8 Einführung Itter, gelangten erst 1586 durch Rückkauf wieder in den Besitz von Mainz und gingen damit Waldeck wieder endgültig verloren. Nach diesen zahlreichen Erfolgen blieben die Rückschläge jedoch nicht aus. Schon um 1370 ging der Astinghäusergrund durch Verpfändung in fremden Besitz über. Im Inneren kam es zum Rufstand der Rorbacher Bürger gegen die Waldecker Grafen, der 1366 von Graf Hein ­ rich dem Eisernen mit bewaffneter Hand niedergeschlagen wurde. Die Stadt hatte dank ihrer günstigen Handelslage im Schnittpunkt der großen nordsüdlichen und ostwestlichen Handels ­ straßen von Frankfurt über Wetzlar, Frankenberg nach Westfalen und von Köln über das Ruhrtal nach Rassel einen großen Aufschwung genommen und war Mitglied der Hansa ge ­ worden. Schon im 13. Jahrhundert war es zur Gründung der Neustadt gekommen. 1377 ver ­ einigten sich beide Städte und wählten unter dem Druck der mächtig gewordenen Hand ­ werker und Raufmannsgilden einen gemeinsamen Rat und Bürgermeister. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde von den Grafen noch das Gaugericht Flecht ­ dorf und 1468 auch die Burg Adorf erworben. Inzwischen war es zu einigen Rio st ergrün dun gen in unserem Gebiet gekommen. Im Jahre 1101 hatte Graf Erpo von Padberg das Benediktinerkloster zur hl. Maria zu Bake in Westfalen gegründet und es bald darauf nach Flechtdorf verlegt. Gleichzeitig hatte er es mit zahlreichen Gütern im nördlichen Teile unseres Rreises begabt. Das Rloster wurde von Abdinghof bei Paderborn besiedelt. Es stand unter der Schutzherrschaft des Erzbischofs von Räln. Die Rlostervogtei hatten die Waldecker Grafen inne. Jedoch mußte Graf Adolf I. auf einer Versammlung geistlicher und weltlicher Würdenträger, die am 6. September 1249 am Lisenberg stattfand, auf diese zugunsten des Erzbischofs von Röln verzichten. Eine zweite Rloster- gründung war die des Benediktinerinnenklosters zur hl. Maria und zum hl. Vitus in Schaaken, die von dem Abt Widukind von Torvep kurz vor 1189 ausging. Dieses Rloster blieb bis zur Reformation unter der Schirmherrschaft von Torvep. Eine dritte Rlostergrün- dung fällt erst in verhältnismäßig späte Zeit. 1487 gründeten die Grafen Heinrich VIII., Gito IV. und Philipp II. in Rorba ch in der Nähe des Tränketores ein Franziskancr- (Vbservanten-Rloster. Daneben bestand in Rorbach schon seit 1298 eine Niederlassung des Zisterzienserklosters B r e d e l a r, der sog. Mönchehof neben der Altstadtpfarrei St. Rilian, sowie Termineien der Kasseler Karmeliter und Lemgoer Dbservanten. Im Gebiet unseres Rreises befanden sich zahlreiche Adelssitze und adlige Gerichte, die teilweise schon sehr früh als Ittersche oder Torveysche Lehen bestanden haben und deren In ­ haber im Laufe der Zeit in ein Vasallenverhältnis zu den Grafen geraten find, anderer ­ seits auch solche, die aus einem neuen Lehnsverhältnis zu den Grafen hervorgegaützen waren. Zu den ersteren gehörten zweifellos die von G o g r e b e, die ihren Burgsitz und ihre Güter zu Goddelsheim hatten, ebenso auch die von Grafschaft mit ihrer Burg zu Dberense. In Nordenbeck saßen ursprünglich die von N o r d e n b e ck, nach deren Aussterben Ende des 14. Jahrhunderts die von v i e r m ü n d e n und später die von Winnenberg und B e i l st e i n und schließlich die v o n B u r s ch e i d. In Eppe saßen ursprünglich die von E p p e, die später ihren Burgsitz auf Burg Reckenberg hatten. Nicht weit davon entfernt an der Grke lag das verschwundene Schloß Huxol der Herren von Vorfeld. Auf Burg Adorf saßen nacheinander die von Pleite nbracht, von Dalwigk, von huck, von Ruh- mann, von Meisen bugk und schließlich von v u l t é e. In Dttlar hatten die von Hessinghausen, gen. Schreiber, ihr Burggut, und in Rhena war die Familie von Rhene ansässig gewesen. In Höringhausen waren die Wölfe von Gudenberg begütert, und in Meineringhausen hatten die von Ermelinchusen und von Wedereve, später die von I m m e n ch u s e n, dann die von Wolmeringhausen, vonTwiste, von Hanxleden und schließlich die von Rleinschmidt das Burggut. Auf dem Burggut zu Lengefeld saßen die von L e n g e f e l d, von T e d d e s a l tz, die beiden waldeckischen Ranzler Zacharias und Johannes Victor, die von Rauchbar und zuletzt die von Rlein ­ schmidt. Eine besondere Stellung nimmt das adelige Gericht und Amt der von Dalwigk auf Burg Lichtenfels ein. Diese werden schon 1244 als Torvepsche Burgmannen auf Lichtenfels genannt. 1413 wurde ihnen ein viertel des Besitzes an Schloß und Amt Lichtenfels verpfändet. Schließlich wurden sie am 26. Juli 1473 von den Grafen Philipp und Wolrad mit