Gebäude. 2 QQEQ "v Altargerät wurden in den Neubau übernommen. lm, 19. Jahrhundert war die Stätte der alten Kirche „schon fast unkenntlich, da Privatwohnungen, Scheunen und Ställe mit Benutzung der alten Mauern auf derselben erbauet wurden"! Jetzt scheinen alle Spuren geschwunden. Die schriftlichen Nachrichten werden ergänzt durch eine Zeichnung} die zwar der Datierung der einzelnen Bauteile ermangelt, aber wenigstens den späteren Bestand eindeutig zur Darstellung bringt. Nach dieser den Grund- und Aufriß nebst Lageplan wiedergebenden Aufnahme bestand die Kirche aus einem ein- schiffigen Langhaus und einem in gleicher Breite sich vorlegenden Westturme. Die äußeren Wandstärken dieses rechteckigen Glockenhauses, die mit (Hi: Fuß eingetragen sind, lassen vermuten, daß der romanische Kernbau vorliegt. Die schmalere Ostwand des Turmes wird durch drei Gurtbögen aufgelöst, die mit turm- seitig angeordneten Rechteckvorlagen für Schildbögen versehen sind und als Durchgang zum Schiff dienten. Das im Grundriß des Turmes eingetragene einseitig sitzende Kreuzgewölbe ist als spätere, wahrscheinlich gotische Zutat anzusehen. Dagegen könnte die annähernd in der Mitte der Westwand liegende Tür, wenigstens in ihren lnnenleibungen, noch der alte romanische Eingang sein, der 1507 gotisiert wurde. Der als Stumpf abgebildete Aufriß des Turmes zeigt stark gerissenes Quadermauerwerk und junge Fenster, die möglicherweise die Stelle älterer Öffnungen einnehmen. Ob das Langhaus noch romanisches Mauerwerk enthalten hat, ist nicht festzustellen. Die im Aufriß eingetragenen Spitzbogenfenster rühren, der Grundrißform nach zu schließen, wie die gleichgebildete Tür, aus der Zeit der spätesten Gotik her, was durch die von Casparson mitgeteilten Jahreszahlen bestätigt wird. Das nur aus dem Grundriß ersichtliche Gestühl kann, wie die im Westen und Norden angeordnete Empore und die vermutlich zur Unterstützung der Decke eingezogenen beiden Mittelstützen, nur aus nachmittelaiterlicher Zeit herrühren. Der rechteckige, mit der Südwand einspringende, wohl jüngere und vermutlich als Erweiterung des Schiffes angelegte Chor besitzt rechteckige Fenster, welche Form auch im Ostteil des Gemeinderaumes, hier zweifellos als junger Eingriff, sich findet. Eine lnnentreppe scheint auf die Anlage einer Ostempore schließen zu lassen. Kanzel und Altar haben am Triumphbogen Aufstellung gefunden. Mit dem Schube eines innerhalb des Chores eingetragenen, vielleicht eine Baugrenze bezeichnenden Gurtbogens, dessen junges Alter die Segment- bogenlinie im Grundriß angibt, und mit dem baufälligen Zustand des Ganzen überhaupt wird die Anlage des über- starken Strebepfeilers an der südlichen Chorwand zusammenhängen. Die nordwärts dem Chore angefügte, annähernd quadratische, mit einem Kreuzgewölbe abgeschlossene Sakristei, die im Anschlußivinkel an das Langhaus eine Wendeltreppe besitzt, ist im Aufbau nicht dargestellt. Daß sie als Kreuzarm der Kirche anzu- sprechen ist, dessen untergegangenes Gegenstück Casparson in Fundamenten gefunden zu haben glaubt, ist .nicht wahrscheinlich, schon deshalb nicht, weil die lichten Raummaße und die Mauerstärken zum Schiff in keiner Beziehung stehen. Sind Casparsons Angaben bezüglich der Weihekreuze richtig, so müßte der Bauteil aus gotischer Zeit herrühren. ln diesem Falle hätte man das Gewölbe, das der Strebepfeiler entbehrt, für eine spätere Zutat zu halten. Die in der Zeichnung eingetragene rechteckige Friedhofsummauerung, die im Nordzuge an einer Abbruchsstelle im rechten Winkel auf die Sakristei stößt und auf der Südseite im Bogen zum Turm abläuft, kann nur als der Rest eines größeren, der rechteckigen Grundrißform nach zu schließen, vermutlich gotischen Mauerzuges angesehen werden, der das Gotteshaus einst vollständig umschlossen haben muß. 'l'afel 157,1 Kirche vor dem Dorfe. Es bedurfte einer ziemlich umfangreichen Vorarbeit, hhe der Landgraf sich für einen Entwurf zu der neuen und größeren, aber immerhin doch einfachen Kirche entscheiden konnte. Im Jahre 1780 überreichte das Kirchspiel Weißenstein einen Plan dem Geheraldirektorium mit der Bitte um Gewährung einer Beihilfe. ' Kompetenz der Pfarrei. Handschrift Pfarrarchiv Kirchditmold. ' Grund- und Aufriß der Kirche zu Kirchditmold. Handzeichnung von Lange. Hofbibliothek Wilhelmshöhe.