Nieder-Schleidern 181 Nieder-Zchleidern Dorf an einer Nebenstraße, die westlich von der Derbindungsstraße Eppe—Bömighausen abzweigt, Haufendorf im Tal der Nar. 170 Einwohner. (Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1489. Uopiare. Landregister 1537 u. 1541. Langenbeck; Nachlaß. Literatur, w. Elassen 275. L. Turtze 64b. v. Metten berg Mskr. 1738. T. I llap. II 8 12. varnhagen Mskr. Inferior sieden (1313), Neddern Schieber (1537), Nidern Schleder (1541), Nie- der-Schleidorn (1738). — 1259 Adlige von Sledere genannt. 1313 grafi. Arnsbergisches Lehen der von Vorfeld. Nieder ­ schleidern gehörte zur Freigrafschaft Düdinghausen, die 1334 von den Herren von Büren an die Grafen von N)aldeck verpfändet wurde. 1537 haben Freigüter die von Vorfeld, von Wol- meringhausen, von Rhene und Rranen zu Medebach. Baurgericht war im Dorfe selbst und ge ­ hörte den von Vorfeld. Die Güter waren alle zehntfrei. Seit der Einführung der Reformation erhebt der Erzbischof von Röln Ansprüche auf die Grafschaft, vor dem dreißigjährigen Rriege von diesem widerrechtlich besetzt, vergleich zwischen Waldeck und Röln 1654 und 1663. Die Freigrafschaft wird zwischen Röln und Waldeck geteilt. Niederschleidern kommt an Ivaldeck und gehört seitdem zum Amt Eisenberg. 1665 belehnt Graf Georg Friedrich von Ivaldeck seinen Ranzler Johannes Victor mit Einkünften daselbst. — 1738 13 Wohnhäuser. Kirche (Eü., Zilial von (Eppe. Sie liegt am Südrande des Dorfes inmitten umzäunter Gärten im Talgrunde. ttirchenbücher. Evangelische ab 1663 in der evang. Pfarrei Eppe; katholische seit 1840 in der kath. Pfarrei Eppe. (§6^chichie. N.-Sch. gehört zum Rirchspiel Eppe, vor der Reformation gehörte es zum Dekanat Medebach des westfälischen Archidiakonats des Dompropstes zu Röln. Um 1540 wird eine Rapelle St. Ursula als Filial von Eppe genannt. Um 1542 Einführung der Reforma ­ tion. 1626 gewaltsame Wiedereinführung der katholischen Ronfession durch Rurkäln. Seitdem ist N.-Sch. vorwiegend katholisch geblieben. Eine katholische Ricche besteht im Grt nicht. Die Gemeinde ist nach Eppe eingepfarrt. Ratholischer Gottesdienst auch im Schulsaal. — von der evangelischen Gemeinde wurde 1731 die Rapelle in Fachwerk erbaut. Filial der evangelischen Pfarrei in Eppe. Bestand Grundriß. (Abb. 61). Rechteckiger barocker Saal mit kleiner querrechteckiger Vorhalle Taf. 93' im Westen. Aufriß: Außeres. Fachwerkbau auf Sandsteinsockel. An den Langseiten je ein einfaches und zwei gekuppelte Fenster in schlichter, rechteckiger Bekleidung und mit nahezu quadrati ­ scher Holzsprossenteilung. Westwand verschiefert. Im Gstgiebel in putz erhaben angebracht die Zahl 173 1. — Über Schrägbrett Rrüppelwalmdach, verschiefert. Uber Firstmitte schlanker, vierseitiger Dachreiter mit spitzem und hohem achtseitigen Helm, verschiefert. Auf der Süd ­ seite zierliche Dachluke mit Spitzhelmchen und Rnauf, verschiefert. — Zur Vorhalle im Westen ein Fenster, im Norden und Süden je eine rechteckige Türe. Uber der südlichen, dem Eingang, durch spätbarocken Türrahmen z. T. verdeckte Rnorpelwerkschnitzerei. Giebel mit Bretterver ­ schlag, darauf unleserlich gewordene Inschrift. Über Schrägbrett Rrüppelwalmdach, verschie- fcrt' am westlichen Ende vierseitiger Dachreiter mit Haube, verschiefert.