als die Trusel oder Ahne bei weitem nicht stark genug ist, alles mit fort zu spülen, indem dieselbe Sommers "Zeit fast ganz trocken wirdßßxDie Kosten des Umbaues waren auf 9750 Taler veranschlagt. Auch wurde noch die Anlage einer Schirne beschlossen. Der Kanal sollte, wie es in einem Berichte des Oberbauamtes vom Jahre 1771 heißt, von der sogenannten Alten Ahna „unter dem neuen Collegienhof weg bis in das in der Mitte des neuen Schlachthauses angelegte große offene Canal, welches die Ausflüsse von denen drei Schlachthäusern fasset, geführt und daraus zu weiterer Abführung der Unreinigkeiten und Gewinnung mehreren Wassers aus der Fulda durch die Schlacht gemacht werden." Die zu Schiff ankommenden Früchte wurden vermittels einer Treppe sofort auf den Boden über dem Schlachthause gebrachtxf Der bereits genannte „neue Collegienhof" darf ebenfalls als das Ergebnis des Umbaues angesehen werden. Engelhardl berichtet 1778, daß nach dem Ankauf 1769 der Hof „anderst eingerichtet, mit einigen neuen Gebäuden vermehret, und verschiedenen Kollegien, als der Steuerrectification, dem Oberbauamte, der Oberwege- commißion und der französischen Kanzeley zu ihren Sitzungen angewiesen worden. Jedoch hat die letztere solche nunmehr im neuen Rathause auf der Oberneustadt." Den Namen Neuer Kollegienhof, der sich für die Anlage nicht nur in den Stadtbeschreibungen sondern auch auf den Stadtplänen findet, führte der ehemalige Fronhof im Gegensatz zum Alten Kollegienhof, dem ehemaligen Renthof. Ihren Sitz hatten die Neuen Kollegien im Flügel an der Ahna, während der Flügel an der Fulda die amtliche Bezeichnung Schlachthaus trug. Das Amtshaus wird auch von Engelhard 2 als Bau für sich aufgeführt mit dem Bemerken, daß es an der Fulda hinter der Schlagd gleich neben dem Salzhaus lag, ein Beweis, daß es seiner Stelle nach mit dem alten Herren- hause sich deckt. Es scheint, als ob mit der Zeit der Hof sich in seine einzelnen Teile auflöste; wenigstens werden in den Beschreibungen der Folgezeit die einzelnen Bauten ziemlich selbständig behandelt. Daß das Schlachthaus zugleich Lagerhaus für die zu Wasser ankommenden Waren war, berichtet 1792 Apell." Kriegerß der beim „obersten Hofe" den neuen Kollegienhof, das Lagerhaus der Schlagd und die Wildpretschirne unter- scheidet, nennt auch 1805 noch das Amtshaus; die Angabe, daß es unterhalb des Marktes, dicht bei der Schlagd und neben dem Salzhause lag und mit seiner hinteren Seite an das linke Ufer der Fulda grenzte, darf als Bestätigung für die oben ausgesprochene Ansicht genommen werden, daß Herrenhaus und Amtshaus ihrer Lage nach gleichbedeutend sind. Die Eigenschaft als Lagerstelle brachte der Anlage den Namen Packhof ein, eine Bezeichnung, die sich als die am meisten gebräuchliche bis in die neueste Zeit gehalten hat. Seitdem mit dem Jahre 1782 auch der Wollmarkt daselbst abgehalten wurde} bildete der Hof einen Sammelpunkt des Handels. Ein besonders reger Verkehr muß im Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen dem Packhofe und dem Marktplatze bestanden haben, da alle für die Stadt bestimmten Waren auf dem Packhofe gewogen und versteuert werden mußten. Eine Schilderung aus der Zeit des Kurfürsten Wilhelm II. gibt Rogge-Ludwigß „Die Menge der im Packhof lagernden Waren war eine so bedeutende, daß zu ihrer Bewachung von der Garnison eine ständige Wache auf dem Packhofe gestellt wurde. Das Hin- und Herbringen der verschiedenartigsten Gegenstände geschah auf eine zur Wohlthat der dabei benutzten Pferde jetzt längst außer Gebrauch gekommene Art und Weise. Die Waaren wurden nämlich wegen der Bequemlichkeit des Aufladens auf eine sogen. Schleife, zwei lange durch Stricke verbundene, unten glatte, etwa handhohe Holzstücke, gebracht und diese von Pferden gezogen." Änderungen am Hofe erfolgten anscheinend wiederum im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Um 1820 7 findet sich der Flügel, der zuletzt den Namen des Neuen Kollegienhofes führte, als Accis- und Licenthaus bezeichnet. Wie 1837 „der neue Collegienhof, auch Packhof, gegenwärtig aber das neue Hauptzoll- 1 Erdbeschreibung I S. 97. 2 Erdbeschreibung I S. 99. 3 Cassel 1792 S. 30. 4 Cassel S. 136 ff. 5 Piderit, Cassel S. 298. 6 Kassel S. 152. 7 Stadtplan um 1820. Qäääääg 437 äääiäää