Martin Hagen 99 7* MartLnhagen Dorf südlich am Zuße des Wattenberges. Haufendorf, bestehend aus den zwei zusammengeschlosse ­ nen Dörfern Martinhagen und Grossehof, gruppiert um die Basaltkuppe des Martinstcines. 60t Einwohner. (Quellen. Staatsarchiv Marburg: Urkunden 1464—1585. Hasunger Urkunden 1082—1521. Ratasterbuch, 3 Bde. 1833/36. Stcuertabelle 1737. Gemcinderechnungen ab 1793. Rirchenakten, Bauakten, Ronsiftoriumsakten. Kartenundpläne. Staatsarchiv Marburg: Gemarkungskarte v. M. ca 1685. Gemarkungs ­ karte von G. ca. 1685. Großehof 1707. Gemarkungskarten 1830. Übersichtskarten der beiden Dörfer und 8eldmarkcn ca. 1840 von Rraus. Literatur. Classen, 231. Hochhuth, 249. Reimer, OL 321. Ritter, 98. Meribodonhago und Meribodehago 1082, Merbodenhayn 1464, Merbenhain 1470, Mormelnhagne 1505, Merdenhagen 1585. — 1082 im Besitz des Rlosters Hasungen, später Dorf der Vogtei Hasungen des Amtes Ahne. Der östliche Teil des Dorfes war als Großenhof bis M. 19. Ih. selbständige Gemeinde und gehörte als hessisches Lehen den von Dalwigk. Ls kam 1534 an die Schaumburgische Linie. Rirche An der höchsten Stelle nahe dem westende des Dorfes unmittelbar an der Straße gegenüber dem Martinstein gelegen. Rirchenprotokollbuch von 1831/1842. Kirchenbuch ab 1857. pleban 1398 und 1464. Gehörte 1505 zum Dekanat Schützeberg. Patronat Kloster Hasungen, seit 1527 Landgraf von Hessen. 1521 Nikolai-Kirche genannt. — Von mittelalterlicher Kirche nur der Turm erhalten. Neubau 1767 (siehe Baubeschreibung). Turmhelm 1736. Bestand (6 r u n d r 1 ß. Ouerrechteckiger Westturm, gotischer Wehrturm. Barocke Saalkirche über regel ­ mäßigen» Rechteck. (Abb. 37). Aufriß: Äußeres. Sandsteinbau, Bruchstein, fteinsichtig verputzt. Turm. Gedrungenes Taf.32» Massiv mit Ouaderkanten. An West- und Südseite hoher, grober Schrägsockel. Lckstrebepfeiler; der nördliche bis Sockclhöhe, der südliche bis zu einem zweiten Mauerabsatz des Turmes, Schräg ­ abdeckung. Allseitig schmale Mauerschlitze am Wehrgeschoß in 8ußbodenhöhe, an Nord- und Süd ­ seite steinerne Wasserspeier. Traufkchle, darüber barockes Holzgesims. Barocke Haube, verschiefert, mit gegiebelten bzw. spitzbogig abgeschlossenen Dachhäuschen und achtseitiger Laterne, darauf welsche Haube. Wetterfahne bez. 1736. An Turmsüdseite moderner Stützpfeiler. Schiff mit werksteinkanten. Stichbogenfenfter in werkstcinfassung mit Schlußstein. Das mitt- Taf.32- lere der Südseite mit Wulstprofil, im Sturz bez. 1767. Darunter Stichbogenportal in Platten ­ umrahmung; Schlußstein mit bekröntem Monogramm 8 £, verschlungen, in akanthusumrahmtem Medaillon. 8enfter und Türe verbunden durch von Schnecken eingefaßte Inschrifttafel, bez. in Ka-