Höringhausen 93 Höringhausen Dorf an der Straße Sachsenhausen—Arolsen. Haufendors in ebenem Gelände. 892 Einwohner. (Duellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 1269. — Staatsarchiv Darmstadt: Statist. Notizen, Generalia58. Anschlußvertrag zwischen waldeck und Preußen, 8 5, Abs. 3 in waldeck. Reg. Bl. 1928, S. 89. Literatur, w. Glossen 272 f. Heldmann, Ureis ZranKenberg, 42. hochhuth 639. v. Klettenberg Mskr. 1738, 1.1 Kap. II §5. Reimer GL 240 f. varnhagen Mskr. Wests. UB IV. Eesä)iä)1e. Hogerinchusen (1264), Heurenchusen (1267), Hoperinchusen (1269), Hoperichusen (1314), Herninchosen (1325), Höringhausen (1585). — Ursprünglich Dorf der Herren von Itter. Diese trugen 1314 den Grafen von Ziegenhain das Dorf zu Lehen auf. 1326 verkauft Thielemann von Itter vogtei und Gericht an Graf Heinrich von waldeck. 1357 gelangt H. mit der Herrschaft Itter in den Besitz von Hessen. 1383 an die Wölfe von Gudenberg verpfändet. Die von Tppe besitzen 1383 daselbst eine Burg, um 1500 „Kemnade" genannt. 1561 haben die von Tratzenstein hier ein Gut. Das Dorf gehörte zum Gericht vor dem Tränketor in Korbach und zum Land- und Fehmgericht auf der Korbacher Wind ­ mühle. 1562 wird H. von Hessen wieder eingelöst und der Herrschaft Itter und dem Rmt Vöhl zugeteilt. 1568 wurde den Wölfen von Gudenberg das halbe Dorf als Mannlehen gegeben. Sie besaßen auch später noch ein freies Gut und die Meierei Neudorf zwischen H. und Nieder ­ waroldern. Ihnen stand die Gerichtsbarkeit im Dorfe zu. H. gehörte bis 1866 zu Hessen-Darm- stadt, kam dann an Preußen und wurde als Exklave dem Kreis Zrankenberg zugeteilt. Mit dem Anschluß Waldecks an Preußen am 1. April 1929 kam es an den Kreis des Lisenberges.— Bei H. lagen die Höfe Rissinghausen (nach Meineringhausen zu) und Wammeringhausen (nach Strohte zu). Kloster Netze besaß einige Höfe. — 1585 22, 1629 45, 1742 86 und 1787 96 Haus ­ haltungen. Kirche (Ed. Pfarrkirche Inmitten des Dorfes. Sie steht mit der Rordwand an einem Nebenwege und ist im übrigen von umfriedeten Gärten umgeben. Kirchenbücher ab 1731. (öe^lhichle. 1043 vom Abt von Torve!) gegründet und dem hl. Magnus geweiht, pleban 1255. Den Patronat hatten die Herren von Itter als Torveysches Lehen, ab 1326 die Wal ­ decker Grafen, ab 1568 die Wölfe von Gudenberg. H. gehörte vor der Neformation zum Archidiakonat Horhusen und Bistum Paderborn, nach der Reformation zum Dekanat Vöhl. 1568 wurde von Pfarrer Christoph Lampertus ein Höringhauser Salbuch verzeichnet. 1598 wurde eine neue Kanzel für die Kirche gefertigt, um 1700 eine große Glocke gegossen. — Die alte Kirche brannte 1734 nieder. Neubau 1735. Grundsteinlegung am 19. April. vollendet 1739. Turm und Westwand des Schiffes noch mittelalterlich, wahrscheinlich 14. Ih. Letzte Wieder ­ herstellung 1932 durch Gberbaurat Tluehl. Grundriß. (Abb. 33). Quadratischer Westturm, gotisch; teils in seiner Südwand, teils in einem rechteckigen Ausbau eine nach kurzem geraden Anlauf gewendelte Mauertreppe. Barockes Schiff über Rechteck mit Vs-Dstschluß. Aufriß: Außeres. Turm. Ungegliedertes Sandsteinmassiv aus rohem, breit gefugtem Taf.33' Vuaderwerk mit sauber bearbeiteten Tckquadern. Sockel mit Deckprofil aus Plättchen, Wulst und Kehle. In Nord- und Südwand je eine kleine Luke, im Glockengeschoß im Westen und Süden je ein schlichtes Spitzbogenfenster mit Zalzprofil, im Norden zwei gekuppelte, mit offenbar erneuertem Kleebogenmaßwerk,- Zwischenpfosten außen gefast,- der westliche Gewände.