8 ssr dert dis BerdMMg, schwächet die Nerven, bringt alle Abson ­ derungen in UnorvnUttI , ver ­ dirbt die Säfte, und führt cm unzählbares Heer von Krankhei ­ ten herbey. Zu einem se&r auffallenden Bewerft der Schädlichkeit der Unmäßlgkeit kann uns die Ana ­ logie helfen. Feuchtigkeit und ein gewisser Grad Warme sind zwey zum Wachsen det Pflan ­ zen durchaus nöthige Dinge. Dennoch aber, übersteigt eins oder das andre den gehörigen Grad, fo wird der Wachsthum der Pflanze gehindert. Eben so verhält es sich auch mit der Nahrung der Thiere; die be« sten NahrungS - und Erhak- tungSmitkel werden schädliche gewaltsame Zerstörer, werden sie auf einer oder der andern Seite gemißbrauchet urch Un ­ maß g genossen. Derjenige al ­ so steht aus der höchsten Stuffe menschlicher Weisheit, der seine Begierden zähmt, seinen Lei ­ denschaften Zaum und Gebiß anleget, und sie so klüglich re ­ gier, daß sie weder rechts noch links ausschweifen, sondern in dem Glesse der goldenen Mittel- straße bleiben Und eben hier ­ durch verdienet erst der Mensch den Namen und die Würde deS Menschen. Gott würde dm Menschen weit unter das Thier herabgesetzt haben, hätte er '.hm nur deswegen das, was Lr durch einen angebornen Trieb dem Thiere zu seiner Erhaltung und Fortpflanzung gab, seiner Will- kühr und freyen Willen über ­ lassen, damit er nach Belieben jeden Ueberfluß zur Stillung seines Kitzels und seiner Begier ­ den verwenden möge, um ihn ei ­ ner unnendbaren Menge von Krankheiten, und endlich dem schmerzlichsten und frühesten To ­ de dadurch zu übergeben. Welch ein ungeheurer empörender Ge ­ danke gegen die Güte und Weis ­ heit Gottes! Zm Gegentheil leuchtet cs jedem Aufmerksamen auf daS klärste in t>i< Augen, baß er den Menschen über daS Thier erheben wollte, da er die Leitung und Mäßigung seiner Begierden und Leidenschaften ihm selbst überließ, ihm nicht wie dem Thiere, die Gränzen Verse den vorschrieb und bestimm ­ te, sondern ihm Verstand und Freyheit deS Willens anfchuf, vermöge deren er nach Willkühr über sie gebieten könnte und sollte. Daß vieles in'der That so ist, sieht man an einem hungri ­ gen Tbrere welches sein Futter vor sich siebet. Es kann seine Begierde, über dasselbe herzu ­ fallen, nicht unterdrücken. Dies kann