12 1935 – 1939: Vor dem Zweiten Weltkrieg Vorgeschichte und Bau des Flugplatzes Fritzlar basieren auf dem Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935, in dem Adolf Hitler seinem Luftfahrtminister, Hermann Göring, befahl, unter Missachtung des Versailler Vertrages von 1919, aus Teilen der damaligen Reichswehr eine Luftstreitkraft für das neue nationalsozialistische Deutschland aufzubauen. In der Folge wurde die Luftwaffe neben Heer und Kriegsmarine als Teil der Wehrmacht aufgestellt. Aus dieser Entscheidung ergab sich ein dringender Bedarf zum Bau zahlreicher neuer Flugplätze. Die Wahl fiel auch auf die Ederniederung vor den Toren von Fritzlar. Die kleine Stadt in Nordhessen war seit 1802 Garnisonsstadt und Standort von Artillerieverbänden, die in der Watter- Kaserne am Nordrand der Kernstadt untergebracht waren. Spekulationen, denen zufolge Fritzlar ausgewählt wurde, weil Hermann Göring in der Nähe eines geplanten Luftwaffenhauptquartiers in Bad Wildungen einen Flugplatz haben wollte, sind plausibel, konnten aber nicht schlüssig belegt werden. Auf jeden Fall war Fritzlar schon 1925 für den Deutschlandflug als „Notlandeplatz“ vorgesehen worden. Gemeint war damals allerdings der Exerzierplatz im Nordosten von Fritzlar an der Kasseler Warte. Dieses völlig ebene Gelände mit Grasnarbe und Binsensträuchern wurde auch in den „Nachrichten für Luftfahrer“ vom 26.04.1928 als Notlandeplatz veröffentlicht.