62 ten bei den Bauern wußte er wunderbar zu er ­ zählen, wie noch zuletzt bei der Tagung des Kur ­ hessischen Museumsverbandeö abends im Europäi ­ schen Hof, wo er im Wetteifer und im Wechsel mit den Erzählungen Geheimrat Bantzers von Land und Leuten in der Schwalm die Tischgesell ­ schaft aufs höchste ergötzte. Unvergeßlich auch, wie er bei dem Trachtenzug in Kirchhain 1929 aus der Fülle seiner Kenntnisse und des Gemütes heraus seinem Preisrichteramt oblag! Seine Ver ­ dienste um den Trachtenzug und das Trachtenfest 1927 zum Universttätsjubiläum in Marburg find bekannt. Von seinen großen Kenntnissen und den Er ­ gebnissen seiner Forschung hat Wessel das meiste nur in gesammelten Vermerken niedergelegt, nur selten Zusammenhängendes gestaltet, wie seiner ­ zeit in einem Aufsatz im „Hefsenland" und noch Vereinsnachrichten. Landsmannschaft der Kurhessen, Berlin (Verein der Kurhcssen, Berlin 1890). Das Stiftungs- und Trachtenfest bildete wie immer den Höhepunkt des Dereinslebens und brachte -inen vollen Erfolg. Der Festsaal war von der Künstler- hand des Herrn Schmidteastel mit den Wappen der hessischen Städte geschmückt. Die Schmalwand der Bühne gegenüber zierte dag Wappen der Stadt Kassel. Die farbenprächtige Ausführung der Wappen stimmte harmonisch zusammen mit den bunten Trachten der Menge, die sich durch die Säle bewegte. Beim Klange der alten Vereinslieder von Gutberlet und Speck ent ­ wickelte sich bald eine fröhliche Stimmung, wobei Herr Landsmann Weber durch seine Vorträge in echt Kas- seläncr Mundart sehr zur Erhöhung der heiteren Fröhlichkeit beitrug. Herr Wenderoth führte mit seiner Tochter einen echten Schwälmer Tanz vor, auf dessen Einstudierung er große Mühe verwendet hatte. Hof ­ fentlich können wir uns von jetzt an jedes Fahr an diesen schönen Volkstänzen erfreuen. Der Trachten ­ umzug mit anschließender Polonäse brachte noch einmal das bunte, farbenprächtige Bild der Trachten in seiner Gesamtheit. Einen stimmungsvollen, schönen Abschluß fanden die Vorführungen durch Herrn Landsmann Klages, der das Bücherschau. Geschichtsblätter für Stadt und Kreis Gelnhausen, herausgegeben vom Geschichts-Ver ­ ein Gelnhausen. Nr. 37/38. Januar/Februar 1935. F. L. Kreuter: Aus dem Gelnhäuser Hockenzunftbuch von 1669 bis 1728. (Fortsetzung.) Handbuch der Deutschen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Wilhelni Peßler, Di ­ rektor des Vaterländischen Museums, Hannover, in Verbindung mit zahlreichen volkskundlichen Fachgenos- kürzlich zur Beschriftung der Mappe Ubbelohde- scher Trachtenzeichnttngen im Verlage von Elwert. Umsomehr find seine Forschungen praktisch für die Museen in Kafsel und Marburg fruchtbar geworden. Er war ein rechter Nachfolger Ferdinand Justiö auf dem Gebiete der Trachtenforschung, hatte auch das Glück, in Rudolf Helm anfangs einen Schüler, später einen Fortsetzer seiner Ar ­ beiten zu finden, der jetzt auf noch breiterer Grundlage, wie sie ihm das Germanische Mnsenm in Nürnberg bietet, und mit noch größeren Zielen eine Reihe von Werken verfaßt hat, die wohl zum Besten deutscher Trachtenkunde gehören. Als treuen Hessen und als einzigartigen Kenner des Volkstums des Landes hat die Heimat allen Grund, sich Emil Wessels immer dankbar zu erinnern. herrliche Heimatlied von Altmüller „Fch weiß ein teuerwertcs Land" meisterlich zum Dortrag brachte. Der Tanz hielt die Festgemeinde bis zum Schluß um 3 Uhr morgens zusammen. In der Märzsitzung berichtete Herr Landsmann Dr. Knoth einiges aus Marburgs Vor- und Frühgeschichte. In grauer, geologischer Vorzeit floß die Lahn zur Schwalm. Vulkanische Eruptionen, deren Zeugen die Basaltkegel der Amöneburg, der Frauenberg, Wittels ­ berg usw. sind, änderten den Lauf. Fm Süden war das Tal verriegelt. Es bildete sich ein See. Auf den Höhen saßen die ersten Bewohner auf dürftigem Sand ­ boden. Ein kümmerliches Überbleibsel dieses Sees ist oder war der Schützenpfuhl, dessen Wasser inzwischen auch lahnabwärts gelaufen ist. Als sich die Wasser verliefen, zogen die Bewohner in das fruchtbare, aber zunächst sumpfige Tal. Um 300 erscheinen die Usi ­ peter, später die Chatte». Über sie kamen die Franken. Fränkische Königshöfe sind: Ebsdorf, Seelheim, Wet ­ ter. Die Gisonen von Gudensberg bauten die Mar ­ burg als Grenzburg (Markbnrg) hauptsächlich gegen Kurmainz. Die Stadt ist von den hessischen Landgrafen nach einem bestimmten Plan angelegt. Durch dag Wir ­ ken der Heiligen Elisabeth und die Gründung der Uni ­ versität erhielt Marburg einen erheblichen Vorsprung vor den übrigen hessischen Kleinstädten. Schotte. sen. Über 1200 Großquartseiten Text, mit über 800 Textbildern in bestem Kunstdruck, Bilderbeilagen und zahlreichen Einschaltbildern in feinstem Vierfarben ­ druck. Drei Bände. Preis je Lieferung 1,80 Lief, i—4- Der gewaltige Stoff, den die deutschen Volkskund ­ ler auf allen Gebieten in mühseliger Kleinarbeit herbei ­ getragen haben, harrte bisher immer noch der groß ­ zügigen Zusanmienfassung. Diese wollen Wilhelm Peßler und seine Mitarbeiter — nur die hessischen