279 noch Zwei Mauerblöcke auf den Ecken, die der Zugvor ­ richtung der Brückcnklappe als Auflager dienten. Von da steigt der Burgweg der Südwand des Burghofes entlang bis zu einem Tor in einem vorgelegten Zwinger, von dem aus der Burgweg beherrscht wurde. Südlich daran liegt ohne direkten Zusammenhang mit dem Vurggemäuer noch ein in den Grundmauern erhaltenes Gebäude, von dem aus man den Zugang Zur Burg vom Bergmassiv aus einsehen konnte. Nach Durchschreiten des Zwingers, in den ein spitz- bogiges Fenster der Hofmauer mündete, wendet sich der Burgweg nach Norden und mündet über dem Steilhang, der oben eine Mauer trug, in das Burgtor in der jetzt fast ganz verschwundenen östlichen Hofmauer, die nördlich an den von Ost nach West verlausenden Gebäudekomplex anschloß. drei Stockwerke, deren Deckenbalken auf noch vorhande ­ nen Tragekonsolen lagen. Die Fenster nach dem nördli ­ chen Graben zeigen noch Spuren steinerner Mittelstützen, meist sind aber die Gewände und Stützen herausgebro ­ chen und verschleppt. Einige Fenster sind auch notdürftig vermauert bis aus einen Lichtschlitz, was auf eine späte Benutzung der Burg als Wohnung oder Unterschlupf deutet. An einer Öffnung nach dem Graben zu im dritten Stock sieht man unten noch ausgekragte Konsolen, die zeigen, daß hier ein Aborterker vorgebaut war. Was die Geschichte der Burg anbetrifft, so sagt darüber Bruchmann 1 ), daß die Zeit der Entstehung nicht feststeht, daß aber die Angabe thüringischer Chronisten, daß zur Zeit des thüringischen Erbsolgekrieges und des damit fast gleichzeitigen Interregnums die v. Bohneburg sie erbaut hätten, viel Wahrscheinlichkeit für sich habe. Vermutlich Östlich steht der durch eine Reihe von Spitzbogenfen ­ stern, von denen das mittlere noch einigermaßen gut er ­ halten ist, als Kapelle anzusprechende Bau, der unter dem hohen Erdgeschoß, den äußeren Fensterschlitzen nach zu urteilen, Zwei Keller übereinander enthält. Der obere Keller ist durch eine Mauer in Zwei voneinander getrennt gewesene Gewölbejoche geteilt, in denen das östliche zum größten Teile eingestürzt ist. Durch diese Einbruchstelle gelangt man vor ein Mauerloch und durch dieses in den Zweiten Keller. Dieser war durch einen langen Keller ­ hals mit Zwei Rundbogentüren mit dem gewölbten Kel ­ ler unter den östlichen Teil des an die Kapelle anstoßen ­ den Palasbaus verbunden und ursprünglich nur von die ­ sem aus betretbar. Äußerlich springt der Kapellenbau etwas vor die Flucht des Palasbaues vor. Der Palas enthält außer dem Z. T. gewölbten, z. T. im Westen als Balkenkeller ausgebildeten Keller noch ist damals der „comitatus“ Netra, der einst von Konrad II. dem Kloster Fulda geschenkt worden war Zur Zeit des Strebens von Fulda nach dem Besitz der Bohne- burg, in die Hände der bohneburgischen Burgmannen ge ­ langt, denn ein großer Teil des Ringgaues gehörte den v. Bohneburg und anderen Burgmannen, z. T. unter ful- discher Lehenshoheit. „Die ältesten Angehörigen der Familie v. Brandenfels sind demnach wohl Bohneburger- denn 1261—75 kommt ein v. Bohneburg vor, der den Namen v. Brandenfels führt. Aber auch Angehörige der Familien v. Treffurt und v. Kolmatsch nennen sich nach der Burg. Und auch später nannten sich Einzelne sowohl nach ihrem Stamm- 1) Vgl. G. Vruchmann, Der Kreis Eschwege, Territorialge ­ schichte der Landschaft a. d. mittleren Werra, Marburg 1931, N. G. Elwert.