72 markungen ein Nebenbetrieb, kleine, einfachste Kalköfen werden in kleinen Steinbrüchen neben der Feldarbeit vom Besitzer oder Pächter z. T. ohne fremde Arbeitskräfte betrieben. Ein größeres Kalkwerk ist nur bei Müs und Langenbieber, hier stehen neuzeitliche Oefen zur Verfügung. Ziege ­ leien find mit einer Ausahme auf die nähere Um ­ gebung der Stadt Fulda beschränkt. Zn dem nordwestlichen Ausläufer des Fuldaer Beckens, dem eigenartigen „Vogelsbergrandtal", ' ließen UUmeralquellen ein besonderes Vvirtschaftö- leben entstehen. Zn Bad Salzschlirf entwickelte sich westlich des alten Dorfes ein Kurviertel, Kur- anlagen umgeben alte und nenerbohrte Ouellen, in ihnen erheben sich Kurhaus und Badehänfer, nm sie ordnen steh Pensionen und Hotels an. Das Fliedebecken bildet topographisch ein Gegenstück zum Fuldaer Becken. Die Entstehung der Fliedeniederung wird noch erforscht, außer tek ­ tonischen Kräften wirkte hier Salzauslaugnng mit und schuf die im Osten und Westen von Sandsteinhöhen, im Süden vom Basaltrücken des Landrückens umgrenzte Niederung. Das Ein ­ sinken bewirkte eine Auffüllung besonders mit eiszeitlichen Schotterablagerungen, auch Verleh- mungsmaffen konnten sich sammeln. So entstand ein besserer Ackerboden, als ihn die umgebenden Sandsteinhöhen bieten konnten, und damit war die Grundlage für dichtere Besied ­ lung gegeben. Von vorgeschichtlicher Besiedlung ist noch fast nichts bekannt. Von den ältesten We ­ gen wurden die breiten, feuchten Talweiten im Becken sicher gemieden, erst der Bau befestigter Straßen und der .Eisenbahn legte den Verkehrs ­ weg mitten hindurch, gerade hier kann man das Wandern der Verkehrslinie von den Höhen ­ straßen der Vorzeit zu den Talrandwegen (alte Heerstraßen!) und schließlich znr Tallinie gut ver ­ folgen. Die Talauen der Fliede und ihrer Nebenbäche wurden unlängst entwässert und geben gute Wie ­ sen, die zu den Ackerbaudörfern der Niederung gehören. Der sandige Boden der Niederung läßt natürlich den Roggenbau gegenüber dem Weizen weit überwiegen. Nach den Rändern des Beckens, zumal nach Süden zu am Nordabfall des Land ­ rückens, tritt der Ackerbau immer mehr zurück, die Grasflächen überwiegen beträchtlich. Einen starken Aufschwung nahm das Wirtschaftsleben durch den Bergbau, der am Rande der nordwest ­ lich anschließenden Buntsandsteinplatte einsetzte. Bis iooo Miaun fanden im Kaliwerk Arbeit, Neuhof, zumal im Ortsteil Ellers, Kalbach, Nommerz und Flieden wurden zu stattlichen Ort- Bodennuhung Wald Ackerland Weide Schutt Urlìi-li r r r J EZEül Löß u. Lehm fl 1 | j H I I ! I Vulk. Gestein Muschelkalk Röt Sandstein 223 m M: Milseburg, St: Stcinivand, W: Wasserkuppe Bahnhöfe sind unterstrichen, kleine schwarze Recht ­ ecke bezeichnen Einzelhöfe 5lbb. 8. Boden und Bodennutzung rings um die Ivasserkuppe