102 Merxhausen Merxhausen Landgemeinde mit Landeshospital an der Straße Lasse!—Sand—Naumburg. Ehemaliger Lloster- bezirk in einem Talkessel am Emsbache, südwestlich des Lmser Berges. 1045 Einwohner. Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden 1505—1597. Urkunden des Llosters Merxhausen 1236—1572. Lopiar der Urkunden des Llosters Merxhausen 1213—1577. Salbuch des Hospitals Merxhausen 1557. Hospitalarchiv Merxhausen: Akten. Lartenundpläne. Staatsarchiv Marburg: Grund- und Situationsriß, 1773, I. G. pfaff. Taf. 3- Larte vom Hospital Merxhausen 1824, J. R. pfaff, cop. Loppen. Grundriß der Eismühle 1781, pfaff, cop. Loppen. Hospitalarchiv Merxhausen: Hospitalwald Lmserberg mit Situationsplan Merxhausen 1779. Grundriß der Hospital-Stücke..., pfaff 1781. Grundriß des Hospitals, G. pfaff 1810. Riß über die Eis- und (Ölmühle, pfaff, 1825. Larte vom neuen Lloster 1829, desgl. 1860. Abbildungen. Dilich, Hess. Thron. 1605, I 161. Stahlstich von H. Merz del., L. Thümling sc. in „Das Lurfürstentum Hessen", 1850. Literatur. Classen, 195. Dehn-Rotfelser-Lotz, 176 f., Dersch, 90 f. 8«edrich, D., Merxhausen, seine Geschichte als Lloster und Landeshospital, Msk. Merxhausen. Hochhuth, 141. Reimer, OL 329. Ritter, 47. wilh. Wolfs, Die Begründung der Landeshospitäler Haina und Merxhausen, ZHG 45, 379. Ehem. Lloster ( 3cfd)id)tC ♦ Marcharohusen 973. Merkercshusen 1145. Merkirshusun 1151. Merkeshusen 1213. Merchshusen 1479. — Ursprünglich Dorf im Besitz der von Blumenstein. 1213 Gründung eines Augustiner-Lhorherren-Doppelstiftes durch Hermann und Dietrich von Blumenftein mit einer dem hl. Johannes d. T. geweihten Stiftskirche. Bestätigung durch Erzbischof Siegfried von Mainz. Dieser gab dem Lloster den Namen Johannesfeld, der sich jedoch nicht durchgesetzt hat. Die Chorher ­ ren müssen bald wieder fortgezogen sein, da es wenig später nur noch Nonnenkloster ist. 1242 inkor ­ poriert Erzbischof Siegfried von Mainz dem Lloster die Äirche zu Offenhausen und die Lapelle zu Riede. Im selben Iahr schenkt Graf Ludwig von Wildungen ein Viertel des Besitzes von Offen- hauscn dem Lloster. 1252 Ablaß für Stiftungen zum Bau des Nonnenklosters. 1256 wird durch den Mainzer Weihbischof Dietrich der Hochaltar der Jungfrau Maria, den Erzengeln, den hl. Jo ­ hannes d. T. und d. Lv. u. a. Heiligen sowie ein anderer Altar zum hl. Lreuz geweiht. 1269 befreit Landgraf Heinrich I. den Hof, „auf welcher die Llosterkirche gebaut ist", von allen Abgaben. 1489 löste Landgraf Wilhelm II. mit Unterstützung des Erzbischofs Berthold von Mainz das Nonnen ­ kloster wegen Sittenlosigkeit aus, berief reformierte Augustiner-Chorherren aus Böddecken und un ­ terstellte sie der Windesheimer Longregation. 1527 wurde das Lloster durch die Reformation auf ­ gehoben und 1533 als Hospital für weibliche Lranke eingerichtet. Auf Grund des Reftitutions- edikts Laiser 8erdinands II. vom 6. März 1629 wurde 1630 ein vergeblicher Wiederherstellungs- Versuch unternommen. Erft seit dem Ende des 18. Jh. entwickelte sich Merxhausen zu einer Landes ­ heilanstalt für weibliche Geisteskranke. — Ursprüngliche romanische Llosterkirche 1213—1256 erbaut. Umbau und gotischer Chor um 1300. Von den Llosterbauten aus der Gründungszeit nur der Südflügel. 1489 wurde das Lloster durch Brand zerstört. Wiederaufbau Ende 15. Jh. durch die Augustiner-Chorherren. 1533 Ausbau zum Hospital. 1733 Wiederherstellung des Südflügels, der einzustürzen drohte. Renovation der Lirche 1833 (siehe Bauinschriften). Die barocke Holzvorhalle am Verwaltungsgebäude stammt aus 8ritzlar und wurde 1916 hierher versetzt. Letzte Wiederherstellung der Lirche 1934/35 unter Mitwirkung