104 K o r b q d; Ztadtbefestigung (5e[d)id)te. Die Stabt Korbach wirb seit ihrer Stabtwerbung — minbejtens aber seit ber Ver ­ leihung bes Soester Stabtrechtes im Jahre 1188 — mit Mauern unb Toren befestigt gewesen sein. Die Nnlage ber Stabtmauer stammt aus bem 12. unb 13. Iahrhunbert. Die Mauer ber Neustabt ist zweifellos noch im 13. Ih. (wohl kalb nach ihrer erstmaligen Erwähnung im Jahre 1265) begonnen unb im Verlauf bes 14. Ih. errichtet worben. Zwischen Luser unb Lengefelber Tor stößt sie fast rechtwinklig auf bie Mauer ber Nltstabt unb ist burch ben bie- ser vorgelagerten Graben hinburchgeführt. Mt- unb Neustabt waren burch eine Mauer von- einanber getrennt. 1227 wirb bie Stabtbefestigung zum erstenmal erwähnt. Die Grafen volk- win unb 5lbolf von lvalbeck müssen nach vorausgegangenem Streit mit bem Bischof lvilbranb von paberborn versprechen, keine neue Befestigung gegen ben Bischof anzulegen. 1370 erlaubt Graf Heinrich ber Eiserne ber Stabt, ihre Befestigung weiter auszubauen. Die ben klagen umschließenbe äußere Mauer ist zweifellos erst nach ber Stäbtevereinigung von 1377 begonnen worben, ba sie beibe Stäbtc gemeinsam umfaßt. Das älteste, am äußeren Enser Tor angebrachte inschriftliche Datum von 1414 bezeichnet wahrscheinlich bas Jahr ber vollenbung ber Nußen- mauern. Die zahlreichen von 1500 bis 1724 reichenben inschriftlichen Jahreszahlen an ben Stabtmauern beziehen sich auf Ausbesserungen unb lvieberherstellungen. Der mit ber Iahres- Taf. 37' zahl 1505 versehene bicke Turm am herrschaftlichen Hagen gehörte zur gräflichen Burg auf bem oberen Herrenhof. Die zahlreichen Stabttürme waren ehemals mit Helmen unb teilweise auch mit Lck-LrKern versehen. Der um 1300 entstanbene Thülenturm ist nach ber in Korbach ehemals ansässigen Familie von Thülen benannt. Der sog. „Note Turm" zwischen Lengefelber Tor unb herrschaftlichem Hagen wirb 1734 burch Nnbau eines Steinhauses zum Nmtsgefäng- nis ausgestaltet. Der „Hexenturm" zwischen Bernborfer unb Tränketor hatte ehemals einen Zachwerkaufbau mit spitzem Helm unb vier Lck-Trkern. Die Tore waren sämtlich Doppeltore unb mit starken Türmen befestigt. Bei ber Mtstabt befanben sich bas Lnser Tor, bas Dal- wigker Tor, bas Tränketor, bei ber Neustabt bas Lengefelber Tor, bas Bernborfer Tor unb ebenfalls bas Tränketor. 5lm Dalwigker Tor befanb sich früher ein Belief mit ber Kreuz ­ tragung Thristi. Lin weiteres Tor mit Turm befanb sich vor bem Rathaus auf ber Stechbahn. Ls war bie einzige birekte verbinbung zwischen ber Mt- unb Neustabt. Bis auf geringe Neste am Lnser unb Dalwigker Tor sinb bie Stabttore von Korbach sämtlich verschwunben. Das Tränketor würbe 1831, bas Lengefelber Tor 1836, bas Bernborfer Tor 1838, bas Dalwigker Tor 1843 unb bas Lnser Tor 1858 z. T. wegen Baufälligkeit, z. T. auch als verkehrshinbernis abgebrochen. Der erhaltene Teil bes Lnser Tores würbe burch Ankauf burch ben Kaufmann Z. lv. Müller gerettet, um es „als fast letztes Denkmal ber Befestigungswerke... für bie Nach ­ welt zu erhalten". Die zwei Torpfeiler an Stelle bes äußeren Bernborfer Tores würben 1839 nach Entwurf von Z. v. Nheins von Kleister Tarl Lberlep errichtet. Line kleine Pforte am oberen Herrenhof würbe erst nach 1633 angelegt. Anläßlich ber Stäbtevereinigung von 1377 würbe beschlossen, bie zwischen beiben Stäbten befinbliche Blauer bestehen zu lassen unb weiter zu unterhalten. Sie würbe jeboch 1593 niebergelegt. Im siebenjährigen Krieg würbe ein Teil ber Stabtmauer mit seinen Türmen, nämlich bie Mtstabtmauer zwischen Tränke- unb Dalwigker Tor, sowie ber Butterturm von französischen Truppen niebergelegt, um von ben Steinen Back ­ öfen für bie Zelbbäckereien zu erbauen. Lin stehengebliebener Nest bes Butterturmes wnrbe 1859 abgetragen. Bestand Der Zug ber Stabtmauer ist noch heute nur an wenigen Stellen unterbrochen. Sie besteht aus Haupt- unb Vormauer mit bazwischen liegenbem Zwinger, bem „Hagen", vornehmlich bie Innenmauer ist burch Schalentürme gesichert, von ben alten Toranlagen sinb nur z. T. bie Torwege erhalten. Den Zugang zur Altstabt von Sübosten her bilbete bas Dalwigker Tor. Ls steht noch bie Sübmauer bes Torweges, 90 cm stark, aus Bruchstein mit Tua- bern,' Schlitzscharten gegen ben Zwinger, vermauert. Im süblich anschließenben Teil ber Hauptmauer halbrunbe Bastion mit Lochscharten (0 25 cm), je eine nach vorn unb nach ben Seiten zum Bestreichen ber Mauer. In bem bavor liegenben Teile ber Zwingermauer (1 m