", ein „bruwehus" und „des scholtheißen stall" auf. Auch" Gesinde und Handwerker finden sich vermerkt, ein Zeichen vielleicht dafür, daß hier seit alters die Wirtschafts- gebäude des I-lerrenhofes standen. Als Kanzlei wird der Renthof 1509 bezeichnet. ln diesem Jahre wurde- ' Wanderungen S. 120. Vgl. Woringer, Zoll S. 150 f. 2 Casseler Tages-Post 1862 Nr. 329. ' Stadtplan v. Böckel 1840. Stadtplan v. Kraus 1840. 4 Lagepläne und Grundrisse des Packhofes. Handzeichnungen Staatsarchiv Marburg. ' Akten Strafanstaltsverwaltung Cassel. 11 E0 - ää 438 aaaaa 1 1 L5 IP