Mühlhausen 163 Mühlhausen Dorf an einer von der Straße Arolsen—Korbach in Derndorf nördlich abzweigenden Nebenstraße, Haufendorf in welligem Gelände. 605 Einwohner. (Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1340. Landregister 1537 u. 1541. Salbücher 1662, 1686, 1753. Meßregister 1755. Langenbecks Nachlaß. Literatur, w. Tlassen 273. L. Turtze 631 f. <E. Freund, stus der Vergangenheit des Dorfes Mühlhausen, in Mein waldeck, 1933 Nr. 14, 22, 23 u. 24. v. Klettenberg Mskr. 1738, T. I llap. II § 4. varnhagen Mskr. Wests. US. (8esä)iä)le. Mulinhusen (um 860), Mulenhuson (1075), Mulehusen (1120), Molenhusen (1355), Molhusen (1422), Molhausen (1537). — Um 860 Corveyscher Besitz. 860 gibt Hallegard seinen Besitz in M. dem Kloster Corvey, desgl. um 1010 Herimann. vom 11. bis 13. Ih. hat Kloster Corvey hier Einkünfte. 1101 schenkt Graf Crpo von Padberg die Kirche und das Gut zu M. dem von ihm gestifteten Kloster Bake, das bald darauf nach Flechtdorf verlegt wird. Um 1110 gibt Kloster Corvey dem Grafen Heinrich von Schwalenberg 2 kaufen in M. zum Tausch. 1154 bestätigt Papst Hadrian dem Kloster Corvey den Zehnten von M. Desgleichen 1184 Papst Luzius. Um 1204 erhält Kloster Corvey die Vogtei von M. von den Grafen von Pyrmont zum Pfande. 1290 belehnt Kloster Corvey die von Pappenheim mit der Mühle in M. 1294 haben die Grafen zu Waldcck Güter und den Zehnten zu M. Um 1350 haben die von Uhene und von Mühlhausen Güter von Corvey zu Lehen. 1355 verkaufen die von Osterhausen ihren fjof in M. dem Kloster Rrolsen. 1463 hat Kloster Gasungen eine Mühle daselbst. 1481 verpachtet Kloster Gasungen seine Mühle an Kloster Volkhardinghausen. 1494 brennt diese ab und wird wieder aufgebaut. 1505 hat Kloster Rrolsen einen Hof in M. 1519 gestattet Graf Philipp dem Kloster volkhar. dinghausen, zu seiner Mühle noch eine zweite zu bauen. 1525 besitzt Kloster Volkharding ­ hausen in M. „zwei recht gute Mühlen", ebenso noch 1541. 1535 verpfändet Graf Philipp dem Bürgermeister Conrad Cortheuß zu Corbach seinen Zoll und seine Renten in M. 1537 gehört M. den Waldecker Grafen. Den Zehnten haben die von Teddesaltz und die Stadt Kor ­ bach je zur spätste. Höfe haben die Familie Schwalenstöcker, der Kanzler Wendelin Col- becher, Bürgermeister Cortheuß zu Korbach, die von Canstein, sowie die Klöster Bredelar und Flechtdorf. M. gehörte zum Rmt und Freistuhl Mengeringhausen. Das Baurgericht ist im Dorfe selbst. Um 1700 bestand in M. ein adliges Gut der von Twiste, das Ende des 18. Ih. den Fürsten zu Waldeck gehörte. •— 1638 war in ITT. ein vorfbrand, dem 16 Gebäude zum Opfer fielen. 1666 brannte abermals fast das ganze Dorf, darunter auch das Pfarrhaus, ab. 1731 befand sich an Stelle der Mühlhäuser Mühle ein Eisenhammer und ein Hüttenwerk. — 1738 57 Wohnhäuser. M. gehörte zu dieser Zeit zum Rmt Rrolsen. Kirche To. Pfarrkirche. Sie steht in der Mitte des Dorfe; auf dem ehem. Kirchhof, der nur wenig über die östlich, nördlich und westlick vorüberführenden Straßen erhöht liegt und durch Stützmauern gefestigt ist. Der südliche Teil jetzt Pfarrgarten; an seiner Westseite geringe Neste der alten Friedhofsmauer. Kirchenbücher ab 1673. Ee^chichle. Die Kirche war dem hl. Georg geweiht. Sie gehörte vor der Reformation zum Rrchidiakonat Horhusen und Bistum Paderborn. Patronat hatte Kloster Flechtdorf, nach der Reformation die Waldecker Grafen. Graf Erpo von Padberg schenkte die Kirche dem von ihm im Jahre 1101 gegründeten Kloster Boke, das bald danach nach Flechtdorf verlegt wurde. —