15 sich vielfältig bemühet, niedergeworfen und ge ­ sprengt worden. Obgleich auch bei angelegtem Brand nf Amö ­ neburg eßliche zum Gottesdienst erbauete und fon- sten gemeinnützige Gebäue, als die Kirche, Schul, Dechaney und I. F. G. Fruchthaus ohnange- fochten geblieben, so hat demnach, nachdem etzliche arme Leute uf berührten Fruchthaus ihre Her ­ berg und Unterhalt zu suchen, sich vermerken las ­ sen, der unzeitige Eiferteufel an vorigem Schaden nicht erruhen wollen, sondern der Niederhessische Major und Kommandant zu Kirchhain Uffeln d. 2Zten Juli von neuem etzliche Soldaten sel ­ bige gleichfalls in Brand zu stecken, wie auch be- schehen, hinauf kommandiert und als zwey hier ­ unter nicht darzu verstehen wollen, nächst derem Vorwand, sie wären Soldaten und keine Mord ­ brenner, selbige zur Bestrafung eines ganzen Tags uf den Esel setzen lassen. Berührten i7ten ist das Schwedische und de ­ ren conjunctierten Feldlager zwischen Kirchhain und Amöneburg ufgebrochen und haben jene sich gegen Neustadt, die Königömarck- und Nieder ­ hess. aber gegen Alsfeld, selbigen Ort zu occu- pieren, gewendet, seind auch also fern bis über die Kirfchbrücken obig dem Adelichen Schenckifchen Haus zur Schmitten fortgewesen, aber eylendö zurück naherm Lager erfordert, und die Königs- marckifche und Ndrhest. noch selbigen Abends, die Löstelkörbchen. Zusammen mit den Schwälmer Brautstühlen hat ein zierliches Stück Hausrat des oberhessischen Bauernhauses besondere Beachtung gefunden, nämlich das sogenannte L ö f f e l k ö r b ch e n. In gleicher Weise und gleich liebevoll durch rei ­ chen Schmuck und Farbenpracht vor anderen Gebrauchsgegenständen und Möbelstücken ausge ­ zeichnet, teilt es mit den Brautstühlen das Schick ­ sal Museumsstück geworden zu fein. Zunächst liegt die Frage nahe, gibt es nicht auch Messer- und Gabelbehälter, warum gerade Löffelkörbchen? Zur Beantwortung müs ­ sen wir Rückschau auf die allgemeinen Eßsitten und Eßgeräte vergangener Zeiten halten. Löffel kannte man schon in der europäischen Steinzeit, wenn auch nicht als Eßgerät, sie waren aus Eber ­ zahn gearbeitet, oder wie in den Pfahlbauten der Schweiz und des Mondsees, aus Eibenholz, Hirsch ­ horn, auch aus Ton *). Die alten Aegyp- 0 O. Schrader, Reallerikon der indopermanischen Altertumskunde, 102a, Verlaa Walter de Gruyter ». Co., II. Band, S ii Schwedischen aber folgenden morgends d. röten ejusdem gegen und über die Kühmark auf Stauf- fenberg, Lollar und deren Benachbarschaft pas ­ sieret. Eodem röten morgends seind von den Schwe ­ dischen ^obrister Bülow, Oberstlieutenant Mmt- tersbach, ein Generalauditeur und Obrister Wachtmeister beneben einer confoy, überall in etz- lich und 40 Pferd bestehend, und eine Anzahl Gefangene vor die Stadt Homberg kommen, nebst dem andeuten und Vorzeigung eines schriftlichen Passes vom Chur-Bayerischen Hr. General von Geleen und Vollmacht vom Schwedischen Reichs ­ zeugmeister Wrangeln, daß sie beneben den Bay ­ rischen um eine Charte zwischen ihnen beiderseits nfzurichten und etzliche Gefangene auszuwechseln sich auf heut dato dafelbst hin besaget, worauf sie dann endlich eingelassen und gegen Vesperzeit der Chur-Bayrische Obrist Roggier mit etzlich meh- rern Offizieren und etwa 40 Pferden gleichfalls eingelangt, welche dann bis Montags den 2oten Juli dafelbsten beharret und zu Mittag wiederum von dannen abgeschieden. Vorberührten röten seind die vom Fl. Haus Homberg durch die Niederhessischen abgenomme ­ nen Soldaten samt deren Offizieren von Kirch- hain nach Ziegenhain und Kassel geführet und forterns, dem Bericht ach, in die Stifter unter die Niederhessische Garnisonen verteilt worden." Von Architekt Karl Rumpf. ter bedienten sich deö Löffels, um Weihrauch und Myrrhen auf die Räucherpfannen zu streuen, bei den Griechen und zunächst auch bei den Römern war er allein Schöpflöffel, Schöpfkelle. Eßgerät mit breitem Stil wurde der Löffel eigentlich erst im XVII. Jahrhundert. Von Gabeln hören wir erstmalig im XVI. Jahrhundert, wo sie als Vorlegegabeln erwähnt werden. Der allgemeine Gebrauch aber von Messer und Gabel als Eß ­ besteck in unserem Sinne ist ganz jungen Da ­ tums. Noch zu Ende des Mittelalters bediente sich „Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann" zum Essen allein seiner zehn Fin ­ ger, alle langten mit der hohlen Hand in die ge ­ meinsamen Schüsseln. Von Kaiser Karl V., der ein starker Esser war, berichtet ein Zeitgenosse, Bartholomäus Sastrow aus Greifswald: „Von einem Bratferkel, einem Kalbskopf und dergl. ließ er sich nichts vorschneiden, brauchte auch das Mes ­ ser nicht viel. An dem Gericht, von dem er essen wollte, löste er an der Ecke, wo eg ihm am besten gefiel, mit dem Messer ein Stück, brach es mit