Niederense 179 felform entwickelt. Nn der Westseite eine gleiche Doppelarkade mit schlichtem Zwischenpfei ­ ler. — vierseitige Glockenstube in holz, mit achtseitigem Helm, verschiefert. Inneres. Der Eindruck des Kirchenraumes wird vornehmlich durch die barocken Um- und Einbauten bestimmt. Der Thor trägt heute eine rohe Flachbogentonne von holz. Die schwach abgesetzten Wandauflager eines spitzbogigen Gewölbes sind noch sichtbar. Ls ruhte auf noch vorhandenen Lckvorlagen mit Kräftigem Kantenstab (flbb. 60); Kämpferprofil im Osten aus Platte, Kehle, Kerbe und Wulst, im Nordwesten aus Platte und Wulst, im Südwesten aus Platte, Plättchen und Wulst. Die Fenster in steiler Schräglaibung. Unter den seitlichen je eine rechteckige Nische. Die nörd ­ liche in gekehlter, im Kielbogen geschlossener Umrahmung; im Vogenfeld Schild mit Schlüssel; in den Zwickeln je ein Schild, das rechte mit achtstrahli- gem Stern, das linke leer. Das Schiff trägt eine rohe, ohne Profil ansetzende Holztonne mit geraden Einschnitten für die Dachfenster, klls Neste des romanischen wölbspstems sind an den Langwänden Mittel- und Lckvorlagen über Kehlsockeln erhalten, da ­ zu kräftige Wandauflager für die Gewölbe selbst. Die Hochfenster der Süd ­ wand in Schräglaibung mit stark abgeschrägter Sohlbank. Die Laibung der Nordfenster ist stark erweitert und fast gerade. — 3n Schiff und Thor der Fußboden mit Sandsteinplatten be ­ legt. wände und Decken geputzt und, wie auch die Nrchitekturteile, geschlemmt. Der ganze Kir ­ chenraum sehr wiederherstellungsbedürftig. — Das Schiffsdach mit nicht unterstützter Kehl ­ balkenlage und moderner Firstpfette, das Lhordach mit doppelter Kehlbalkenlage, unterstützt durch aufgeplättete Kreuzstreben. Turm. Über der Erdgeschoßhalle hängekuppelgewülbe mit Gratansätzen. Ls ruht auf Wand- bögen, die ohne Kämpfer in die doppelten Lckvorlagen überlaufen. Der nach Nusweis eines Bogenrestes im Scheitel einst rundbogige Durchgang zum Schiff ist stark erweitert, wände, vorlagen und Gewölbe geputzt. Zementfußboden. Zum ersten Obergeschoß Zugang von der Kirchenempore aus. Die wände in den Obergeschossen steinsichtig verputzt, vom dritten aus roher Zugang zum Kirchendachboden. — Der Helm auf mehrgeschossigem Sterngebälk. A flbb. 60. Niederense, Kantenprofil der Lckvorlagen im Thor. 1:20 Taf. 92' Ausstattung. Nltar (mit Aufsatz) in Blockform. Unterbau gemauert und verputzt. Deck ­ platte aus Stein, verputzt, h. 1,18 m. Noch mittelalterlich? Aufsatz (K a n z e l a l t a r) aus Taf. 93- holz geschnitzt mit zum größten Teil alter farbiger Fassung, h. ca. 5, Br. 3,40 m. hohe Predellazone, darüber rundbogig geschlossenes Mittelfeld, flankiert von je zwei gedrehten Säu ­ len. Uber reichverkröpftem Gebälk als oberer Abschluß rundbogig geschlossenes Jnschriftfeld zwischen zwei Giebelecken mit geflügelten Putten. Ornamentik: besonders Akanthuslaub. vor dem Rundbogen der Hauptzone die Kanzel, Korb aus drei Seiten eines Rechtecks, Brüstung mit Blendfüllungen, an den zwei vorderen Kanten Halbsäulen. Die konsolartige Korbstütze im Mittelfeld der Predella. Die Kanzel im Gegensatz zum Altaraufsatz schmucklos, vielleicht im 18. Ih. erneuert. Holztreppe mit Brettdocken, von Iosias wolrad Brützel. A. 18. Ih. Taufe aus Sandstein, h. 0,83 m, Beckentiefe 0,31 m. Fuß im Lhorfußboden eingelassen. Ge- Taf. 9t' drungene schwere pokalform, auf rundem Schaft ISseitiges Becken mit senkrechter Wandung, darauf zwei Sprüche, der waldecker Stern mit „Wolrad Grave zu Waldeg" und „1550" ein ­ gehauen. 3m Becken tiefe Linsatzaushöhlung (0 0,55 nt). Gestühl, gelb gestrichen, mit teils nur schmalem Gesangbuchbrett und verschieden abgeschräg ­ ten Seitenwangen. Die Vorderseite des Schiffgestühls mit Faltwerk und Blendfüllungen (mit Flammleisten) verziert. Am Thorgestühl Wappen mit Rollwerkkartusche darunter, von Ar- nold von viermund, Hofrichter und Amtmann, 1581. 16./17. und 18. Ih. Empore, gelb gestrichen. Ruf Holzpfeilern. Ouergebälkkonstruktion ohne Füllholz. Brett ­ dockengeländer mit oberem Abschlußgesims, an der Westseite eingelegte Füllungen mit Deck ­ leisten. 18. Ih. Zweite Westempore mit Breitdockengeländer und unterem und oberem Ab- schlußgesims, 19. Ih. Wandgrab der Gräfin Anna von waldeck, geborene von viermünden, Erbtochter zu Nor ­ denbeck, Freifrau zu „Winnenberg und Bilstein". Alabaster und Sandstein, h. ca. 3, Br. 1,40 m.