70 Goddelsheim I Goddelsheim Dorf an der Strotze Rorbach—Zrankenberg. Haufendorf in welligem Gelände. 1013 Einwohner. Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden ab 888. Ropiare. Akten. Landregister 1537 u. 1541. Salbuch Ibb4, 1681 Langenbecks Uachlatz. — Beim Bürgermeister Salbuch 1664 u. Zehntbuch 1825. Literatur, w. Elasten 272. L. Eurtze 646 f. TD. Gärig, stuf den Spuren der Vergangenheit, Ausgrabungen auf dem Ring bei Goddelsheim, Wald. Landesztg. 3. Gkt. 36. v. RIettenberg Mfkr. 1738, T. I Rap. II § 12. R. Ratz, Die Gra ­ bungen in Goddelsheim, Wald. Landesztg. August 1935. varnhagen UB Nr. 5, derf. Mfkr. westf. UB. I u. IV. Rind- linger Uv. Ge^ä)iä)1e. Godeloveshem (888), Godelevesheim (1028), Gotelovsheim (1120), Godolves- heim (1125), Godelovessen (1147), Godeleshem (1240), Godelobisheim (1326), Goddelevisheim (1356), Goddelszem (1537), Goddelsheim (1540). — Ergebnisse von int Jahre 1935 durchgeführten Ausgrabungen lassen bereits eine vorgeschicht ­ liche Besiedlung erkennen. Ts wurden ein bronzezeitlicher Urnenfriedhof sowie ein frühmittel ­ alterlicher Friedhof aus dem 8./9. Jahrhundert freigelegt. Funde hiervon im Korbacher Hei- matmufeum. — 888 genehmigt König Arnulf einen Tausch zwischen Kloster Corvey und dem Grafen Otto, durch welchen Torvey die dem Grafen Otto verliehenen Güter in G. im 3tter- gau erhält. 1028 gibt Kaiser Konrad dem Kloster Torvey seinen Hof in G. zurück. 1147 hat Adelbert von Godelovessen Güter von Torvey zu Lehen. 1189 hat Graf widekind von wal- deck den Zehnten von G. von Torvey zu Lehen. Um 1195 gibt Abt widekind von Torvey dem von ihm bei G. gegründeten Kloster (Schaaken) Einkünfte. Die Gebrüder von Brunenchusen tauschen mit dem Kloster ihren Besitz in Schaaken gegen vier Hofe in G. mit Einwilligung des Abtes von Torvey. 1236 inkorporiert Bischof Bernhard von Paderborn dem Kloster Schaaken die Kirche zu G. 1336 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck dem Grafen Johann von Nassau als Mitgift seiner Tochter Elisabeth u. a. das Dorf G. Um 1350 haben in G. von Torvey zu Lehen die von Gogrebe zwei Hofe, die von Tppe einen Hof, Johann Meyngers zwei Hofe, Johann Zalentin eine Mühle. 1356 verpfändet Graf Otto von Waldeck dem Heine- mann von Gogrebe den halben Zehnten zu G. 1369 u. 1374 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck den v. Gogrebe die andere Hälfte seines Zehnten des Dorfes G. 1530 lösen Graf Philipp III. und Gräfin Anna, geb. von Tleve, das den von Gogrebe verpfändete Dorf G. wieder ein. Dieselben verpfänden 1532 den von Gogrebe das Dorf G. von neuem für 2000 Goldgulden. 1534 erhält Tiele Wulff von Gudenberg von Graf Philipp III. und Gräfin Anna das Recht der Wiedereinlösung des den von Gogrebe verpfändeten Dorfes. 1537 gehört das Dorf den Waldecker Grafen. Güter haben die von Gogrebe, von viermünden, von Grafschaft, von Tppe und Kloster Schaaken. Die Mühle gehört den von Gogrebe. Den Zehnten haben die lvaldecker Grafen. G. gehörte vor das Gogericht Medebach und zum Freistubl, „wohin sie von unserem gn. Herren gefordert werden". 1548 stellt Kurfürst Adolf von Köln Ansprüche auf G. Als ihm dies verwehrt wird, überfallen Kölnische Truppen das Dorf und plünderten es. Die Waldecker Grafen klagen 1549 vor dem Reichskammergericht. 1627 überfällt Kurfürst Ferdinand von Köln abermals G., läßt das Waldecker Wappen an der Kirche abhauen und entführt den Kirchenschlüssel. 1663 verzichtet Kurköln in einem vergleich zwischen Waldeck und Köln auf alle Ansprüche. Bei G. liegt die ausgegangene Ortschaft Brungerckhusen, die 1537 den von Gogrebe verpfändet war. Der Hof Tschenbeck war Waldeckisches Lehen der von Gogrebe. 1738 bestanden drei adelige Güter, zwei gehörten als hessisches, bis dahin Torvey- sches Lehen den von Gaugrebe, deren Hof „die Burg" genannt wurde, einer den von Tppe als waldeckisches Lehen. Die von Tppe starben 1785 aus. Mit ihrem Gut wurde von Fürst Fried ­ rich von Waldeck Präsident von Zerbst belehnt. Das Gut wurde 1805 von Joh. Georg Wagner gekauft. Die Familie behielt es bis 1862. Bis 1905 hatte es ein Graf von Trbach-Schönberg. Dann wurde es aufgeteilt. Den Hof besitzt jetzt H. Knipp. Das von Gaugrebische Gut ist jetzt