Neukirchen 175 Neukirchen Dorf an der Nebenstraße Sachsenberg—Münden, Haufendorf in welligem Gelände. 419 Einwohner. (Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1226. Uopiare. Langenbecks Nachlaß. Literatur. U). Llassen 275. L. Lurtze 652. v. Klettenberg Mskr. 1738 T. I Kap. II §13. varnhagen Mskr. lvestf. Geschichte. Nuwenkyrchen 0^26), Nuwenkirchen 0414), Nygenkerchen, Nigenkerken. — Ursprünglich Torveyscher Besitz. 1298 verpfändet Kloster Torvey den Grafen zu waldeck das klmt Münden, zu dem auch N. gehörte, von Corvey wieder beansprucht, wird es in einem Schiedsspruch 1321 den Waldecker Grafen zugesprochen. 1336 — zuerst namentlich genannt — verpfändet Graf Heinrich von Waldeck dem Grafen Johann von Nassau als Mitgift seiner Tochter Elisabeth u. a. auch das Dorf N. 1413 von Graf Heinrich von lvaldeck ein viertel an die von valwigk, 1414 drei viertel an die von Geismar verpfändet. 1470 wieder ein ­ gelöst. 1420 hat Johann von Höhnfels einen Hof als Lehen der Grafen von Nassau. 1473 werden die von Dalwigk von den Grafen wolrad und Philipp von lvaldeck u. a. mit dem Dorfe. N. belehnt. Seitdem gehörte N. zu dem von valwigkschen 6mt und Freistuhl Lichten. fel§. In den seit 1533 andauernden Fehden- und Grenzstreitigkeiten zwischen Kurköln und lvaldeck wurde vom Kurfürst von Köln u. a. auch Neukirchen beansprucht. Die Einwohner wurden vor das kölnische Gericht Medebach gefordert. Noch 1572 haben die Neukirchner Einwohner nach Medebach abgaben zahlen müssen. Dies wurde ihnen jedoch von den von valwigk untersagt. 1586 versuchen die von Dalwigk erfolglos das Nmt, darunter auch N. an den Landgrafen von Hessen zu verkaufen. 1642 waren die Dörfer des Nmtes Lichtenfels gänzlich verwüstet. 1663 verzichtet Kurköln in einem vergleich mit lvaldeck auf die 5ln- sprüche auf N. und die übrigen Dörfer des Nmtes. — 1738 38 Wohnhäuser. Bei N. lag das ausgegangene Dorf Nuweßhausen. Uirche To., Zilial von Sachsenberg. In der Mite des Dorfes auf einem ummauerten Platz. Kirchenbücher ab 1679 in der Pfarrei Sachsenberg. Gesä)lä)te. Neukirchen war Filial der Pfarrei Münden. Im 18. Jh. vorübergehend eigene Pfarrei. Patronat hatten die von Valwigk-Lichtenfels. Die Kirche gehörte vor der Nefor- mation zum Dekanat Medebach des westfälischen Nrchidiakonates des Dompropstes von Köln. Im 17. Jh. gewaltsamer versuch zur Wiedereinführung der katholischen Konfession durch den Kurfürst von Köln. 1663 endgültiger Verzicht. — Die gegenwärtige Kirche ist 1864 von Archi ­ tekt Gülich in Sachsenberg neu erbaut worden. Bestand Grundriß. Neugotische 6nlage aus rechteckigem Schiff mit Gstapsis aus fünf achteck. seiten und aus quadratischem Westturm. ctufrifj: Außeres. Unverputzter Sandsteinbau aus lagerhaftem Bruchstein, über Werkstein, sockel. Um Schiff beiderseits zwei rundbogige Fenster mit rundbogigem Maßwerk. Der Turm ist originell aufgebaut. Kräftige Gesimse trennen zwei quadratische Geschosse von-