ÄS A W 34$ auf Druse, da sie vom Faul ­ fieber, dessen Kennzeichen und Behandlung gewöhnlich keine Kenntnisse haben. Dies war auch in der Amtsvogtei Ilten der Fall, wo ein alter Empiri> kuö Tränke gegeben hatte, deren Basis in Essig bkstand, und die den kranken Pferden durch die Nase eingegeben wer ­ den sollten, Man stelle sich vor, solchen Kranken, dir oh ­ nehin den heftigsten Schmerz rn der Brust haben, Lßigträn- ?e, und noch dazu durch die Nase einzugeben! Läßt sich wohl etwas unvernünftigeres den ­ ken? Die blos ln den Köpfen der sogenannten Aerzte versto ­ pfte Druse soll durch derglei ­ chen angreifende und erschüt ­ ternde Tranke zum Flusse ge ­ bracht werden. Möchten doch die Menschen um ihres eigenen Nutzens willen einmal einsehen lernen, daß man von der Na ­ tur nichts mit Gewalt erhalten oder erzwingen kann!! Die erste oder Grundursache der Faulfleberseuche liegt nach meiner Wahrnehmung und Ue ­ berzeugung in den Nahrungs ­ mitteln. Di« Pferde zu Lehrte haben eine an sich niedrige und sumpfige Weide, wo die Grä- ferei diesen Sommer durch de» vielen Regen in dem Grade verdorben ist, daß sich davon, nach einem hohen Grade von Wahrscheinlichkeit, der Stoff zum Faulfieber in den Pferden erzeugt hat. Auch habe ich diese Krankheit nach ausgewach ­ senen mulstrigen und verdorbe ­ nen Haber entstehen sehen. Ist das Faulfieber durch diese Grundursache einmal erzeugt, so hat man wenigstens Ursache, zu besorgen, daß durch Umgang mit Kranken auch solche Pferde davon angestecket werden, die an den bemerkten Grundursa ­ chen keinen Theil genommen haben. Daß die Faubfieber» seuche, die 1790 hier graffirte, eine solche ansteckende Eigen ­ schaft besaß, davon bin ich bi- zur unbezweiftlten Gewisheit überzeugt worden, Cs ist mir zwar nicht unbekannt, daß man diese Krankheit in verschiedenen andern Landern, wo sie beob ­ achtet ist, blos aus allgemein statt gefundenen Ursachen hat herleiten, und ibr keinen an ­ steckenden Charakter zugestehen wollen; allein in diesen Länder« scheint sie auch weniger bösar ­ tig, wie bei uns, und wie auch dermalen in der Amtsvogtsr Ilten gewesen zu seyn, indem die