33 f LAUDES- BIBLIOTHEK k. KASSEL J Heffenlan Zeitschrift sürLandes- und Nolkskunbe,Geschichte,KunstundSchrifttumSessens Herausgegeben mit dem Arbeitsring für hessische Heimatforfchung an der Universität Marburg von Or. C. H itz er o t h Enthaltend zugleich die „Mitteilungen" des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. 47. ttaficgang. ficil I/4 Marburg, Mñrz/Asríl iss«. Straßen um Fulda einst und heute. »» st. @t»(i eti.tfia, Fuid-, Das inmitten waldbedeckter Sandsteinhochflä ­ chen eingesenkte Ackerbaugebiet der Fuldaer ^Nie ­ derung läßt scharf die Bedeutung deö Bodens für menschliche Wirtschaft erkennen. Schon in vor ­ geschichtlicher Zeit war eö gut besiedelt, wie die durch Vonderau gehobenen reichen Boden ­ funde bezeugen. Vonderau war es auch, der vorgeschichtliche und frühgeschichtliche Wege zu verfolgen suchte und in Karten ihren Verlauf an ­ gab, sodaß über umstrittene Fragen eine wissen ­ schaftliche Erörterung einsetzte. Bedeutungsvoll ist die Verkehrslage des Ful- daer Bezirkes, die alte Verkehrslinie von der Wetterau nach Thüringen berührte ihn. Ans dem achten Jahrhundert geben die Berichte an ­ läßlich der Gründung des Klosters Fulda Nach ­ richten über den Verlauf der Fernwege, die ein ­ zelne Stellen mit größter Genauigkeit festlegen lasten. Geländeuntersnchungen müssen dann wei ­ terhelfen, um den Verlauf durchgehend zu ver ­ folgen. An vielen Stellen ist noch ausgezeichnet der Zug alter Straßen zu erkennen, Rinne neben Rinne find in den Boden eingefurcht, einen klei ­ nen Ausschnitt gibt das Bild i, hier ist es an ein Dutzend Hohlen, die auf dem Rücken eines Berg- vorfprunges den Abstieg eines alten Höhenweges noch heute erkennen lasten. Im Wald finden sich am ehesten noch solche Spuren der Vergangen ­ heit, im Gebiet seiner Äcker hat der Nkensch sie »ft restlos ausgetilgt, und Flurkarten aus der Zeit vor der Umlegung müssen heran, um An ­ zeichen für den Verlauf alter Straßen zu finden. Für das Fuldaer Land geben übrigens auch die alten kurhessischen (Meßtischblätter viele Anhalts ­ punkte. Endlich dürfen auch die geologischen Ver ­ hältnisse nicht unberücksichtigt bleiben, der Ver ­ lauf eines unbefestigten Weges muß auf die Bo- deubeschaffenheit allergrößte Rücksicht nehmen. Wenn die Hauptdurchgangsstrecke, die Ant- s a n v i a , das fruchtbare Niederungsgebiet um das heutige Fulda meidet und auffällig den Be ­ reich deö Buntsandsteins bevorzugt, so umgehr sie die schweren Röt- und Keuperböden, die bei Nässe ein Vorwärtskommen auf unbefestigtem Wege durch ihren zähen, klebrigen Grund kaum gestat- Kufn. des Verfassers Ñbb. I. Ñlte Hohlen am Ñbstieg eines Höhenweges. Nonnenrod, Blatt Großenlüder. ten. Der Sandsteinboden ks't dagegen zumal im Bereich der Bausandsteinzone der Höhen rasch trocken. Die Bevorzugung der Höhenwege erklärt sich überhaupt leicht aus den hier besonders gün ­ stigen Abflußverhältnissen, denn Nässe ist der Hauptfeind unausgebauter (wie auch noch aus ­ gebauter) Wege. Ein Höhenweg hak nur wenige, und dann grö ­ ßere Täler zu queren. Schmale Stellen mit gün-