Dalwigksthal 45 Die Königsburg (5ejd)id)te. Die „Königsburg" ist -er Harne der alten Gerichtsstätte, des Freistuhls, wo „unter Königsbann" die Freigrafen Gericht hielten. Der Freistuhl befand sich am Verghang oberhalb des jetzigen Schulhauses, wo einige Häuschen noch jetzt den Namen „die Königs- bürg" führen. Das Freigericht war ein vom König vergebenes Lehen. Der Freistuhl zu Lichtenfels tagte „unter der Linde", „unter dem Stern" oder auch „auf dem Graishofe". Er wird 1408 zuerst erwähnt. Bis 1473 waren die Grafen zu Waldeck Inhaber des Freistuhls. Ihr richterlicher Vertreter nannte sich „Freigraf der Herrschaft zu Waldeck". Rm 26. Juli 1473 werden von Graf lvolrad und Graf Philipp zu lvaldeck die Brüder Johann und Rein ­ hard von Dalwigk mit dem Freistuhl zu Lichtenfels belehnt. Im 16. Jh. wird hier ein „peinliches Gericht" erwähnt. In einem Rezeß vom 23. September 1579 wird den von Dalwigk von den Grafen Franz III., Josias I. und Günther von waldeck die Eivil- und Criminaljurisdiction zugestanden. „1598 wohnte der von Dalwigksche Richter zu Sachsenberg und hielt Gericht in der Lqsenbecke" (varnhagen). Der von Dalwigksche Freistuhl bestand noch 1726. Später entwickelte sich hieraus das von Dalwigksche patrimonialgericht, für das unter ­ halb der „Königsburg" ein Gerichtshaus (mit Iägerwohnung) gebaut wurde. Das Gerichts ­ haus hat sich in veränderter Form im gegenwärtigen Schulhaus erhalten.