Der hier vorliegende Katalog der Musikdrucke aus der Zeit der Kasseler Hofkapelle (1550-1650) folgt dem vollständigen Katalog der Musikhandschriften der Universitätsbibliothek Kassel, Landes- bibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel (im weiteren Text: UBILMBZ). Dieser erschien 1997 dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unter dem Titel Manuscripta Musica, bearbeitet von Clytus Gottwald3. Eine Katalogisierung der wertvollen Noten- drucksammlung konnte die Forschungsgemeinschaft aus systematischen Gründen allerdings nicht finanzieren. Da der zuständige Unterausschuß ein außerordentliches Interesse an der vollständigen Katalogisierung der Drucke um 1550 bis 1650 feststellte, wurde diese seit Mitte der achtziger Jahre aus Eigenmitteln der Universitätsbibliothek Kassel ermöglicht. Über die Sammlung Die in der Handschriftenabteilung der UBILMB verwahrte Musikbibliothek beinhaltet Hand- schriften und Drucke aus der Zeit um 1540 bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein. Der Bestand ist geordnet nach Formaten und umfasst derzeit 1500 Signaturen in 2", 297 Signaturen in 4" und 83 Signaturen in 80, sowie 32 Signaturen der Abteilung Anhang. Die Musikdrucke bilden den überwie- genden Anteil. Die Sammlung war der Öffentlichkeit bisher lediglich durch einen Katalog aus dem Jahr 1881 bekannt. Carl Israel verfasste den „Übersichtlichen Katalog der Musikalien der ständ- ischen Landesbibliothek zu Cassel"4. Er verzeichnete darin Drucke und Handschriften aus der Blütezeit der Kasseler Hofkapelle (1540-1630), dem Barockzeitalter und einzelne Veröffentli- chungen aus dem 19. Jahrhundert. Israel beschränkte seine Beschreibungen auf die Wiedergabe des Titels, sowie die Nennung der Signatur und Erfassung der Stimmbuchanzahl. Kommentare zu Besonderheiten der Drucke finden sich selten. Den Benutzern stand in der Handschriftenabteilung der UBILMB darüber hinaus ein handschriftliches Musikalienrepertorium zur Verfügung, das der Bibliothekar Wilhelm Lange 1920 anlegte. Es wird seither fortlaufend ergänzt. Zielsetzung beider Kataloge war lediglich eine Auflistung des Bestandes. Damit genügen sie modernen wissenschaftli- chen Anforderungen nicht. Hinzu kommt, dass die von Carl Israel beschriebene Sammlung durch Die in der Literatur häufig zu findende Bezeichnung Murhardsche Bibliothek bezieht sich auf diese Abtei- lung der Universitätsbibliothek Kassel. Die Handschriften der Gesamthochschulbibliothek Kassel (Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel). Band 6. Wiesbaden 1997. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Neue Folge, VII. Supplement (1881). VIII