Usseln 223 Usseln Dorf an der Straße Korbach—Brilon und an der Bahnlinie wabern—Brilon-Wald, Haufendorf in Eallage. dicht unter ­ halb der Diemelquelle. 891 Einwohner. Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1456. Kopiare. Landregifter 1537 u. 1541. Salbuch 1682. Langen» becks Nachlaß. — Im pfarrarchiv: pfarrchronik „Nnnales Usselani" von Johann Schenne und h. L. Jungcurth, 1747—72. Literatur, w. Llasfen 274. L. Lurtze 644 ff. v. Klettenberg Mskr. 1738, T. I Kap. II 8 12. v. Schulze in Gefch. Bl. Bd. 12 S. 53 ff. varnhagen Mfkr. Dr. viering, Bausteine zur ttirchengefchichte des Kirchspiel; Usseln, Gesch. Bl. Bd. 35, 1935 S. 101 ff. Geschichte. Uslon (um 1350), Osseln (1418), Ußlaen (1422), Usseln (1495), Usselen (1537).— Um 1350 haben die von Uhene den Zehnten als waldeckisches Lehen. 1418 haben die von 3tter ein Lehngut daselbst. Um 1500 haben die von viermünden Einkünfte in U. 1537 gehört der Zehnten den von Uhene, die Grafen von waldeck besitzen daselbst 3 Güter, die vorher der Uirche zu Udorf gehört haben. Bei U. lagen die ausgegangenen Ortschaften Listenfeld und Othmarkusen, zwei ehemalige Uirchdörfer, deren Gemarkung 1537 den Waldecker Grafen gehörte, sowie Lütkenschwalefeld und Wakefelde. U. gehörte zum lvaldeckischen Rmt Eisen, berg und zum Gogericht Flechtdorf. Es war Sitz eines Freigerichts. Der Freistuhl befand sich „auf dem hohen pone bey der Linden". Noch 1558 wird ein Johann von holten als Frei ­ graf zu Usseln genannt. 1571 haben auch die von Vorfeld daselbst ein Gut. 3m Jahre 1570 überfielen die Herren von Büren das Dorf und plünderten es. 3m siebenjährigen Uriege wurde es 1762 10 Tage lang von hannoverschen Truppen besetzt. — 1738 72 Wohnhäuser. 1844 vernichtete ein vorfbrand über 40 Däuser. Uirche Lv. Pfarrkirche. Sie liegt an der Nordseite des «hem. Friedhofes unterhalb der an seiner Westseite entlang führenden Landstraße. Kirchenbücher ab 1644. pfarrchronik von 1747 (s. o.) Geschichte. Die Uirche war dem hl. Uilian geweiht. 1378 wird zuerst ein Pfarrer genannt. Patronat halten schon 1541 die Grafen von Waldeck. Die Uirche gehörte vor der Uefor. niation zum Urchidiakonat Horhusen (Niedermarsberg) und Bistum Paderborn. Einführung der Reformation 1529. 1595 erhielt die Uirche eine neue Uanzel. 1643 brannte die Uirche aus. Das steinerne Gewölbe fiel dem Brand zum Opfer und wurde durch eine Holzdecke ersetzt. 1693 erhielt die Uirche einen neuen LUtar-Rufsatz von dem Bildhauer Josias U). Brützel. Die Uirche besaß im Rnfang des 18. Jh. drei Glocken. Die größte von ihnen trug die 3nschrift: „Uommt laßt uns auf den Berg des Herrn gehen zum Hause Gottes, das er uns lehre seine lvege und wir wandern auf seinen Steigen. Unno 1691". Die mittlere: „LUles zum Lobe und zur Ehre Gottes. Hallelujah". Die kleinste: „Diese verunglückte Glocke des Uirchspiels Usseln ist wieder gegossen zur Zeit 1711 Pastoris Rndreas Uoch, provisoris Johannes wilke Tepel, des Richters der Gemeinde Usseln Johann Heinrich Sauren, Gerichts Schöpfen Jost Wilhelm wilken." — Die ursprüngliche Uirche war eine dreischifsige gewölbte Basilika aus dem 13. Jh. Die Jahreszahl 1486 an der Gstseite des Thores stammt wohl von einer wie. derherstellung. Der Turm hatte an seiner Westseite zwei Strebepfeiler und war 50 Fuß hoch. Seit 1820 wird die Uirche als reparaturbedürftig bezeichnet. Seit 1878 bestand der Plan eines Uirchenneubaues. 1882 stürzte das Rlauerwerk des Turmes in einer Höhe von 4 m ein. 3m Sommer 1889 wurde der große Turm abgebrochen. 1896 erfolgte der Neubau des Turmes und der Umbau der Uirche nach Plänen des Landesbaurats Oueisner zu Rrolsen. Der Um- und