52 Flechtdorf Flechtdorf Taf. 18' Vorfan der Straße Korbach—Bredelar. Haufendorf mit ehemaligem Kloster in Tallage, am Zusammenfluß der Huell- bäche der Aar. 434 Einwohner. Vas Kloster lag am Westrande des Dorfes im Talboden, von den alten Klosteranlagen haben sich erhalten: im Norden die Klosterkirche, südwestlich davor der heutige Gutshof und das an seinem Südtrakt östlich anschließende Verwalter ­ wohnhaus. Dieses umschließt zusammen mit dem Viehhaus und der Kirche einen zweiten, nach Dsten offenen Hof. Quellen. Staatsarchiv Marburg: Waldecker Archiv: Flechtdorfer Urkunden ab 1220. 2 Kopiarfragmente. Trans- fumptenbuch 1537. Akten. Landesregister 1537 und 1541. Salbuch 1682. Langenbecks Nachlaß, Bb. XXII. — politisches Archiv des Landgrafen Philipp des Großmütigen von liessen, Abt. Paderborn und waldeck. — Landeshospital Zlecht- dorf: Archivreste, Urkunden 16. 3H. Akten. — Staatsarchiv Münster: Msc. VII 6704 (Kopialbuch), VII 6704 A (Trans- sumptenbuch 1537), VII 6704 B I (Urkundenabschriften und Akten), VII 6704 B II (Akten und Aufzeichnungen). — weitere Cfuellen siehe Dersch, Klosterbuch 26 und Waldecker Ehroniken 280. Literatur, w. Tlassen 272. L. Lurtze 330, 364, 375, 641. w. Dersch „Die Flechtdorfer Chronik des Priors Liborius Daniel aus Heiligenstadt", Marburg 1013 S. 269ff. Vers, „Hessisches Klosterbuch", Marburg 1015 S. 25f. Erhard, Kexsst» bist. Wests. v. Klettenberg, Mskr. 1738, T. I Kap. II 8 12. E. $. Mooyer „Vas Kloster Zlechtdorf und seine Abte", Wests. Ztschr. 8 (1845) S. 1 ff. H. Ueuber „Ludwig Juppe von Marburg", Marburg 1015, S. 180 f. A. <vrth „Kurze Entwicklungsgeschichte der Baukunst im Fürstentum waldeck", Beiträge II, 1860 S. 511 ff. U. Schaten „Lnusliura v-tOer- dur^oosiuiu" I—III, 1603—1741. Victor Schultze „waldeck. Neformationsgeschichte", Leipzig 1003, S. 24ff., 20, 48, 54ff., 62, 64 f., 00, 374ff. 3. S. Seiberts „Landes- und Regentengeschichte" l, 2 (1855) S. 378 ff. Vers. Quellen zur Wests. Gesch. Vers. UB I—III (1830-1854). 3. A. Th. L. varnhagen, Grdl. I u. II (1825 u. 1853). Vers. Mskr. wesff. UB III, IV, VII. — weitere Literatur siehe Dersch, Klosterbuch 26 u. waldeck. Ehroniken 283 f. Fliathorpe (um 830), Flietorp (1102), Flicztorp (1120), Flechtorp (1194), Fleg- torpf) (1281), vlechtorpe (1309), Flechtorf (1470), Flechdorpp (um 1530), Flechtorff (1537), Flectorp (ctnf. 17. Zh.), Flechtorff (1738). — Um 830 Torvepscher Besitz. 1070 hat Kloster Torvep hier Einkünfte. 1101 stiftet Graf Erpho von Padberg ein Benediktinerkloster zu Boke an der Lippe und schenkt ihm alle seine Güter und Ministerialen. Ruf den Einspruch der verwandten seiner Frau Beatrix, der Grafen zu Nidda, verlegt er das Kloster nach Fl. 1102 bestätigt Bischof Heinrich von Paderborn die Gründung des Klosters und gibt seine Zustimmung zur Verlegung nach dem Dorfe Fl. Das Kloster war der Jungfrau Maria und den Heiligen Landolin, Elemens und Laurentius ge ­ weiht. Es war Tochterkloster von Rbdinghof bei Paderborn und wurde ursprünglich von dort mit Mönchen und Rbt besetzt. Es unterstand dem Ordinariat des Bischofs von Paderborn. 1120 bestätigt Erzbischof Friedrich von Köln dem Kloster Fl. alle seine Güter, darunter die Kirche und zwei Vorwerke daselbst und nimmt es unter seine Schutzherrschaft. 1137 gibt Übt vollmar von Torver; dem Kloster Fl. den Zehnten daselbst gegen Güter in Gembeck. 1141 nennt Erzbischof Rrnold von Köln „das im Dorfe Flechtdorf erbaute Kloster". 1163 bestätigt Herzog Heinrich von Bayern und Sachsen im Aufträge des Papstes Victor und des Kaisers Friedrich dem Kloster den Zehnten des Dorfes Fl. Die Vogtei hatten die Grafen von Schwalenberg und Waldeck inne. 5lm 6. September 1249 verzichtet Graf Rdolf I. von Ivaldeck auf die Schirm ­ vogtei über das Kloster zugunsten des Erzbischofs von Köln. Seitdem besteht für das Kloster das Recht der freien Vogtwahl. 1309 überträgt Erzbischof Heinrich von Köln das Gogericht zu Fl. dem Edlen Heinemann von Itter. In einem Streit zwischen Heinemann von Itter und dem waldecker Grafen über das Hochgericht zu Fl. fällen Dietrich von Mederich und Johann von Rehen den Schiedsspruch, daß Heinemann von Itter das Hochgericht vom Erzbischof von Köln zu Unrecht empfangen habe und dieser es den lvaldecker Grafen, die es von alters her gehabt hätten, zurückgeben solle. 1330 verpfänden die von Itter die Hälfte des Gogerichts an Gottschalk von Padberg. Im 14. Ih. Zerrüttung der Klosterwirtschaft durch die Verschwendung des Rbtes Johann Tedesalz (um 1370—1380). Infolgedessen 1379 Erlaß einer Klosterordnung durch Bischof Heinrich von Paderborn. Das Kloster war zu dieser Zeit an etwa 70 Grten be-