4 Einführung bronzenen Gürtelschmuck und l5 geschmiedete Nägel mit rundem Kopf, die wohl als Schild ­ beschlag verwendet wurden. Die Anlage des Neihengräberfriedhofs der Karolingerzeit, in dessen Raume die germanischen Brandgrubengräber liegen, ist gewiß nicht rein zufällig an der Stelle des älteren Begräbnis ­ platzes erfolgt. Ls unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß die Bevölkerung des karolingi ­ schen Dorfes, denn um einen vorffriedhof handelt es sich, mit vorbedacht die alte Begräbnis ­ stätte zu der ihrigen gemacht hat. Vas setzt aber Kontinuität der Bevölkerung in diesem Siedlungsraume voraus. Die Gräber, es sind bisher 46 untersucht worden, zeigen eine ziemliche Regelmäßigkeit. Die Toten liegen bis auf wenige markante Nusnahmen in Gstwestrichtung; das Gesicht ist nach Osten gewendet. Männer-, Frauen- und Rindergräber wechseln ab. Da der Erhaltungszustand der Skelette dank des Kalkbodens ein recht guter ist, bietet das Schädelmaterial eine reich ­ haltige Fundgrube für die anthropologische und Rassenforschung. Die zahlreichen Beigaben geben recht wertvolle Aufschlüsse über die Lebensweise, Kleidung und Bestattungssitten der damaligen Zeit. Da sie dem Korbacher Museum zugeführt wurden, ist im Inventar des Museums ausführlicher darüber berichtet worden. Ls erübrigt sich daher an dieser Stelle eine eingehende Behandlung. Geschichte Die Geschichte des Kreises des Eisenberges ist für den Verlauf eines Jahrtausends unlöslich mit der Geschichte der beiden anderen waldeckischen Kreise, des Kreises der Twiste und des Kreises der Eder, verknüpft, mit denen ihn gleiche Schicksale unter einem gemeinsamen lferr- scherhause verbinden. Mit dem Eintritt in die Geschichte zu Beginn unserer Zeitrechnung saßen in dieser Gegend die T h e r u s k e r, während südlich davon in der Edergegend die Ehalten ansässig waren. Im Jahre 9 u. Zr. geboten die Cherusker dem Vordringen der Römer Ein ­ halt. Ihr Fürst Hermann vernichtete die römischen Legionen unter varus an den hängen des Teutoburger Waldes, wahrscheinlich haben die Züge der Römer nach dem Teutoburger Walde und an die untere Weser durch die „Waldecker Pforte" über das Hochland von Korbach ge ­ führt, da dieser Weg auch im späteren Mittelalter eine der wichtigsten südnördlichen Ver ­ bindungsstraßen vom Mittelrhein-Main-Gebiet nach Westfalen, von Frankfurt über Wetzlar, Frankenberg und Korbach nach der Eresburg, Paderborn und der unteren Weser gewesen ist. In der Völkern» anderungszeit waren die Sachsen von Osten kommend über die Weser und Diemel bis an den Rhein vorgedrungen und hatten auch den ganzen nördlichen und westlichen Teil Waldecks erobert und besiedelt. Die Städte Sachsenberg und Sachsenhausen kennzeichnen die Grenzen ihres Vordringens und bestimmen bis auf den heutigen Tag ihre südliche Sprach- und Stammesgrenze auf Waldecker Boden. Der Kreis de; Eisenbergs gehört damit in seiner gesamten Nusdehnung dem niedersächsischen Stammesraum an. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts stießen die Sachsen von der waldeckischen Pforte aus in die mitt ­ lere Edergegend weit ins Hessenland vor. Zu einer Gegenbewegung kam es unter Kaiser Karl dem Großen, der in seinen Sachsenkriegen in einem konzentrischen Angriff die Grenzen des Frankenreiches weit nach Norden bis über die Diemel vortrug, die alte Sachsen ­ feste Eresburg im Jahre 772 eroberte und zu einem Hauptstützpunkt seiner Eroberungen aus ­ baute. Die Lroberungszüge Kaiser Karls führten durch Waldecker Gebiet und folgten wahr ­ scheinlich der alten südnördlichen Verkehrsstraße von Frankfurt über Frankenberg und das Hochland von Korbach zur Eresburg. Diese alte Heeres- und Handelsstraße führte innerhalb unseres Kreisgebietes von Frankenberg über die höhe zwischen Sachsenberg und viermünden hinab zur Totenfurt unterhalb der Niederorker Mühle, stieg von hier hinauf zur Fürstenkirche östlich von Fürstenberg, führte dann östlich von Immighausen vorüber über die Itter ober ­ halb von Dorfitter, dann über den Kappenberg nach Korbach und von hier über Dingering ­ hausen, am Totenkopf vorbei über die Giershagener Hochfläche nach Marsberg. Kaiser Karl legte zur Sicherung seiner rückwärtigen Verbindungen und zum Schutze dieser Verkehrswege befestigte Reichshöfe und Straßenfestungen an. Lin solcher fränkischer Königshof hat zweifel ­ los in Korbach selbst auf dem Kilianshügel, dem vom Altstädter Markt, Tränkestraße, Neuer weg, Tempel und Stechbahn umgrenzten Raume, gelegen, um den die alte Heeresstraße im